Widerstand gegen Massenüberwachung

Seine Überlegungen führten damals zu der Erkenntnis, "dass ich für meine Regierung ein ganz und gar gläserner Mensch war". In Anspielung an die Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki im Zweiten Weltkrieg schreibt Snowden weiter: "Japan war mein 'nuklearer Moment'. Damals erkannte ich, welche Richtung diese neuen Technologien eingeschlagen hatten, und dass die Situation, wenn meine Generation nicht dagegen einschritt, eskalieren würde." Ohne erfolgreichen Widerstand müssten sich "die künftigen Generationen an eine Welt gewöhnen, in der Überwachung nicht nur gelegentlich unter juristisch begründeten Umständen eingesetzt wird, sondern jederzeit und ausnahmslos".

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Diese Erkenntnis wurde von der Enttäuschung begleitet, dass sich das Internet vom Ort der Freiheit, wie er ihn als Kind und Jugendlicher in den 1990er Jahren kennen und lieben gelernt hatte, seit dem Platzen der New-Economy-Blase zum Ort der Kontrolle und Überwachung entwickelte. "Seit ich zwölf Jahre alt war, bemühte ich mich, in jedem wachen Moment meines Lebens online zu sein", schreibt Snowden und bekennt: "Das Internet war mein Zufluchtsort."

Doch in diese geschützte Zone drangen immer mehr die großen Konzerne wie Google, Facebook, Apple oder Amazon ein. Und natürlich die Geheimdienste. Für Snowden ist es die "größte Schandtat des Digitalzeitalters", die Online-Identität des Nutzers so eng wie möglich an die Offline-Identität zu knüpfen.

Internet und USA haben Snowden betrogen

In Japan nutzte Snowden noch die Möglichkeiten des Netzes, um für die NSA-Daten ein globales Backup- und Speichersystem aufzubauen, das er Epicshelter nannte. Als er 2011 wieder zurück in den USA war und für den Computerkonzern Dell arbeitete, verkaufte er der CIA Cloud-Lösungen. Unter dem Eindruck des Arabischen Frühlings und einer beruflichen Zwangspause aufgrund epileptischer Anfälle radikalisierte sich Snowden. "Ich fühlte mich besiegt. Die beiden wichtigsten Institutionen meines Lebens waren betrogen worden und betrogen mich: mein Land und das Internet." Nun wollte er bei der NSA herausfinden, ob es tatsächlich ein System der Massenüberwachung gab.

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Dazu heuerte er als Sharepoint-Systemadministrator in Hawaii an. Er bezeichnet das Microsoft-Produkt als "kleines dümmliches Programm", seinen neuen Job als Abstieg auf der Karriereleiter. Doch der Wechsel auf die Pazifikinsel diente auch dazu, durch weniger Stress seine epileptischen Anfälle zu reduzieren. "Ich schrieb Skripte, die mir die Arbeit abnahmen, um so mehr Zeit für interessante Dinge zu haben", erläutert Snowden. Zu diesen interessanten Dingen gehörte die Lektüre interner Readboards, digitaler schwarzer Bretter. Daraus entwickelte Snowden eine automatisierte Readboard-Verwaltung, die er Heartbeat nannte. Über eine Public-Key-Infrastruktur (PKI) erhielten die NSA-Beamten einen Zugriff auf solche Dokumente, für die sie eine Berechtigung hatten.

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 Edward Snowdens Memoiren: Der einsamste Verfassungsschützer der USAUnauffällige Suche nach Spähprogrammen 
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Astorek 13. Okt 2019

Und genau deshalb ist es wichtig, dass solche Aussagen u.a. von Snowden nicht in...

heikom36 09. Okt 2019

Ja und weiter? Ich weiß sehr genau was Cookies sind - ich betreibe ziemlich viele...

heikom36 09. Okt 2019

Nein, er hat Straftaten öffentlich gemacht, die im Namen der Nation fallen. Das ist kein...

Anonymer Nutzer 27. Sep 2019

Ja, da braucht es aber wohl noch andere Politiker ;) Für Menschen die weniger US...



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