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Eden ISS: Raumfahrt-Salat für Antarktis-Bewohner

Wer in der Antarktis überwintert, träumt irgendwann von frischem Grün. Bei der Station Neumayer III hat das DLR vor einem Jahr ein Gewächshaus in einem Container aufgestellt, in dem ein Forscher Salat und Gemüse angebaut hat. Das Projekt war ein Test für künftige Raumfahrtmissionen. Der verlief erfolgreich, aber nicht reibungslos.

Ein Interview von veröffentlicht am
Paul Zabel erntet Kohlrabi in der Antarktis: "Das kam gut an bei der Besatzung."
Paul Zabel erntet Kohlrabi in der Antarktis: "Das kam gut an bei der Besatzung." (Bild: DLR/CC-BY 3.0)

Polarlicht und Pinguine, aber auch Stürme und eisige Temperaturen: Ein Aufenthalt in der Antarktis ist etwas Besonderes. Ein Jahr hat Paul Zabel, Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), in der deutschen Polarforschungsstation Neumayer III verbracht - und Weltraumforschung betrieben: Er hat getestet, wie sich künftige Kolonisten auf dem Mond oder dem Mars künftig mit frischem Gemüse versorgen können.

Inhalt:
  1. Eden ISS: Raumfahrt-Salat für Antarktis-Bewohner
  2. Viel Gemüse, aber keine Erdbeeren
  3. Technische Probleme
  4. Gemüse für die nächsten Überwinterer

Für das Projekt Eden ISS haben die Forscher vom Institut für Raumfahrtsysteme des DLR in Bremen ein Gewächshaus entwickelt, in dem Nutzpflanzen ganz ohne Erde und Sonnenlicht wachsen. Die Idee ist, das Gewächshaus auf den Mond oder den Mars vorauszuschicken. Es soll sich entfalten, die Pflanzenzucht beginnt, von der Erde aus ferngesteuert. Wenn die Raumfahrer ankommen, können sie gleich Salat oder Gemüse ernten. Den Anbau hat Zabel in der Antarktis getestet: Das Gewächshaus ist in zwei 20 Fuß-Containern untergebracht, die in der Nähe der Station aufgebaut sind. Die Pflanzen wachsen dort unter künstlichem Licht, das in Intensität und Farbe den Stadien des Wachstums angepasst werden kann. Nährstoffe erhalten die Pflanzen über eine Nährlösung.

Das DLR wertet das Projekt als Erfolg: Zwar funktionierte das System nicht ganz so reibungslos, wie sich die Bremer Forscher das vorgestellt hatten. Doch es habe sich gezeigt, dass die Technik funktioniere, sagte Projektleiter Daniel Schubert auf einer Pressekonferenz anlässlich Zabels Rückkehr. Je nach dem Budget, das dem DLR zur Verfügung gestellt werde, könnte ein funktionsfähiges Weltraumgewächshaus in zehn bis zwanzig Jahren einsatzbereit sein.

Mehrere Hundert Kilogramm Biomasse hat Zabel in dem Jahr geerntet. Einiges davon hat er in Form tiefgefrorener Proben zurückgebracht, sie sollen in den kommenden Monaten ausgewertet werden. Das meiste davon aber verschwand in den Mägen der dankbaren, zehnköpfigen Neumayer-Besatzung.

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Golem.de: Herr Zabel, wie war es im kalten Süden?

Paul Zabel: Es war großartig. Ein Jahr lang dort zu leben, ist schon eine einzigartige Erfahrung. Man hat Erlebnisse, die man hier in Deutschland im normalen Leben nie bekommen würde.

Golem.de: Was war so besonders?

Zabel: Zum Beispiel bei minus 40 Grad draußen zu sein und längere Zeit draußen zu arbeiten - das kann man ja so in Deutschland gar nicht erleben. So viele Sterne nachts zu sehen, was in der Zivilisation mit dem ganzen Licht gar nicht mehr möglich ist. Zu den Pinguinen zu fahren, zu sehen, wie die Babypinguine schlüpfen und sich entwickeln. Jeder Sturm ist faszinierend, weil jeder anders ist. Danach ist jedes Mal die Umgebung der Station verändert, es entstehen neue Schneehügel, alte sind weg. Es ist faszinierend zu beobachten, wie sich Landschaft um die Station über ein Jahr verändert.

Golem.de: Wie sah Ihr Alltag aus?

Zabel: Der Alltag war ganz normal: Ich bin früh aufgestanden, habe meistens vormittags im Labor und im Büro gearbeitet, geschaut, ob das Gewächshaus funktioniert hat und über Nacht nichts ausgefallen ist. Nach dem Mittagessen bin ich dann immer ins Gewächshaus gegangen und war dann den ganzen Nachmittag dort. Ich habe entweder geerntet oder ausgesät oder Experimente durchgeführt.

Viel Gemüse, aber keine Erdbeeren 
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Dino13 16. Jan 2019

Jetzt müssen nur noch Nüsse allen schmecken und keiner darf allergisch darauf sein...

PaulB 15. Jan 2019

Naja das authentische Szenario haben jetzt die Chinesen, dort keimen die ersten Samen auf...

Lanski 15. Jan 2019

Gutes Argument, Kurz Tür auf und einmal Durchzug is da nich drin. :D

wp (Golem.de) 15. Jan 2019

Das Projekt ist ja noch eine irdische Angelegenheit, und auf der Erde sind die 20- oder...

DeathMD 15. Jan 2019

Passend dazu gibt es auf ARTE gerade einen Themeschwerpunkt zum Mond, wo auch das Projekt...


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