EFAS: Geheimsache Hochwasserwarnungen

Das EU-Warnsystem EFAS hat frühzeitig vor Überschwemmungen in Westdeutschland gewarnt, doch die Öffentlichkeit hat auf diese Informationen keinen Zugriff.

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Unabhängige Warnungen vor Überschwemmungen macht die EU unnnötig schwer - die entsprechenden Daten sind für die Öffentlichkeit tabu.
Unabhängige Warnungen vor Überschwemmungen macht die EU unnnötig schwer - die entsprechenden Daten sind für die Öffentlichkeit tabu. (Bild: Martin Seifert/Wikimedia Commons/CC0 1.0)

Das Hochwasser in Westdeutschland hat auch zu Diskussionen darüber geführt, ob man früher hätte warnen und sich besser vorbereiten sollen. Beim europäischen Warnsystem EFAS (European Flood Awareness System) lagen frühzeitig Daten vor, die Überschwemmungen in den betroffenen Gebieten sehr wahrscheinlich machten. Doch es dauerte, bis diese Informationen in Deutschland an die Öffentlichkeit gelangten.

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Bereits am 10. Juli warnte EFAS die betroffenen Länder. Es dauerte von da an noch zwei Tage, bis der Deutsche Wetterdienst eine erste Warnung herausgab.

Angesichts der verzögerten Warnungen mögen sich manche fragen, ob es in Zukunft angebracht wäre, sich selbst über entsprechende Katastrophenwarnungen zu informieren. Doch das ist gar nicht so einfach. Denn die aktuellen EFAS-Daten und Warnungen sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Aktuelle EFAS-Daten nur für wenige Behörden zugänglich

Das Überschwemmungswarnsystem EFAS wird vom Emergency Management Service betrieben, der wiederum zum Copernicus-Programm der EU gehört. EFAS stellt verschiedene APIs und Online-Karten bereit. Die sind auch öffentlich zugänglich, doch die Daten sind erst nach 30 Tagen verfügbar. Die Warnungen, die EFAS an die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten verschickt, sind überhaupt nicht öffentlich zugänglich.

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Der Zugriff auf aktuelle Daten ist nur für berechtigte EFAS-Partner möglich. Das sind zum einen staatliche Behörden, die den offiziellen Auftrag ihres jeweiligen Nationalstaates haben, sowie eventuell weitere Stellen, die mit diesen Behörden eng zusammenarbeiten. Ein eingeschränkter Zugriff für Wissenschaftler ist ebenfalls auf Antrag möglich, diese müssen sich allerdings verpflichten, diese Daten nur zu vorgesehenen Zwecken zu verwenden. Sprich: Selbst Wissenschaftler, die Zugriff auf die Daten haben, dürften demnach die Öffentlichkeit nicht vor Risiken warnen.

Warum die EU den Zugriff auf die EFAS-Informationen so strikt beschränkt, bleibt unklar. Kommerzielle Gründe scheint es dafür nicht zu geben, denn es gibt auch keine Möglichkeit, gegen Bezahlung auf die aktuellen Daten zuzugreifen.

Zugriffsbeschränkung "aus Sicherheitsgründen"

In einer FAQ des Emergency Management Service steht: "Bestimmte Informationen werden aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich zugänglich gemacht." Eine nähere Erläuterung, warum ein öffentlicher Zugriff auf Hochwasserinformationen aus Sicherheitsgründen nicht erfolgen soll, gibt es nicht.

Erwarten würde man eher das Gegenteil: Ein Sicherheitsproblem ist es, wenn Hochwasserwarnungen die Öffentlichkeit nicht schnell genug erreichen.

Golem.de hat bei der zuständigen Pressestelle der EU-Kommission nachgefragt. Wir erhielten darauf zwar eine Antwort, wurden aber gebeten, diese nicht zu zitieren. So viel sei aber gesagt: Nachvollziehbar fanden wir die Begründung nicht und von Sicherheitsgründen war in der Antwort, die uns vorliegt, nicht die Rede. Eine weitere Rückfrage von uns wurde nicht beantwortet.

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Ofenrohr! 27. Jul 2021 / Themenstart

https www hochwasserzentralen de Grüße Ofenrohr!

spezi 24. Jul 2021 / Themenstart

Problem ist natürlich auch, dass man solche Apps dann ernst nehmen muss. Aus einem...

thinksimple 22. Jul 2021 / Themenstart

Natürlich kann man alle Daten freigeben. Warum auch nicht.... Hab damit überhaupt kein...

Bluejanis 22. Jul 2021 / Themenstart

Da wohnt aber auch nicht jeder direkt neben einem Fluss oder auf einer Halbinsel. Es ist...

bw71236196231 22. Jul 2021 / Themenstart

Wer kennt das nicht? "Es gibt überhaupt keinen Grund, dermaßen überrascht zu tun. Alle...

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