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Schneller Bruch mit Julian Assange

Kaum am Flughafen Scheremetjewo angekommen, lehnte er das Kooperationsangebot eines russischen Geheimdienstoffiziers ab. Auf der Flucht verließ er sich stark auf die Wikileaks-Aktivistin Sarah Harrison, während es mit Wikileaks-Gründer Julian Assange schnell zum Bruch kam. "Nach einer heftigen Auseinandersetzung nur einen Monat nach unserem ersten schriftlichen Austausch habe ich nie mehr ein Wort mit ihm gewechselt", schreibt Snowden.

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Einen Grund dafür gibt er nicht an. Doch selbst Harrison kritisierte Snowden später dafür, sein Material nicht komplett über Wikileaks veröffentlicht zu haben. Snowden begründet dies in seinen Memoiren damit, dass Assanges Strategie der völligen Transparenz nicht seinen Bedürfnissen entsprochen habe. Die Story des NSA-Massenüberwachungssystems sei "höchst verworren und technisch, und deshalb war ich zunehmend besorgt, dass man sie nicht auf einmal und in einem 'Dokumentenhaufen' präsentieren konnte, sondern nur mittels einer geduldigen, sorgfältigen Arbeit von Journalisten".

Snowdens Buch ist in diesem Sinne nicht nur eine Selbstbezichtigung, sondern auch eine Selbstverteidigung. Er rechtfertigt sich ausführlich dafür, das System der Massenüberwachung öffentlich gemacht und dafür den Weg des Whistleblowing gewählt zu haben. Dabei beruft er sich auf Vorbilder, die schon im US-amerikanischen Unabhängigkeitskrieg auf Missstände aufmerksam gemacht hätten, die Marineoffiziere Richard Marven und Samuel Shaw. "Ein Whistleblower ist nach meiner Definition eine Person, die durch bittere Erfahrungen zu dem Schluss gelangt ist, dass ihr Leben innerhalb einer Institution sich nicht mehr mit den Prinzipien verträgt, die sie in der Gesellschaft außerhalb dieser Institution entwickelt hat", schreibt Snowden. Da eine Reform der Institution vielleicht nicht möglich sei, "bläst sie die Pfeife und legt die Information offen, um so öffentlichen Druck zu erzeugen".

Kein Super-Hacker im James-Bond-Stil

Nebenbei entlarvt Snowden einige Mythen über seine Person, die beispielsweise von dem Oliver-Stone-Film Snowden in die Welt gesetzt wurden. Darin wurde Snowden als Super-Hacker dargestellt, dessen Backup-Programm Epicshelter von der NSA weiterentwickelt wurde, um Terrorverdächtige in Afghanistan auf Basis von Metadaten zu töten. Solch dramatischer Momente bedurfte es gar nicht, um Snowden zum Whistleblower werden zu lassen. Im Gegenteil. Es verwundert eher, dass er den berühmten Satz von Ex-NSA-Chef Michael Hayden, "Wir töten Menschen auf Basis von Metadaten", in dem Buch gar nicht erwähnt.

Es geht ihm vor allem um das in der US-Verfassung verbriefte Recht der US-Bürger auf Privatsphäre, für das er eintritt. Daher versucht er seine Enthüllungen nicht als unamerikanisch und unpatriotisch, sondern als patriotische Bürgerpflicht darzustellen. Dazu muss der Leser über sich ergehen lassen, dass Snowden seine Familiengeschichte bis auf die ersten englischen Siedler in den USA zurückverfolgt. Einer seiner Vorfahren mütterlicherseits, John Alden, segelte demnach schon mit der Mayflower im Jahr 1620 in die neue Welt. Einem anderen Vorfahren, Richard Snowden, gehörten große Ländereien im heutigen US-Bundesstaat Maryland. Dass viele Angehörige Snowdens im Staatsdienst arbeiteten und teilweise hohe Posten innehatten, war bereits bekannt. In dieser Tradition als "Staatsdiener" sieht er sich auch selbst.

Betriebssystem der USA kaputt

Dabei stellte er irgendwann fest: "Ich fand es zunehmend frustrierend, dass ich die Technik in Ordnung bringen konnte, das Land aber nicht. Am Ende meiner Zeit im Geheimdienst war ich überzeugt: Das Betriebssystem meines Landes - seine Regierung - hatte entschieden, dass es am besten funktionierte, wenn es defekt war." Diese Dysfunktionalität habe der jetzige US-Präsident Donald Trump auf die Spitze getrieben.

In diesem Sinne beschreibt Permanent Record nicht nur den Weg eines planlosen Schulabbrechers vom Geheimdienstmitarbeiter zum bekanntesten Whistleblower der Welt. Es ist auch ein Buch über die Selbstzerstörung der USA nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001, die nicht nur jahrelange sinnlose und exorbitant teure Kriege mit Hunderttausenden Getöteten hervorgebracht, sondern das Land auch immer tiefer gespalten und von seinen Idealen entfernt hat. Möglicherweise braucht es noch einige Whistleblower und Verfassungsschützer mehr von Schlage eines Edward Snowden, das eigentliche Betriebssystem der USA wieder zum Booten zu bringen.

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Astorek 13. Okt 2019

Und genau deshalb ist es wichtig, dass solche Aussagen u.a. von Snowden nicht in...

heikom36 09. Okt 2019

Ja und weiter? Ich weiß sehr genau was Cookies sind - ich betreibe ziemlich viele...

heikom36 09. Okt 2019

Nein, er hat Straftaten öffentlich gemacht, die im Namen der Nation fallen. Das ist kein...

Anonymer Nutzer 27. Sep 2019

Ja, da braucht es aber wohl noch andere Politiker ;) Für Menschen die weniger US...


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