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Ecoworks: Hightech-Methode zur Dekarbonisierung von Gebäuden

Statt Sanierungsarbeiten vor Ort vorzunehmen, kann die Gebäudefassade auch in einer Fabrik gefertigt werden. Ein Berliner Start-up hat eine Methode dazu.
/ Patrick Klapetz
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Der Bauvorgang bei Ecoworks an einem Projekt in Bochum (Bild: Ecoworks)
Der Bauvorgang bei Ecoworks an einem Projekt in Bochum Bild: Ecoworks

Mit digitalen Technologien, KI und Industrierobotern arbeitet das Berliner Klima-Start-up Ecoworks(öffnet im neuen Fenster) an energieeffizienten Gebäuden. Um bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, müssen Millionen von Gebäuden renoviert werden. Viele weisen laut Ecoworks die Energieeffizienzklasse E oder schlechter auf, wie Techcrunch berichtete(öffnet im neuen Fenster)

Zwar können Neubauten bereits energieeffizient geplant werden. Vorhandene Gebäude in Städten sind jedoch eine Herausforderung. Die meisten werden noch mit fossilen Brennstoffen beheizt. Sie abzureißen, um an ihrer Stelle hoch energieeffiziente Alternativen zu errichten, wäre nicht nur teuer – der Neubau verursacht auch zusätzliche Kohlenstoffemissionen.

"In Europa müssen wir bis 2030 sechs Billionen Euro in die Renovierung investieren, aber der Sektor selbst wird es nicht tun", erklärt Emanuel Heisenberg – CEO und Mitbegründer von Ecoworks. Deshalb arbeite das Start-up an der Automatisierung und Verlegung der Arbeiten in Fabriken.

Modernisierung automatisieren

Ziel ist die intelligente Nachrüstung von Wohnblocks. An der Außenseite bestehender Gebäude werden vorgefertigte Dämmplatten angebracht, um den Wärmeverlust zu begrenzen. Gleichzeitig werden dekarbonisierte Heizsysteme installiert. Die vorgefertigte Verkleidung wird in großen Paneelen zusammengesteckt. Diese können etwa mit integrierten Fenstern ausgestattet sein oder Außenmerkmale wie Balkone haben.

Die Gebäudehülle verringert den Wärmeverlust und enthält die erforderlichen Rohrleitungen und Kabel für die Versorgung mit neuer, mit sauberer Energie betriebener Heiztechnik. Die Methode ermöglicht es, vorhandene Heizkörper im Haus zu verwenden, anstatt sie herauszureißen.

Die Fassaden bestehen aus biobasierten Materialien wie Holz. Allerdings sind die Fensterbänke aufgrund der zusätzlichen Dicke etwas tiefer. Dadurch kann der natürliche Lichteinfall in einigen Räumen geringfügig reduziert werden. Auf dem Dach werden PV-Solarzellen installiert, welche die im Keller des Gebäudes installierten Wärmepumpen antreiben.

Anscheinend schnelle Umsetzung mit wenig Störfaktor

Laut Heisenberg soll der Primärenergiebedarf um 85 bis 90 Prozent durch den Einsatz des Systems gesenkt werden. "Am Ende produzieren diese Gebäude mit der Fotovoltaikanlage auf dem Dach mehr Energie, als die Mieter für Warmwasser, Heizung und Strom verbrauchen", sagte er Techcrunch.

Langfristig sollen die Software und Methoden für das Konzept lizenziert werden, um auch außerhalb vom deutschen Markt agieren zu können. Der gesamte Bauprozess dauert bisher 15 Wochen, da auch die Baustelle für die Renovierung vorbereitet werden muss.

Bewohner der Gebäude müssen während der Umrüstung nicht ausziehen – es sind lediglich ein paar Tage Zutritt zu jeder Wohnung erforderlich, um die alten Fenster herauszuschneiden und die Rohrleitungen auf die neue Wärmequelle umzustellen. Bisher modernisierte das Unternehmen 20 bis 25 Wohnungen mit der Methode.


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