Edward Snowden: NSA überwacht 500 Millionen Metadaten in Deutschland

Neue geheime Dateien der NSA zeigen, dass der Geheimdienst in Deutschland systematisch und massenhaft Internet- und Telekommunikationsdaten überwacht. "Wir können die Signale der meisten ausländischen Partner dritter Klasse angreifen - und tun dies auch", heißt es in einer Präsentation.

Artikel veröffentlicht am ,
Proteste gegen NSA in der Ukraine am 27. Juni 2013
Proteste gegen NSA in der Ukraine am 27. Juni 2013 (Bild: Gleb Garanich/Reuters)

Die NSA überwacht massenhaft Telefon- und Internetverbindungsdaten in Deutschland. Das geht aus internen Dateien des Geheimdienstes hervor, die dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel vorliegen. Monatlich werden demnach 500 Millionen E-Mails, SMS oder Chats in Deutschland bespitzelt.

Stellenmarkt
  1. Anwendungsentwickler (d/m/w) Outputmanagement
    NÜRNBERGER Versicherung, Nürnberg
  2. CRM-Manager & Data-Analyst (m/w/d)
    Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG, Chemnitz
Detailsuche

Gespeichert würden Metadaten dazu, also welcher Anschluss mit welchem verbunden war, in Fort Meade, dem Hauptquartier der NSA. Die Statistik des Geheimdienstes weist insgesamt für normale Tage bis zu 20 Millionen Telefon- und rund 10 Millionen Internetverbindungen aus. An Spitzentagen wie dem 7. Januar 2013 spioniert der Geheimdienst rund 60 Millionen Telefonverbindungen aus.

Am 24. Dezember 2012 überprüften und speicherten die US-Amerikaner rund 13 Millionen Telefonverbindungen und halb so viele Daten von Internetverbindungen.

Deutschland ist "Partner dritter Klasse"

Laut dem Bericht ist die NSA in Deutschland so aktiv wie in keinem anderen Land der Europäischen Union. Für Frankreich verzeichnete die NSA im gleichen Zeitraum täglich im Durchschnitt gut zwei Millionen Verbindungsdaten. Frankfurt wird in den geheimen NSA-Unterlagen als Basis in Deutschland aufgeführt.

Deutschland wird als Partner dritter Klasse der USA bezeichnet. Ausdrücklich ausgenommen von Spionageattacken sind nur Kanada, Australien, Großbritannien und Neuseeland, die in der zweiten Kategorie geführt werden. "Wir können die Signale der meisten ausländischen Partner dritter Klasse angreifen - und tun dies auch", erklärte die NSA in einer Präsentation, die der Spiegel eingesehen hat.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Renate Künast, sagte: "Unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung betreiben die USA eine unvorstellbar umfassende Spionageaktion gegen befreundete demokratische Staaten, ihre Bürger und Institutionen. Offenbar ist niemand vor Ausspähung sicher und für die USA gilt: Wir alle sind für sie Verdächtige."

Die Bundesregierung und die EU-Kommission müssten unverzüglich und ernsthaft die Rechte ihrer Bürger, Unternehmen und Institutionen vertreten. Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel jetzt noch behauptet, dies gehöre in bilaterale und geheime Gespräche, dann gebe sie sich der Lächerlichkeit preis. "Merkel muss jetzt ernsthaft die Einleitung eines Klageverfahrens vor dem Internationalen Gerichtshof prüfen und die Abstellung dieser illegalen Praktiken fordern", sagte Künast.

Der Chef der CSU-Abgeordneten im Europaparlament, Markus Ferber: "Ein demokratischer Rechtsstaat, der mit Stasi-Methoden arbeitet, macht sich selbst als moralische Instanz höchst unglaubwürdig", sagte Ferber der Welt.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


kalle1912 27. Mai 2014

unwissender die industrie profitiert erheblich von der spionage siehe solarpatente usw

NicoHernandez 05. Jul 2013

Also wenn man es so sieht solang die Russen net nach Deutschland kommen kommen die Amis...

SaSi 02. Jul 2013

Hehe, demokratie 2013, ein irrglaube für den pöbel. Die ddr war so sicher, dass niemand...

tundracomp 01. Jul 2013

Wie wäre es mit dem hier? (frei übersetzt) Sei weise bei der Wahl deiner Gegner, denn du...

Ovaron 01. Jul 2013

Es gibt auch optische Teiler die das Signal völlig unabhängig vom dahinter liegenden...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Tesla Model Y im Test
Die furzende Familienkutsche

Teslas Model Y ist der Wunschtraum vieler Model-3-Besitzer. Reichweite und Raumangebot überzeugen im Test - doch der Autopilot ist nicht konkurrenzfähig.
Ein Test von Friedhelm Greis

Tesla Model Y im Test: Die furzende Familienkutsche
Artikel
  1. Games Workshop: Warhammer-40K-Modell für 30.000 Euro auf Ebay versteigert
    Games Workshop
    Warhammer-40K-Modell für 30.000 Euro auf Ebay versteigert

    Der Youtuber Squidmar hat wochenlange Arbeit in den Warhammer-40K-Thunderhawk gesteckt. Das hat sich gelohnt: Er erzielt einen Rekordpreis.

  2. MX Keys Mini: Logitech bringt kompakte Flachtastatur für PCs und Macs
    MX Keys Mini
    Logitech bringt kompakte Flachtastatur für PCs und Macs

    Die Logitech MX Keys Mini verzichtet auf den Nummernblock. Dafür ist die flache Tastatur umso kompakter. Es gibt sie für PC und Mac.

  3. Thinkpad E14 Gen3 im Test: Ryzen-Laptop mit grandiosem Preis-Leistungs-Verhältnis
    Thinkpad E14 Gen3 im Test
    Ryzen-Laptop mit grandiosem Preis-Leistungs-Verhältnis

    Schon das Thinkpad E14 Gen2 war exzellent, bei der Gen3 aber hat Lenovo die zwei Schwachstellen - Akku und Display - behoben. Bravo!
    Ein Test von Marc Sauter

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Saturn-Aktion: Win 10-Laptop oder PC kaufen, kostenloses Upgrade auf Win 11 erhalten • Bosch Professional & PC-Spiele von EA günstiger • Nur noch heute PS5-Gewinnspiel • Alternate (u. a. Asus TUF Gaming-Monitor 23,8" FHD 165Hz 179,90€) • 7 Tage Samsung-Angebote [Werbung]
    •  /