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Edward Snowden: "Ich habe meine Mission erfüllt"

Seine Entscheidung, an die Öffentlichkeit zu gehen, habe er jahrelang überdacht. Und er bereue es nicht, sagte der NSA-Whistleblower Edward Snowden. Die Öffentlichkeit habe ein Recht darauf zu entscheiden, wie sie beherrscht werden will.

Artikel veröffentlicht am ,
Edward Snowden in Moskau
Edward Snowden in Moskau (Bild: Wikileaks.org/Screenshot: Golem.de)

In dem Moment, als die ersten Enthüllungen über die massenhafte Überwachung durch die NSA an die Öffentlichkeit gelangten, sei seine Mission bereits erfüllt gewesen, sagte der NSA-Whistleblower Edward Snowden in einem Interview mit der Washington Post. Bevor er die Dokumente gesammelt und sie an Journalisten übergeben habe, habe er sich lange auf diesen Schritt vorbereitet. Er habe mit NSA-Mitarbeitern gesprochen. Und er habe seinen Vorgesetzten seine Bedenken über die maßlose Überwachung und die mangelnde Sicherheit bei der NSA mitgeteilt. Snowden sieht sich als Whistleblower und nicht als Verräter.

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"Ich wollte die Gesellschaft nicht verändern, sondern ihr die Möglichkeit geben, sich selbst zu ändern", sagte Snowden, der sein Leben im Exil in Russland als das einer "Hauskatze" bezeichnet. Es sei schon immer schwierig gewesen, ihn nach draußen zu schicken. "Solange ich mich hinsetzen, nachdenken und schreiben und mit jemandem reden kann, bin ich zufrieden. Ich muss nicht irgendwelche Sehenswürdigkeiten besuchen."

Gerichte als Handlanger der NSA

Die massenhafte und weitgehend ungehinderte Überwachung durch die NSA habe er nicht mehr tragen wollen. Er vergleicht die moderne Datensammlung der Geheimdienste ohne Gerichtsbeschluss mit den anhaltslosen Durchsuchungen der Engländer in den Kolonien im 18. Jahrhundert. Deshalb seien die Bürger in den Krieg gegen die Kolonialmacht England gezogen. Und deshalb gebe es die US-Verfassung, gegen deren Grundsätze die NSA jetzt wieder verstoße. Die geheimen Gerichte (Foreign Intelligence Surveillance Court, Fisc) seien zu Handlangern der Geheimdienste geworden, sagte Snowden. Sie würden nicht ihre Aufgabe erfüllen, sondern würden von der NSA manipuliert.

Er halte die gegenwärtige Überwachung für eine direkte Bedrohung für die Demokratie. Es sei egal, ob der Überwachte ein Terrorist sei oder der Papst. Erst bei einer nachweisbaren Bedrohung sollte eine Person gezielt ausgespäht werden. Die Privatsphäre eines jeden Mensch weltweit sei ein universales Recht, so Snowden.

Mehr Daten von US-Bürgern als von Russen

Im Oktober 2012 habe er zwei Vorgesetzten und 15 Mitarbeitern gezeigt, was sich über das Abfragewerkzeug Boundless Informant alles abfragen lässt. Einige seien erschrocken gewesen, wie viele Informationen von US-Bürgern in den Datenbanken gesammelt worden sind - viel mehr als über Russen zum Beispiel. Was würde passieren, wenn die Öffentlichkeit davon erfahren würde, habe er immer wieder gefragt. Snowden habe auch auf die internen Sicherheitsrisiken hingewiesen. Er habe selbst das Vieraugenprinzip bereits 2009 vorgeschlagen, das die NSA nach den ersten Veröffentlichungen der Snowden-Dokumente dann umgesetzt hat. Die NSA bestreitet, dass es diese Unterhaltungen gegeben hat und entzieht damit Snowden den Status eines Whistleblowers, der ihm besonderen Schutz nach US-Recht garantiert.

Dass er jetzt in Russland festsitzt, sei nicht so gewollt, sagte Snowden. Er wollte tatsächlich nach Lateinamerika weiterreisen, bevor die US-Regierung seinen Pass für ungültig erklärte. Er sei auch nicht zu den Russen übergelaufen, es gebe keine Abkommen mit ihnen. "Wenn ich überhaupt übergelaufen bin, dann von der Regierung zur Öffentlichkeit."

"Es geht nicht um mich"

Im Dezember 2012 habe Snowden erste Kontakte zu Journalisten geknüpft, habe aber noch keine Interna weitergegeben. Bis April 2013 habe er weitere Kollegen dem sogenannten Front-Page-Test unterzogen. Was würden sie davon halten, wenn Informationen auf der ersten Seite einer Zeitung erscheinen würden?

Kurz bevor er die ersten Dokumente im Frühjahr 2013 an Journalisten weitergab, wägte er noch sein persönliches Risiko ab. Er empfand seine eigene Angst als egoistisch. Es sei nur die Angst geblieben, die Öffentlichkeit würde sich nicht dafür interessieren. Die darauf folgenden Reaktionen haben ihn glücklich gemacht, sagte Snowden während des zweitägigen Interviews vor wenigen Tagen. "Egal was andere sagen, es geht nicht um mich."

Für weitere Hintergründe zur NSA-Affäre aktualisiert Golem.de fortlaufend diese beiden Artikel:

Chronologie der Enthüllungen

Glossar zur NSA-Affäre

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Ipa 26. Dez 2013

Du verpasst auch nicht viel ohne Smartphone, alles was du am Handy machen kannst, kannst...

oBsRVr666 25. Dez 2013

... wird sich nichts ändern. Aber wer hat schon Lust auf zu stehen und sein Leben auf's...

KeysUnlockTheWorld 25. Dez 2013

Schwarz als kleineres Übel? Viel zu wenige wissen von der Bilderberger Konferenz, Ihren...

Paykz0r 24. Dez 2013

ich denke auch nicht das diese Einträge sich auf alle über tragen lässt. man muss auch...

Hotohori 24. Dez 2013

Ja, das ist typisch breite Masse, schauen sich solche Filme an, nennen es eine gute...


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