Economical Lunar Lander: China plant günstige Landefähre für den Mond
Auf der ersten Shanghai International Commercial Space Exhibition(öffnet im neuen Fenster) (12. bis 14. März 2026) hat die staatliche Shanghai Academy of Spaceflight Technology (SAST) den Prototyp einer neuen Mondlandefähre präsentiert.(öffnet im neuen Fenster) Das methanbetriebene Fahrzeug ist als wirtschaftlich attraktive Lösung für Transporte zur Mondoberfläche konzipiert.
Der Prototyp der Mondlandefähre (Economical Lunar Lander) besticht durch seine einfache Bauweise. Er verfügt über ein zentrales Triebwerk an der Unterseite und vier Landebeine. Die Struktur trägt zwei seitliche Flüssigsauerstofftanks sowie einen hervorstehenden Flüssigmethantank. Zahlreiche Versorgungsleitungen und Elektronikkomponenten sind für Wartungszwecke gut sichtbar an der Außenseite montiert.
Erster erfolgreicher Test und wenig Informationen
Trotz seiner einfachen Bauweise konnte der Lander-Prototyp seine Fähigkeiten während eines einminütigen Sprungtests im März 2026 beweisen. Zunächst hob der Prototyp senkrecht ab, verweilte einige Sekunden schwebend in der Luft und setzte dann zu seiner sanften motorisierten Landung an. Aus Sicherheitsgründen war das Fahrzeug mit einem Seil an einem Kran befestigt.
Details über das Raumfahrzeug sind kaum bekannt. Jedoch wurden Testzündungen mit der Lageregelung eines 300 Newton starken Schubantriebs bereits im Februar 2026 begonnen, teilte das Institut für Raumfahrtantriebe in Shanghai(öffnet im neuen Fenster) (Shanghai Institute of Space Propulsion), ein Teilbereich der SAST, mit.
Economical Lunar Lander: Mondlandung in weiter Ferne?
Damit die Landefähre tatsächlich zur Mondlandung antreten kann, müssen noch verschiedene Komponenten getestet werden. Dazu gehören die Komponenten für den Treibstoff und die Instrumente sowie die Schaffung von zusätzlichem Platz für kommerzielle Kunden, die Nutzlasten oder Experimente mitführen wollen.
Eine optimierte Grundkonstruktion zur Befestigung der Systeme, die für die Steuerung der Landefähre von der Mondumlaufbahn bis zur Oberfläche erforderlich ist, muss ebenfalls getestet werden. Ferner werden Mechanismen zum Ausfahren der Solarpaneele bei der Landung benötigt.
Mondlandung innerhalb von einer Woche
Obwohl der reguläre Betrieb noch in der Ferne liegt, plant die Shanghai Academy bereits drei Versionen der wirtschaftlichen Mondlandefähre. Das kleinste Modell ist für Nutzlasten bis 120 kg ausgelegt und ähnelt mit seinem Einzeltriebwerk dem aktuellen Prototyp. Bei einem Startgewicht von rund 2.000 kg könnte dieser Lander mit einer Trägerrakete vom Typ Lange-Marsch-8A auf den Weg zum Mond gebracht werden.
Die mittlere Ausführung verfügt über vier Triebwerke und kann bis zu 1.000 kg Nutzlast befördern. Bei einem Gesamtgewicht von 6.500 kg ist hierfür die Lange-Marsch-5 als Trägerrakete vorgesehen.
Das Schwerlastmodell hingegen ist für 5.000 kg Fracht ausgelegt und nutzt ein einzelnes, leistungsstärkeres Triebwerk. Um mit der künftigen Mondrakete Lange-Marsch-10 kompatibel zu sein, darf diese schwerste Version ein Startgewicht von 27.000 kg nicht überschreiten.
Die unbemannten Landefahrzeuge sind darauf ausgelegt, Fracht innerhalb einer Woche nach dem Start punktgenau zum gewünschten Zielort auf dem Mond zu liefern. Dieser Service soll rund 30 Prozent kostengünstiger(öffnet im neuen Fenster) sein als vergleichbare Lösungen.
Mit den Landefahrzeugen könnten längere astronautische Missionen auf der Mondoberfläche unterstützt werden. Sie könnten Fahrzeuge zum Abbau von Rohstoffen, Ausrüstung zur Unterstützung der menschlichen Erkundung sowie Roboter und Rover für die robotische Monderkundung transportieren.
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