Edward Snowdens Memoiren: Der einsamste Verfassungsschützer der USA

Wenn es jemanden in Deutschland gibt, der Edward Snowdens Memoiren genau lesen sollte, dann ist es Hans-Georg Maaßen. Der frühere Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz stellte den US-Whistleblower im Juni 2016 im NSA-Untersuchungsausschuss als russischen Spion dar , der den US-Geheimdienst NSA "wie kein Zweiter" ausgeplündert habe. Aus Snowdens Buch Permanent Record(öffnet im neuen Fenster) könnte Maaßen nun lernen, was jemand auf sich zu nehmen bereit ist, der wirklich die Verfassung schützen will, anstatt sich in Verschwörungstheorien zu ergehen .
Aber was ist eigentlich von den Memoiren eines Menschen zu erwarten, der mit 36 Jahren auf der einen Seite noch sehr jung ist, dessen Leben aber andererseits schon verfilmt und von dem kaum ein privates oder berufliches Detail noch nicht durchleuchtet wurde? Ist er vielleicht auf die Einnahmen angewiesen, um sein jahrelanges Exil in Russland finanzieren zu können? Oder will er sich rechtfertigen, um eines Tages doch wieder in die USA zurückkehren und dort einen fairen Prozess erhalten zu können?