Edge Foundation: Die spannendsten Neuigkeiten in der Wissenschaft 2015

Jedes Jahr stellt John Brockman, Gründer der Edge Foundation(öffnet im neuen Fenster) , den Intellektuellen Amerikas eine Frage und erhält etwa Essays als Antwort. Dieses Jahr hieß die Frage "Was war zuletzt die interessanteste wissenschaftliche Neuigkeit, und was macht sie wichtig?" Knapp 200 Antworten sind bereits eingetroffen und auf der Website abrufbar. Sie sind vielfältig, und manche interpretieren die Frage recht weit.
Für den Komplexitätsforscher Samuel Arbesman(öffnet im neuen Fenster) etwa ist es die Verbesserung der Wettervorhersagen, von der die Öffentlichkeit kaum Notiz nimmt. Der Grund dafür sind schnellere Computer und verbesserte Algorithmen. Für ihn(öffnet im neuen Fenster) ist es auch ein Zeichen für die Verbesserung im Umgang mit komplexen Problemen.
Dragonfly Observatory kommt mit geringem Budget aus
Der Physiker und Mathematiker Freeman Dyson(öffnet im neuen Fenster) , bekannt für die Dyson-Sphäre(öffnet im neuen Fenster) und das Projekt Orion(öffnet im neuen Fenster) , nennt das Dragonfly Observatory(öffnet im neuen Fenster) als ein Beispiel für wissenschaftliche Anlagen, die ihre Erkenntnisse mit weniger Aufwand und Ausgaben erlangen als früher nötig gewesen wären. Etwa 50 Zwerggalaxien, Begleiter unserer Milchstraße, wurden mit zehn kleinen Teleskopen gefunden. Das Budget dafür betrug nur 200.000 US-Dollar, und so plädiert er dafür(öffnet im neuen Fenster) , einen größeren Teil des Wissenschaftsbudgets für solche kleineren Projekte zur Verfügung zu stellen.
Der Soziologe und Arzt Nicholas A. Christakis(öffnet im neuen Fenster) nennt den Vorbeiflug am Pluto als interessanteste Neuigkeit. Dabei geht es ihm(öffnet im neuen Fenster) aber nicht um die wissenschaftlichen Erkenntnisse. Obwohl die Erkenntnisse neu sind, werden sie in der Öffentlichkeit viel weniger wahrgenommen. Sie wirken nur noch wie ein Schlagloch auf der Straße, das bald vergessen ist.
Wissenschaftler halten sich nicht an Standards
Die Psychologin Judith Rich Harris(öffnet im neuen Fenster) beschäftigten vor allem die Probleme der Wissenschaft an sich, vor allem in der Medizin und Psychologie. Wissenschaftliche Erkenntnisse ließen sich nur in einem Drittel der Fälle reproduzieren, schreibt sie(öffnet im neuen Fenster) . In anonymen Umfragen gab mehr als die Hälfte der Wissenschaftler an, wissenschaftliche Standards wie die Nennung aller abhängigen Variablen nicht einzuhalten. Jeder Sechste gab zu, Umfragen und Untersuchung vorzeitig abzubrechen, wenn die Resultate dem erwarteten Ergebnis entsprechen.
Sobald alle Antworten eingetroffen sind, werden sie als Buch erscheinen und später auch auf Deutsch übersetzt. Die jährliche Frage wird seit 1998 gestellt. Alle Antworten, auch zu früheren Fragen, können auf der Webseite(öffnet im neuen Fenster) gelesen werden. Darunter etwa " Welche Konzepte sollten aus der Wissenschaft verschwinden?(öffnet im neuen Fenster) " aus dem Jahr 2014, " Wovor sollten wir Angst haben?(öffnet im neuen Fenster) " von 2013, " Was wird alles ändern?(öffnet im neuen Fenster) " von 2009 oder 2001: " Was nun?(öffnet im neuen Fenster) " .