Was tun mit alten Windrädern?

Bei Direktvermarktung geht der Strom virtuell an einen bestimmten Abnehmer. Bundesweit bieten rund 40 Unternehmen diesen Service an. Für den Anlagenbesitzer hat das den Vorteil, dass er sich selbst nicht um Wetterprognosen und die Steuerung seiner Anlage kümmern muss. "Der Windstrom wird dabei an der Strombörse gehandelt. Hier verliert dieser seinen 'grünen Wert'", sagt Judith Tranninger von Statkraft, Deutschlands größtem Windkraft-Direktvermarkter. Der Ökostrom wird gleichberechtigt neben konventionell erzeugtem gehandelt und zum gleichen Marktpreis verkauft - also unter seinem Wert, wie viele monieren.

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Mit dem 1. Januar 2021 kommt eine dritte Option hinzu. Der Strom der Oldies kann dann an der Börse vorbei gehandelt werden. In Fachkreisen heißen diese langfristigen Stromabnahmeverträge PPA - Power Purchase Agreements. "Wir suchen einen Abnehmer, der bereit ist, für den grünen Strom mehr zu bezahlen", sagt Tranninger. Einen Großkunden konnte Statkraft gerade gewinnen: Mercedes Benz Cars kauft den Strom von 31 Windrädern, um damit seine Werke bis 2022 CO2-neutral zu versorgen.

Enormen Einfluss auf die Preisentwicklung des Ökostroms hat zudem der CO2-Preis. Und der ist in jüngster Zeit kräftig gestiegen. Lag er im Jahr 2013 noch bei 2,46 Euro je Tonne, so sind es aktuell rund 23 Euro. Ob der Aufwärtstrend anhält, ist fraglich. Klar ist: Je teurer Strom aus fossilen Energieträgern ist, desto wettbewerbsfähiger wird Ökostrom. Vielen reicht das jedoch nicht. "Um das für einen erfolgreichen Klimaschutz nötige Energiewendetempo zu erreichen, müssten die Preise deutlich oberhalb von 50 Euro je Tonne liegen", sagt Quaschning.

Oldie-Windräder liefern Strom für Elektrolyse

Für die gefährdeten Oldie-Windräder könnten aber auch noch ganz andere Modelle interessant werden. Die Eigenversorgung etwa. Tausende Bauernhöfe in Dänemark zeigen, dass es geht. Eine weitere Option ist die Kombination von Windrad und Speichersystem. Das Duo könnte gut bezahlte Regelenergie bereitstellen. Genauso könnten alte Windturbinen Elektrolyseprozesse speisen und so Gas erzeugen, das dann in Verbrennungsmotoren genutzt werden könnte. Die Oldies könnten aber auch dezentrale Rechenzentren versorgen. An dieser Lösung arbeitet das Green-Tech-Unternehmen Windcloud. Im Norden der Republik entstehen derzeit solche Anlagen.

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Vielleicht liegt die Zukunft alter Windräder aber auch im Schürfen der Kryptowährung Bitcoin und in der Aufrechterhaltung der Blockchain. Auch hierfür sind gigantische Energiemengen nötig. Alternative Arbeitsfelder scheint es für in die Jahre gekommene Windräder jedenfalls noch reichlich zu geben.

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 Windräder erneuern
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guzzibiker 27. Mär 2019

Das EEG hat aber nicht nur den Klimaschutz und die Nutzung erneuerbarer, also...

guzzibiker 27. Mär 2019

Das ginge, wenn wir die dazu erforderlichen Netzkapazitäten hätten (Südlink & Co) Hier...

guzzibiker 27. Mär 2019

An und für sich recht positive Nachrichten! Aus meiner Sicht, es ist die Sicht des...

barxxo 25. Mär 2019

Also wenn diese Dinger nicht mal nach 20 Jahren in der Lage sind, ihr Geld selbst zu...

zilti 23. Mär 2019

Flüssigsalzreaktoren. Bitte, gern geschehen.



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