Abo
  • Services:

EEG: Unternehmen in China lesen Hirnströme der Mitarbeiter

Was fühlt der Mitarbeiter? Verantwortliche in diversen chinesischen Unternehmen wissen es: Ihre Angestellten tragen Datenkappen, die Stress erfassen können. Die Unternehmen wollen so unter anderem Fehlern vorbeugen. Kritiker warnen vor Eingriffen in die Privatsphäre.

Artikel veröffentlicht am ,
Proband mit Datenkappe (Symbolbild): den Verstand nicht für den Profit ausbeuten
Proband mit Datenkappe (Symbolbild): den Verstand nicht für den Profit ausbeuten (Bild: Stephane de Sakutin/AFP/Getty Images)

Wie fühlen sich die Mitarbeiter? Verschiedene chinesische Unternehmen scannen die Gehirnströme ihrer Mitarbeiter, um ihre Stimmung zu erkennen. Dadurch wollen die Unternehmen die Effizienz und damit ihre Umsätze steigern.

Stellenmarkt
  1. Bock 1 GmbH & Co. KG, Postbauer-Heng
  2. Hays AG, Frankfurt

Bei Unternehmen wie Stade Grid Zhejiang Electric Power in Hangzhou tragen die Arbeiter Kappen, in die Elektroenzephalografie-Sensoren (EEG) eingearbeitet sind. Diese messen die Gehirnströme des Trägers und leiten die Daten drahtlos an einen Computer weiter, der sie auswertet.

So sollen Stress oder Anspannung bei den Arbeitern erkannt werden. So könne beispielsweise das Arbeitstempo, Abläufe oder Pausen angepasst werden, berichtet die Hongkonger Tageszeitung South China Morning Post (SCMP). State Grid Zhejiang Electric Power, wo das System seit 2014 im Einsatz ist, will damit seither die Gewinne um umgerechnet über 200 Millionen Euro gesteigert haben. Andere Unternehmen nutzen die Technik, um neue Mitarbeiter einzuarbeiten.

Stress bedeutet Gefahr

Ein angespannter und unter emotionalem Stress stehender Mitarbeiter an einer Schlüsselposition könne nicht nur die Produktion beeinträchtigen, er sei auch eine Gefahr für sich und andere, sagte Jin Jia, die Hirnforschung und Kognitionspsychologie an der Universität Ningbo lehrt, der SCMP. Stelle der Vorgesetzte den Stress rechtzeitig fest, könne er den Mitarbeiter versetzen oder ihm einen Tag freigeben. In Universität Ningbo in der ostchinesischen Provinz Zhejiang ist eine wichtige Einrichtung für Hirnforschung in China.

Anfangs seien Arbeiter, die die EEG-Sensoren tragen sollten, jedoch misstrauisch gewesen, sagt Jin. Sie hätten befürchtet, dass ihre Gedanken ausgelesen werden. Aber mit der Zeit hätten sie sich daran gewöhnt. Jin glaubt, dass es künftig auch möglich sein wird, über die EEG-Sensoren einen Computer oder ein Mobiltelefon zu bedienen.

Lokführer und Piloten müssen aufmerksam sein

Vor allem sei die Technik aber geeignet für Arbeitsplätze, die eine hohe Konzentration erforderten und keine Fehler passieren dürften, sagt Jin. So lässt etwa der Betreiber der Hochgeschwindigkeitszuglinie zwischen Peking und Schanghai die Lokführer solche Datenkappen tragen, um zu erkennen, ob diese müde oder unaufmerksam werden. Chinesische Fluglinien erwägen ebenfalls den Einsatz dieser Technik.

Qiao Zhian, Psychologe an der Pädagogischen Universität Peking, hingegen warnte in der SCMP vor dieser Technik. Sie helfe zwar Unternehmen, erfolgreicher zu sein. Sie könne aber auch dazu missbraucht werden, um Menschen zu kontrollieren und ihre Privatsphäre einzuschränken. Das sei viel schlimmer als der Verkauf von Facebook-Daten. Außerdem sollte der menschliche Verstand nicht um des Profit willen ausgebeutet werden, sagte er.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (2 Monate Sky Ticket für nur 4,99€)

Tantalus 02. Mai 2018 / Themenstart

Ich denke, die Idee dahinter ist, zu erkennen, wo im Arbeitsablauf Stress entsteht, und...

PineapplePizza 02. Mai 2018 / Themenstart

Die Matrix war ja irgendwie noch harmlos. Sie hat den Menschen eine Welt simuliert. Wenn...

Zazu42 02. Mai 2018 / Themenstart

ne das sieht dann so aus: Verdi: "Wir haben euch 0,005% mehr gehalt rausgeholt...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Bionic Wheel Bot von Festo angesehen und Interview

Gehen oder rollen? Der Bionic Wheel Bot von Festo ist nach dem Vorbild einer Spinne konstruiert, die normalerweise läuft. Hat sie es eilig, etwa um sich vor Feinden in Sicherheit zu bringen, formt sie aus ihren Beinen Räder und rollt davon.

Bionic Wheel Bot von Festo angesehen und Interview Video aufrufen
Datenschutz-Grundverordnung: Was Unternehmen und Admins jetzt tun müssen
Datenschutz-Grundverordnung
Was Unternehmen und Admins jetzt tun müssen

Ab dem 25. Mai gilt europaweit ein neues Datenschutz-Gesetz, das für Unternehmen neue rechtliche Verpflichtungen schafft. Trotz der nahenden Frist sind viele IT-Firmen schlecht vorbereitet. Wir erklären, was auf Geschäftsführung und Admins zukommt.
Von Jan Weisensee

  1. IT-Konzerne Merkel kritisiert Pläne für europäische Digitalsteuer
  2. EU-Kommission Mehr Transparenz für Suchmaschinen und Online-Plattformen
  3. 2019 Schweiz beginnt UKW-Abschaltung

Google I/O 2018: Eine Entwicklerkonferenz für Entwickler
Google I/O 2018
Eine Entwicklerkonferenz für Entwickler

Google I/O 2018 Die Google I/O präsentiert sich erneut als Messe für Entwickler und weniger für konventionelle Nutzer. Die Änderungen bei Maps, Google Lens oder News sind zwar nett, spannend wird es aber mit Linux-Apps auf Chromebooks.
Eine Analyse von Tobias Költzsch, Ingo Pakalski und Sebastian Grüner

  1. Google Android P trennt stärker zwischen Privat und Arbeit
  2. Smartwatch Zweite Vorschau von Wear OS bringt neuen Akkusparmodus
  3. Augmented Reality Google unterstützt mit ARCore künftig auch iOS

Projektoren im Vergleichstest: 4K-Beamer für unter 2K Euro
Projektoren im Vergleichstest
4K-Beamer für unter 2K Euro

Bildschirme mit UHD- und 4K-Auflösung sind in den vergangenen Jahren immer preiswerter geworden. Seit 2017 gibt es den Trend zu hoher Pixelzahl und niedrigem Preis auch bei Projektoren. Wir haben vier von ihnen getestet und stellen am Ende die Sinnfrage.
Ein Test von Martin Wolf

  1. Sony MP-CD1 Taschenbeamer mit Akku und USB-C-Stromversorgung
  2. Mirraviz Multiview Splitscreen-Games spielen ohne die Möglichkeit, zu schummeln
  3. Sony LSPX-A1 30.000-Dollar-Beamer strahlt 80 Zoll aus 0 cm Entfernung

    •  /