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Edward Snowdens Memoiren: Der einsamste Verfassungsschützer der USA

Edward Snowdens Autobiografie ist mehr als eine Mischung aus Kindheitserinnerung und Agententhriller. Permanent Record ist eine eindringliche Warnung vor einer Massenüberwachung, die sich kaum mehr stoppen lässt.

Eine Rezension von veröffentlicht am
Edward Snowden diskutiert sein Buch per Videokonferenz in Berlin.
Edward Snowden diskutiert sein Buch per Videokonferenz in Berlin. (Bild: Fabrizio Bensch/Reuters)

Wenn es jemanden in Deutschland gibt, der Edward Snowdens Memoiren genau lesen sollte, dann ist es Hans-Georg Maaßen. Der frühere Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz stellte den US-Whistleblower im Juni 2016 im NSA-Untersuchungsausschuss als russischen Spion dar, der den US-Geheimdienst NSA "wie kein Zweiter" ausgeplündert habe. Aus Snowdens Buch Permanent Record könnte Maaßen nun lernen, was jemand auf sich zu nehmen bereit ist, der wirklich die Verfassung schützen will, anstatt sich in Verschwörungstheorien zu ergehen.

Inhalt:
  1. Edward Snowdens Memoiren: Der einsamste Verfassungsschützer der USA
  2. Widerstand gegen Massenüberwachung
  3. Unauffällige Suche nach Spähprogrammen
  4. Schneller Bruch mit Julian Assange

Aber was ist eigentlich von den Memoiren eines Menschen zu erwarten, der mit 36 Jahren auf der einen Seite noch sehr jung ist, dessen Leben aber andererseits schon verfilmt und von dem kaum ein privates oder berufliches Detail noch nicht durchleuchtet wurde? Ist er vielleicht auf die Einnahmen angewiesen, um sein jahrelanges Exil in Russland finanzieren zu können? Oder will er sich rechtfertigen, um eines Tages doch wieder in die USA zurückkehren und dort einen fairen Prozess erhalten zu können?

Selbstanklage und Selbstverteidigung

Sollte Letzteres tatsächlich einmal möglich sein, darf sich der zuständige Staatsanwalt schon jetzt entspannt zurücklehnen. Snowdens 428-seitiges Buch (übersetzt von Kay Greiners) ist eine lesenswerte Mischung aus Agententhriller ("Wie es wirklich zugeht"), politischen Reflexionen, Beziehungsdrama und Kindheitserinnerungen. Etliche Kapitel haben das Zeug, nahezu eins zu eins in eine Anklageschrift übernommen zu werden.

Seitenweise beschreibt der frühere Geheimdienstmitarbeiter minutiös, wie es ihm gelungen sei, in mühsamer Detektivarbeit die unzähligen Dokumente zu sammeln, welche die massenhafte Überwachung der Bürger durch die "Intelligence Community" beweisen sollten. Nur an einer Stelle zeigt er Gnade mit seinem früheren Arbeitgeber: "Wie ich das Schreiben - meine eigene Form des Kopierens und der Verschlüsselung - im Einzelnen handhabte, werde ich nicht öffentlich machen, damit die NSA auch morgen noch besteht."

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Viele Details von Snowdens Vorgehen waren schon bekannt. Dennoch erstaunt in dieser ausführlichen Schilderung, mit welcher Systematik und Hartnäckigkeit er sein Ziel in jahrelanger Arbeit verfolgte. Seine ersten Skrupel mit Blick auf die Arbeit der US-Geheimdienste kamen ihm demnach schon während eines Aufenthalts in Japan, als er im Sommer 2009 in einem Vortrag die Spionagefähigkeiten der Chinesen präsentieren sollte. "Während ich all dieses Material über China durchstöberte, beschlich mich das Gefühl, dass ich in einen Spiegel blickte und darin Amerika entdeckte. Was China offen mit seinen eigenen Bürgern machte, machte Amerika womöglich im Geheimen mit der ganzen Welt."

Mühsame Suche nach Beweisen

Doch Beweise dafür waren laut Snowden schwer zu finden. Als Beispiel nannte er einen offiziellen Bericht über die US-Überwachungsprogramme (PDF), der sich extrem von der nichtöffentlichen Version unterschied. Auf diesen, inzwischen in redigierter Fassung veröffentlichten Bericht (PDF) stieß er trotz intensiver Suche nur durch Zufall. Darin fanden sich "die vollständige Darstellung der geheimsten Überwachungsprogramme der NSA sowie die behördlichen Weisungen und Taktiken des Justizministeriums, die man genutzt hatte, um das US-amerikanische Recht zu unterwandern und gegen die Verfassung der USA zu verstoßen".

Snowden störte sich unter anderem daran, dass in dem Dokument lediglich von "Sammelerhebung" ("bulk collection") die Rede sei, um die tatsächliche "Massenüberwachung" ("mass surveillance") zu verschleiern. Zudem habe die Regierung bestimmte Begriffe willkürlich umdefiniert. So galten Daten durch die NSA erst dann als "erworben", wenn bei einer Datenbanksuche darauf zugegriffen wurde. Das eigentliche Sammeln aller Nutzerdaten sei dem Geheimdienst damit ohne jeden richterlichen Beschluss erlaubt worden. Ebenfalls kritisiert er den Fokus des Gesetzgebers auf den Schutz der Inhalte, während die Geheimdienste weitaus mehr an den Metadaten interessiert seien.

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Widerstand gegen Massenüberwachung 
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Astorek 13. Okt 2019

Und genau deshalb ist es wichtig, dass solche Aussagen u.a. von Snowden nicht in...

heikom36 09. Okt 2019

Ja und weiter? Ich weiß sehr genau was Cookies sind - ich betreibe ziemlich viele...

heikom36 09. Okt 2019

Nein, er hat Straftaten öffentlich gemacht, die im Namen der Nation fallen. Das ist kein...

Anonymer Nutzer 27. Sep 2019

Ja, da braucht es aber wohl noch andere Politiker ;) Für Menschen die weniger US...


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