• IT-Karriere:
  • Services:

Ecuador: Bienvenido, Señor Assange

Julian Assange ist Ecuadorianer, obwohl er das Land noch nie gesehen hat. Weil Großbritannien ihn aber nicht als Diplomaten akzeptiert, verharrt der Wikileaks-Gründer weiter in der Botschaft in London.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Julian Assange im Fußballtrikot Ecuadors
Julian Assange im Fußballtrikot Ecuadors (Bild: Twitter.com)

Das südamerikanische Land Ecuador hat einen prominenten und weltweit umstrittenen Staatsbürger mehr: Wie am Donnerstag bekannt wurde, besitzt Wikileaks-Gründer Julian Assange seit Dezember 2017 die Staatsbürgerschaft des Landes. Ein schnelles Ende von Assanges fünfeinhalbjährigem Aufenthalt in der ecuadorianischen Botschaft in London ist aber immer noch nicht abzusehen. Eine Bitte der Regierung Ecuadors um einen Diplomatenstatus für den 46 Jahre alten Australier lehnte das britische Außenministerium ab. Mit einem solchen Status hätte er bei Verlassen der Botschaft einer Festnahme entgehen und zum Londoner Flughafen fahren können.

Stellenmarkt
  1. Stadtverwaltung Bretten, Bretten
  2. ITERGO Informationstechnologie GmbH, Düsseldorf

"Ecuador weiß, dass der Weg zur Lösung der Angelegenheit ist, dass Julian Assange die Botschaft verlässt und sich der Justiz stellt", teilte am Donnerstag ein Sprecher des britischen Außenministeriums mit. Daher sei ein Ersuchen des Landes zurückgewiesen worden. Großbritannien wirft Assange lediglich einen Verstoß gegen Kautionsauflagen vor.

Schweden hatte die Ermittlungen wegen Vergewaltigungsvorwürfen im Mai 2017 eingestellt. Die USA machen Assange für die Veröffentlichung von geheimen US-Dokumenten aus den Kriegen in Afghanistan und im Irak über die Plattform Wikileaks verantwortlich. Dort soll eine Grand Jury gegen Assange wegen des Verrats von Staatsgeheimnissen ermitteln. Beobachter weisen jedoch darauf hin, dass es keine öffentliche Anklage gegen Assange in den USA gebe und die Wahrscheinlichkeit gering sei, dass er ausgeliefert werde.

Pass Ende Dezember ausgestellt

Im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 veröffentlichte Wikileaks zudem möglicherweise von russischen Hackern gestohlene E-Mails der Demokratischen Partei und schadete damit der gegen Donald Trump unterlegenen Hillary Clinton. Zeitweise wurde Assange in der Zeit in der Botschaft der Internetzugang gekappt.

Einem Bericht der Zeitung El Universo zufolge wird der Wikileaksgründer inzwischen als Julian Paul Assange mit der Nummer 1729926483 im Zivilregister des südamerikanischen Landes geführt. Assange habe im September 2017 die ecuadorianische Staatsbürgerschaft beantragt, sagte Außenministerin María Fernanda Espinosa am Donnerstag in Quito. Dem Zeitungsbericht zufolge wurde der Pass am 21. Dezember 2017 ausgestellt.

In Pichincha eingebürgert

Unter dem linken Präsidenten Rafael Correa wollte Ecuador mit dem Asyl für den wegen seiner Veröffentlichungen umstrittenen Assange unterstreichen, dass man eine Politik der "Verteidigung von Menschenrechten" verfolge und politisch Verfolgten Schutz gewähre. Correas Nachfolger Lenín Moreno würde den Zustand gerne beenden - das Asyl und dessen Kosten führen immer wieder zu innenpolitischem Streit. Mit der Vergabe der Staatsbürgerschaft gewährt Ecuador nun nicht mehr einem fremden Staatsbürger Asyl, sondern schützt einen eigenen Bürger in der Botschaft.

Assange veröffentlichte bei Twitter ein Foto, auf dem er das Trikot der Nationalmannschaft des südamerikanischen Landes trägt. Die Anfangsziffer 17 in Assanges Ausweisnummer wird eigentlich an Ecuadorianer vergeben, die in der Hauptstadtprovinz Pichincha geboren wurden. Die Ausweisnummern von Ausländern, die mindestens seit fünf Jahren im Land leben, beginnen mit 30.

Assange will sich raushalten

Die ecuadorianische Regierung hatte mitgeteilt, sie strebe ein Vermittlungsverfahren an, um den Aufenthalt Assanges zu beenden. Außenministerin Espinosa sagte in Quito, man stehe in "ständigem Kontakt" mit der britischen Regierung. "Wir haben ein enormes Interesse, eine endgültige Lösung für den Fall Assange zu erreichen", sagte sie. Eine Person oder ein Drittland könnte vermitteln - die harte Haltung Londons macht auch diese Option unwahrscheinlich. In einer offiziellen Stellungnahme hieß es am Mittwoch, Assange habe auf Bitte der ecuadorianischen Regierung zugesagt, sich nicht in die Angelegenheit zu seinem Asyl-Status einzumischen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. täglich neue Deals bei Alternate.de

Der Held vom... 16. Jan 2018

Das denke ich auch. Ob er allerdings nur wegen dieser Opferrolle freiwillig in der...

Anonymer Nutzer 14. Jan 2018

Im Laufe des letzten Präsidentschaftswahlkampfs in den USA hat Wikileaks (Assange...

quineloe 13. Jan 2018

War das als Kredit vereinbart? Albern ist es, ihn deswegen weiterhin zu verfolgen, wenn...

Kondom 12. Jan 2018

Das würde ja wahrscheinlich eh vor einem US Geheimgericht verhandelt werden, also wird es...

Seismoid 12. Jan 2018

Logisch, Mr. Spok!


Folgen Sie uns
       


Smarte Jeansjacke von Levis ausprobiert

Das Trucker Jacket mit Googles Jacquard-Technologie hat im Bund des linken Ärmels eingewebte leitende Fasern. Diese bilden ein Touchpad, das wir uns im Test genauer angeschaut haben.

Smarte Jeansjacke von Levis ausprobiert Video aufrufen
Radeon RX 5600 XT im Test: AMDs Schneller als erwartet-Grafikkarte
Radeon RX 5600 XT im Test
AMDs "Schneller als erwartet"-Grafikkarte

Für 300 Euro ist die Radeon RX 5600 XT interessant - trotz Konkurrenz durch Nvidia und AMD selbst. Wie sehr die Navi-Grafikkarte empfehlenswert ist, hängt davon ab, ob Nutzer sich einen Flash-Vorgang zutrauen.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Grafikkarte AMD bringt RX 5600 XT im Januar
  2. Grafikkarte Radeon RX 5600 XT hat 2.304 Shader und 6 GByte Speicher
  3. Radeon RX 5500 XT (8GB) im Test Selbst mehr Speicher hilft AMD nicht

Lovot im Hands-on: Knuddeliger geht ein Roboter kaum
Lovot im Hands-on
Knuddeliger geht ein Roboter kaum

CES 2020 Lovot ist ein Kofferwort aus Love und Robot: Der knuffige japanische Roboter soll positive Emotionen auslösen - und tut das auch. Selten haben wir so oft "Ohhhhhhh!" gehört.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Orcam Hear Die Audiobrille für Hörgeschädigte
  2. Schräges von der CES 2020 Die Connected-Kartoffel
  3. Viola angeschaut Cherry präsentiert preiswerten mechanischen Switch

Digitalisierung: Aber das Faxgerät muss bleiben!
Digitalisierung
Aber das Faxgerät muss bleiben!

"Auf digitale Prozesse umstellen" ist leicht gesagt, aber in vielen Firmen ein komplexes Unterfangen. Viele Mitarbeiter und Chefs lieben ihre analogen Arbeitsmethoden und fürchten Veränderungen. Andere wiederum digitalisieren ohne Sinn und Verstand und blasen ihre Prozesse unnötig auf.
Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel

  1. Arbeitswelt SAP-Chef kritisiert fehlende Digitalisierung und Angst
  2. Deutscher Städte- und Gemeindebund "Raus aus der analogen Komfortzone"
  3. Digitalisierungs-Tarifvertrag Regelungen für Erreichbarkeit, Homeoffice und KI kommen

    •  /