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Zielgerichtet an den Rand

Nachdem in der Geschichte der IT-Rechen- und Speicherressourcen zunächst im Mainframe konzentriert, dann im PC via Client-/Server-Modell weiterverteilt, anschließend im Rechenzentrum wieder gebündelt wurden, folgt nun mit Edge Computing wieder eine Phase der Verteilung. Edge Computing beschreibt - einfach ausgedrückt - Rechenleistung vor Ort, in der Nähe der Datenquelle. Das Thema ist in der IT nicht neu, meinte aber früher oft die IT-Ausstattung in den Außenstellen beziehungsweise Filialen von Unternehmen. Dagegen geht es heute primär um die Bedienung von verteilten Datenquellen im Rahmen von IoT mit angemessener Rechenkapazität. Einige Hersteller wie beispielsweise Cisco verwenden zur klareren Unterscheidung - wohl aber auch aus marketingtechnischen Gründen - den Begriff Fog Computing. In einer hierarchischen Rechnerarchitektur kommen dem Edge oder der Fog-Node eine Reihe wichtiger Aufgabe zu:

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  2. DLR Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Köln

  • Entscheidung, was sofort lokal verarbeitet werden muss
  • Verarbeitung basierend auf der Entscheidung
  • Signalisierung an das Endgerät, basierend auf der Verarbeitung
  • Aufbereitung von rechenzentrumsrelevanten Infos und Versand

Die besondere Herausforderung liegt dabei darin, zum Teil sehr spezielle und rechenintensive Aufgaben, die eigentlich für das Rechenzentrum prädestiniert wären, vor Ort an den neuralgischen Punkten vorzuhalten - beim autonomen Fahren beispielsweise im Fahrzeug selbst. Dafür muss das Rad nicht grundsätzlich neu erfunden werden, aber Themen wie Energieeffizienz, Robustheit oder kleine Formfaktoren sind am Edge noch elementarer als im Rechenzentrum. Und wenn im Rahmen von industriellen Steuerungen IT und OT (Operational Technology) aufeinander treffen, gilt es völlig neue Herausforderungen zu adressieren. Insbesondere gilt dies für das Thema Sicherheit. Klassische OT-Komponenten waren in der Regel proprietär und isoliert - Schutzmechanismen und Update-Prozesse, wie in der IT lange gang und gäbe, nicht erforderlich und damit unbekannt.

Partnerschaften und Allianzen

IT-Ausrüster haben im Edge-Computing längst ein sehr lukratives Business für sich entdeckt. Allerdings sind selbst die größten nicht in der Lage, alle damit zusammenhängenden Probleme in Eigenregie zu lösen. Deswegen werden derzeit fleißig Partnerschaften geschlossen und Allianzen aufgesetzt. Auf dem letzten Mobile World Congress in Barcelona schloss beispielsweise VMware einen großen Deal mit Harman, der genau auf die Verschmelzung von IT und OT zielt. Gateways, Sensoren, Edge-Analytics und OTA-Technologien (Over The Air) von Harman sollen in Kombination mit End-to-End IT-Betriebsmanagement und Edge-Lösungen von VMware einfache, skalierbare und sichere IoT-Lösungen ermöglichen. Partnerschaften nach ähnlichem Muster gibt es inzwischen immer häufiger.

Auch erste große Industriebündnisse wurden bereits in Sachen IoT/Edge geschlossen. Dell EMC etwa engagiert sich stark bei EdgeX Foundry, einem Open-Source-Projekt für einheitliches Edge-Computing. Dell EMC war neben AMD, Analog Devices, Foghorn und VMware unter den rund 50 Initiatoren des Projekts, dessen Ziel ein großes Plug-and-Play-Ökosystem ist. Komponenten verschiedener Hersteller sollen sich hier schnell und einfach zu sicheren und skalierbaren IoT-Lösungen kombinieren lassen. Ähnliche Ziele verfolgt das Edge Computing Consortium (ECC), allerdings nicht auf Open-Source-Basis, sondern mit eigener Technik. Diese wird derzeit unter der Ägide von Huawei Technologies, dem Shenyang Institute of Automation der Chinese Academy of Sciences, der Chinese Academy of Information and Communications Technology (CAICT), der Intel Corporation, von ARM und Isoftstone entwickelt.

Bei der Technik geht es neben der adäquaten Ausstattung mit Rechen-, Speicher- und Kommunikationsressourcen vor allem um die Verwaltung. Alles, was Administratoren nicht physisch unter Kontrolle haben, ist ihnen suspekt. Hersteller sind somit aufgerufen, ihre Edge-Komponenten zumindest virtuell von zentraler Stelle aus konfigurierbar zu machen. Die Einbindung in ein zentrales Managementsystem ist hier ein großes Plus. Geschieht das im Rahmen eines Cloud-Verbunds, erscheinen die Edge-Knoten als zentral zu managende Erweiterungen des Rechenzentrums.

Mit dem durch das IoT getriebenen Edge Computing verändert sich die grundlegende Architektur von Netzwerken. Gelingt die Neugestaltung, locken echtzeitfähige Response-Zeiten und Ausdehnung der Security- und Datenschutz-Policies auf das IoT als Lohn. Die Verteilung von IT-Ressourcen auf verschiedene Knotenpunkte sorgt zumindest in zeitlich begrenztem Umfang für Unabhängigkeit von den Diensten vom zentralen Rechenzentrum.

 Edge Computing: Randerscheinung mit zentraler Bedeutung
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Basstler 24. Sep 2017

... Die höhere 'Intelligenz' an der Edge - sprich mehr Rechenpower - wird eher...

Basstler 24. Sep 2017

Zum Glück korrekt. Anderseits, die Rechenleistung ganz unten explodiert inzwischen...

Basstler 24. Sep 2017

... Klares jein -> HART ;-) https://de.wikipedia.org/wiki...

neocron 19. Sep 2017

nichts ... deshalb steht im Artikel auch: "Das Thema ist in der IT nicht neu [...]" nun...

neocron 19. Sep 2017

steht hinten dran: "Und auch hier sind die im Rahmen der Übertragung entstehenden...


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