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Ecovacs Deebot X2 Omni im Test: Der Eckige läuft noch nicht rund

Ecovacs will mit seinem eckigen Modell besser in die Ecken kommen als gängige Saug- und Wischroboter . Dumm nur, dass der X2 Omni irgendwie zu denken scheint, er sei rund.
/ Berti Kolbow-Lehradt
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Putzen eckige Saug- und Wischroboter besser? Das muss der Ecovacs Deebot X2 im Test beweisen. (Bild: Berti Kolbow-Lehradt)
Putzen eckige Saug- und Wischroboter besser? Das muss der Ecovacs Deebot X2 im Test beweisen. Bild: Berti Kolbow-Lehradt

Zimmerecken und Fußleisten sind für Saug- und Wischroboter ein herausfordernder Einsatzort. Mit ihrer meist runden Form kommen sie dort schlecht hin und lassen Schmutz liegen. Ecovacs' neues Top-Modell Deebot X2 Omni soll mit einer ungewöhnlichen Bauweise diese letzten unberührten Rückzugsräume von Wollmäusen erreichen.

Anders als Dreame beim L20 Ultra (Test) setzt der Hersteller nicht auf akrobatische Wischmopptricks, sondern auf eine eckige und niedrigere Gehäuseform.

Dadurch soll die Hightech-Reinigungskraft besser in Nischen und unter noch flacheren Möbeln putzen. Anhand neuer Navi-Algorithmen und einer tiefergelegten, aber breiteren Sensoreinheit, findet sie sich laut Ecovacs genauso gut in Engstellen zurecht und windet sich daraus heraus wie runde Geräte. Auch an der App-Bedienung und der Sprachassistenz Yiko hat der Hersteller gefeilt.

Designgehäuse auf Schrumpfkurs

Nach dem Trend zu riesigen Selbstreinigungsstationen könnte es wieder mehr Richtung Kompaktheit gehen. Der X2 ist jedenfalls nicht nur eckig, sondern mindestens in einer Dimension sichtbar geschrumpft. Die Kantenlängen betragen 32 und 35 cm. Der runde X1 hat wie die meisten anderen Roboter einen Durchmesser von 36 cm. Laut Ecovacs soll das neue Gerät allein durch diese Schrumpfkur 30 mm oder 45 Prozent näher als der X1 in die Ecken kommen.

Zudem ist der neue Deebot flacher. Vom Reifenprofil bis zur Deckplatte misst er 9,5 cm. Dadurch passt er auch unter besonders niedrige Kommoden oder Sofas, das vorherige Modell war fast einen Zentimeter höher.

Dafür hat Ecovacs den Aussichtsturm mit den rotierenden dToF- und LDS-Sensoren abgebaut. Stattdessen sollen zwei Lidar-Sensoren an der Stirnseite für Durchblick sorgen. Sie schmiegen sich von vorne betrachtet von der Front um die Ecke zur rechten Flanke. Mit dieser Konstruktion betritt der Hersteller Neuland.

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Auch das Gehäuse der Selbstreinigungsstation ist kleiner. Mit einer Höhe von 52 cm ist es 5 cm niedriger als beim Vorgängermodell. Weil Breite und Tiefe von 44 und 39 cm nahezu identisch bleiben, handelt es zwar weiterhin um eine der größten erhältlichen Basisstationen. Doch immerhin wirkt sie optisch nicht mehr so wuchtig.

Die Ästhetik ist für einen Saug- und Wischroboter weiterhin auffällig schick. Es gibt den Roboter und die Basis in Schwarz oder Weiß mit silberfarbenen Akzentflächen. Für futuristische Ziereffekte sorgen blaue Leuchtdioden an der Station und im Y-Symbol der Roboter-Deckplatte. Letzteres steht für Ecovacs' Sprachassistenz Yiko.

Automatiken machen App komfortabler

Nach dem unverändert einfachen Aufbau von Station und Gehäuse sowie der Kopplung mit dem WLAN-Heimnetz mittels der Hersteller-App, fällt auf, dass Ecovacs am Bedienkonzept der Software gefeilt hat. Es ist weiter alles da, was Oberklasse-Modelle so bieten. Dazu gehören etwa eine Live-Karte in 2D und 3D, Regler für Saugkraft und Moppfeuchte, Wischintensität und Trockendauer in der Basisstation, Zeitpläne und manches mehr.

Neu ist ein stärkerer Fokus auf eine vollautomatische Steuerung, so wie auch schon beim Dreame L20 Ultra. Wer den Modus namens AI Intelligent Hosting per Kippschalter im Hauptmenü aktiviert, soll sich nicht um die Details der Reinigungseinstellungen kümmern müssen. Stattdessen wählt die Software diese dann selbst. Als Basis dienen ihr Infos über die Raumkategorien, die Bodenoberflächen, bisherige Reinigungsvorgänge und währenddessen erkannte Hindernisse.

Ferner haben eigenhändig belegte Schnellwahltasten einen prominenteren Platz im Hauptmenü erhalten. Dadurch lässt sich eine Putzroutine etwa in Küche und Esszimmer nach den Mahlzeiten bequemer starten. Tatsächlich machen der Vollautomatikmodus und Schnellwahltasten die schon lange umfangreiche, aber nicht immer übersichtliche Ecovacs-App für Neulinge zugänglicher.

Yiko 2.0 ist cleverer, braucht aber noch Nachhilfe

Ist die App nicht zur Hand, soll die Sprachassistenz Yiko in Version 2.0 eine noch einfachere mündliche Bedienung ermöglichen. Sie konnte schon bei der Premiere im X1 oder T20 (Test) mehr als Alexa oder Google Assistant, etwa den Roboter in mehreren Räumen auf einmal oder gezielt unter Möbeln putzen lassen.

Nun soll sie auch Konversationen mit Folgebefehlen oder kombinierte Kommandos mit Infos zu Räumen und Betriebseinstellungen beherrschen. Ferner hat Ecovacs ihr beigebracht, sich etwa "30 Grad nach links" oder "einen Meter voraus" dirigieren zu lassen. Statt zwingend einen Cloud-Kontakt zu benötigen, soll die Sprachassistenz Befehle auch offline verarbeiten können. Soweit die Theorie.

In der Praxis erweist sich Yiko zwar mitunter als cleverer, zu oft aber auch als noch viel eigensinniger als zuvor. Positiv fällt auf, dass der "Bei Fuß"-Modus zurück ist. Die drei Mikrofone des Roboters können die Schallquelle orten und dann dem Befehl "Komme her und putze hier" Folge leisten. Viel zu häufig reagiert sie aber erst nach wiederholten Rufen und versteht dann so manchen Befehl nicht. Das allgemeine Sprachverständnis von Yiko 2.0 zu Yiko 1.0 ist ein klarer Rückschritt.

Und wie hilfreich klappt die Offline-Bedienung? Für deutschsprachige Nutzer gar nicht. Fällt das Internet aus, lässt sich Yiko nämlich nur auf Englisch anreden und akzeptiert viel weniger Befehle als bei einer aktiven Verbindung zu Ecovacs-Cloudservern.

Nur noch Basiskommandos wie "Start cleaning" oder "Return to base station" stehen dann zur Verfügung. Immerhin ein Fortschritt: Lässt man die neue Yiko ausgeschaltet, ist sie es auch wirklich. Sie fühlt sich im Test nicht mehr versehentlich angesprochen und verzichtet auf Hinweise, dass sie ja übrigens ausgeschaltet sei.

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Ohne Cloud nicht smart

Schon an den unterschiedlichen Offline- und Online-Fähigkeiten Yikos zeigt sich: Richtig smart ist der Ecovacs Deebot X2 Omni im Test nur, wenn er mit dem Internet verbunden ist. Der App-Zugriff erfordert einen aktiven Kontakt zur Hersteller-Cloud, andernfalls ist sie nicht erreichbar. Dann lässt sich der Roboter nur an der Netztaste auf der Deckplatte in den Vollautomatikmodus versetzen und stoppen.

Ebenfalls unbedingt cloudpflichtig ist der Videomanager-Modus. Der X2 verfügt über eine Kamera, die in Fahrtrichtung herumliegenden Kleinkram erkennen soll. Im Nebenjob lässt sie sich aber auch als fahrende Überwachungskamera verwenden.

Der Live-Feed gelangt über das WLAN-Heimnetz und die Ecovacs-Webserver auf das Smartphone. Ein Passwortschutz und ein Sprachfeedback bei Start und Stopp der Aufnahme beugt unbemerktem Stalking vor. Dass das Unternehmen die Daten wirklich gut verschlüsselt, vor Fremdzugriff schützt und selbst sorgsam damit umgeht, erfordert einen Vertrauensvorschuss – wie immer bei cloudbasierten Diensten.

Ecovacs nutzt die Kameraaufnahmen laut eigenen Angaben nicht, um die KI-gestützte Kleinkramerkennung zu trainieren. Ein Werbeversprechen lautet, dass die Roboter-Software nicht nur durch Firmware-Updates, sondern auch durch Praxiseinsätze nachträglich dazulernt. Ein englischsprachiges FAQ-Dokument für die Medien legt nahe, dass dabei in der Cloud verarbeitete Nutzungsdaten einfließen. Auf Anfrage von Golem.de verneinte Ecovacs dies. Das Dazulernen gehe nicht mit einem Datenversand zu Webservern einher und funktioniere auch ohne Internetverbindung.

Der Eckige eckt an

  Wie in der aktuellen Oberklasse üblich, ist der X2 mit Laser-Sensoren und Kartensoftware ausgestattet, um sich systematisch durch den Raum zu navigieren. Statt dToF- und LDS-Sensoren kommt im neuen Gerät ein Lidar-Sensorduo zum Einsatz, das mit höherer Abtastrate besonders präzise und schnell auf eine veränderte Umgebung reagieren soll. Gleichzeitig hat Ecovacs mit der eckigen Gehäuseform und dem neuen Platz für die Sensoren stark in die Steuerungslogik eingegriffen. Das Ergebnis wirkt im Test unausgereift, die Bewegungsmuster zum Teil rätselhaft und ungelenk.

Zwar bewegt sich der Roboter in der Fläche zielsicher, doch in schmalen Bereichen erscheint er geradezu verwirrt. Immer wieder eckt er dort an, weicht zurück, wagt neuen Anlaufe und torkelt sich so im ruckeligen Stop-and-Go-Verfahren durch die Engpassstellen des Zuhauses. Die schwunghaften Drehbewegungen wirken so, als hätte der X2 im digitalen Rückenmark noch die Abläufe eines runden Roboters eingespeichert.

Dass ihm mangels Aussichtsturm die Rundumsicht fehlt und er am Heck gar nichts sieht, erweist sich hier offenbar als Nachteil. Während der vielfach erratischen Korrekturmanöver lässt er zusätzlich immer wieder einige Quadratzentimeter in Nischen aus.

Immerhin hält Ecovacs in einem Aspekt Wort: Tatsächlich verkeilt sich der X2 trotz des kantigen Gehäuses nirgends. Er findet aus Gefahrenzonen im Test immer einen Ausweg. Auch die Kantenfahrten gelingen ihm präzise. Allerdings biegt er auf die Geraden mit einem derart großen Wendekreis ein, dass er an den Ecken so manche Stelle ungeputzt lässt. Dabei sollten die doch gerade die Glanzstücke des neuen Geräts werden.

Zusätzlich zu seiner Position im Raum behält der Ecovacs Deebot X2 Omni auch den Weg vor sich im Blick. Eine Farbkamera und zwei Kreuzlaser sind dazu gedacht, ihn auf Kleinkram hinzuweisen und Ausweichmanöver zu initiieren. An dieser Technik hat Ecovacs augenscheinlich nichts geändert.

Dennoch erweist sie sich im Test als nicht so zuverlässig wie etwa im X1. Die Erkennungsleistung ist höchst ambivalent. Standardaufgaben wie Kabel, Hausschuhe und Socken umkurvt der Ecovacs Deebot X2 im Test mit Bravour. Einem Sektglas und Playmobilfiguren weicht er zunächst auch mehrere Male aus, schiebt sie schließlich aber doch vor sich her. Das Glas kippt um.

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Gerade zu tragisch ist das Resultat bei der Konfrontation mit einer Kot-Attrappe. Zunächst umrundet der X2 den braunen Haufen in seltsam vielen engen Kreisbahnen, berührt ihn aber nicht. Bei späteren Vorbeifahrten passiert er ihn ebenfalls ohne Kontaktaufnahme.

Erst als er fertig mit der Reinigung ist und sich schon auf dem Rückweg zur Station befindet, weicht er einer in die Nähe geschleppten Playmobilfigur aus und kracht dabei mit Karacho in den Kunststoffhaufen. Zugutehalten kann man Ecovacs, dass die Erkennung von Haustierkot ausdrücklich noch als "Laborfunktion" gekennzeichnet und bewusst zu aktivieren ist.

Guter Sauger ohne Vorteil in den Ecken

  Beim Saugen setzt sich der durchwachsene Eindruck des Ecovacs Deebot X2 Omni im Test fort. Er entfernt von Hartboden 88 Prozent und von Teppich 85 Prozent des Testschmutzmixes. Das ist ein guter Wert.

Doch andere Oberklasse-Geräte wie der Dreame L20 Ultra und der Roborock S8 Pro Ultra (Test) und selbst der günstigere Deebot T20 verputzen noch ein paar mehr Krümel. Dass Ecovacs' neues Top-Modell mit 8.000 Pascal in der Spitze eine viel höhere Saugkraft als die genannten Geräte bietet, erweist sich in der Praxis nicht als Vorteil.

Sowohl in der Mitte als auch am Rand lässt der X2 sichtlich Schmutz liegen. Die Ecken saugt er nach Lust und Laune. Einige ein bisschen, andere gar nicht. Von 20 dort ausgelegten Erbsen verleibt er sich sieben ein. Trotz der kantigen Form kann sich der Ecovacs-Neuzugang in dieser Hinsicht nicht entscheidend von anderen Geräten abheben.

Fast perfektes Wischergebnis

Die Wischleistung ist ein Lichtblick. Den angetrockneten Ketchup entfernt der Ecovacs Deebot X2 Omni im Test nach nur einem Durchgang fast vollständig. Nur minimale Rückstände bleiben. Der Deebot T20 und der Roborock Q Revo (Test) putzen in der Fläche noch etwas besser. Am Rand und in den Ecken wischt der X2 hingegen gründlicher als der Dreame L20 Ultra, der ebenfalls einen Fokus auf Ränder und Ecken setzt. Für alle praktischen Belange ist der X2 somit ein sehr guter Wischroboter.

Ebenfalls vorbildlich ist die Rücksichtnahme bei Einsätzen auf Teppichen. Die möchte man beim kombinierten Saugwischeinsatz in der Wohnung ja keinesfalls gewässert sehen. Um das zu verhindern, hebt ein Elektrolift die beiden rotierenden Mopps des Deebot X2 bis zu 15 Millimeter in die Luft. Selbst wenn man ein paar Millimeter für die Dicke der Mopps abzieht, bleibt genug Luft, um auch hohe Teppiche trocken zu lassen.

Warme Dusche für den Putzkomfort

Nach getaner Arbeit des Roboters bietet ihm seine Basisstation alle Facetten der Selbstreinigung. Den aufgesammelten Staub saugt die Station in einen Drei-Liter-Beutel, wo er ein paar Wochen zwischenlagert, sodass man sich nicht darum kümmern muss. Die Mopps befeuchtet und spült die Station je nach Einstellung alle 10, 15 oder 25 Minuten mit 55 Grad warmem Wasser.

So können die Zotteln viel mehr Schmutz aufnehmen. Nach dem Ende der Reinigungstour rubbeln die Mopps über ein Waschbrett mit Noppen und werden sehr sauber. Fürs Waschen bietet die Station vier Liter Frischwasser, die Plörre pumpt sie in einen 3,5 Liter großen Kanister.

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So hat man eine Weile seine Ruhe und muss nicht nach jedem Einsatz die Tanks auffrischen. Nach der warmen Dusche fönt die Station die Mopps zwei, drei oder vier Stunden lang, damit keine Gerüche entstehen.

Das alles funktioniert im Test einwandfrei. Diesen Komfort möchten wir nicht mehr missen. Kleines, aber praktisches Extra: Die Waschmulde lässt sich wie schon beim Deebot T20 entnehmen und unter dem Wasserhahn abspülen. So muss man nicht mit Lappen und Bürste in das Gehäuse kriechen, um Rückstände wegzurubbeln.

Akku reicht nicht lange auf höchster Saugstufe

Idealerweise säubert ein Saug- und Wischroboter das Zuhause in einem Rutsch und gönnt sich nicht zwischendurch viele zeitraubende Ladepausen. Ob das beim Ecovacs Deebot X2 Omni klappt, hängt von den gewählten Reinigungseinstellungen ab.

Die Akkukapazität hat Ecovacs auf 6.400 mAh erhöht. Üblich sind 5.200 mAh. Wählt man die höchste Saugstufe mit 8.000 Pascal reicht das trotzdem nicht für eine hohe Ausdauer. Unseren 60-Minuten-Test hält das Gerät nicht bis zum Ende durch. Nach 40 Minuten steht der Akku bei 19 Prozent Restladestand und legt eine Zwangsladepause ein.

Ganz anders sieht es aus, wenn wir mit den mittleren Einstellungen saugen und wischen. Dann verbleiben nach einer Stunde noch 69 Prozent Restladestand. Das ist ein Top-Wert. Dass der X2 in der Zeit nur die geringe Fläche von 28 Quadratmetern gereinigt hat, ist ein Wermutstropfen. In kurzer Dauer viele Räume reinigen, klappt damit nicht. Wenn es nicht auf die Minute und die höchste Saugkraft ankommt, geht die Akkuausdauer des X2 mehr als in Ordnung.

Ecovacs Deebot X2 Omni: Verfügbarkeit und Fazit

  Der Ecovacs Deebot X2 Omni ist für 1.399 Euro im Handel erhältlich. Eine Erstausstattung an Mopps, Bürsten und Saugbeuteln für die Basisstation gehört zum Lieferumfang. Ersatzmaterial fällt preislich nicht aus dem Rahmen. Es ist wegen der Verbreitung von Ecovacs-Geräten auch bei Drittanbietern günstig zu bekommen.

Der Preis des X2 liegt einen Hunderter unter unserer Referenz, dem Roborock S8 Pro Ultra. Die im Test für empfehlenswert befundenen Modelle Dreame L20 Ultra, Roborock Q Revo und auch der Deebot T20 sind allesamt teils deutlich günstiger. Für ein derart hoch bepreistes Oberklassegerät zeigt sich der Neuzugang in überraschend unterklassiger Form.

Die Saugleistung ist gut, die Wischleistung nach aktuellen Maßstäben nahezu einwandfrei. Aber andere Modelle leisten für weniger Geld das Gleiche oder Besseres. Die hohe Maximalsaugkraft und die eckige Gehäuseform wirken sich in der Praxis nicht spürbar positiv auf die Reinigungsleistung in der Fläche und den Ecken aus. Einen grundsätzlichen Vorteil gegenüber runden Modellen bestätigt unser Test nicht.

In puncto Navigation erweist sich die geänderte Bauweise kombiniert mit den an die Front versetzten Lidar-Sensorduo als Rückschritt. Der Roboter eckt häufiger an und braucht wegen umständlicher Ausweichmanöver länger als wir das von vergleichbaren Geräten in üblicher Konfiguration kennen.

Im Zuge dessen bleiben Stellen ungeputzt. Zudem ist mit mehr Gebrauchsspuren zu rechnen. Die KI-gestützte Kleinkram-Erkennung ist an sich auf hohem Niveau, sodass man sich um das vorherige Aufräumen eigentlich keinen Kopf machen muss. Doch wehe, man hat nicht-stubenreine Haustiere. Die Kollision mit der Kot-Attrappe trübt das schöne Bild.

Dass Ecovacs auch bei der Sprachassistenz Yiko einen Schritt vor und zwei zurück macht, kann man immerhin verschmerzen. Denn wiederum die App-Bedienung ist vorbildlich und wegen der besser zugänglichen Automatikfunktionen komfortabler geworden. Gar nichts zu meckern gibt es an der vorbildlichen Selbstreinigung der Basisstation. Auch das futuristische und gleichzeitig elegante Design von Roboter und Basis gehören zu dem schicksten, was der Markt hergibt.

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Mit neuen Ansätzen bei der Putzleistung in Ecken und unter Möbeln, bei der flexibleren Navigation in dynamischen Umgebungen und der natürlichen Sprachbedienung geht Ecovacs an sich drängende Problemzonen bei Saug- und Wischrobotern an.

Bei der Umsetzung hapert es jedoch. Alle genannten Schwachpunkte lassen sich per Software-Update beheben, sodass Besserung nicht ausgeschlossen ist. Bis dahin ist der Ecovacs Deebot X2 Omni nur dann zu empfehlen, wenn unwiderstehliches Design und eine starke App-Bedienung Priorität genießen, das Budget keine Rolle spielt und es bei Putz- und Navi-Leistung nicht auf die letzten Prozentpunkte Perfektion ankommt.


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