Abo
  • Services:

Eckpunkte vorgestellt: 5G-Systeme nur von "vertrauenswürdigen Lieferanten" erlaubt

Die Bundesnetzagentur hat Eckpunkte für den künftigen Aufbau von Telekommunikationsnetzen wie 5G vorgestellt. Demnach müssen "kritische Kernkomponenten" überprüft und zertifiziert werden - sowohl die Hardware als auch der Quellcode.

Artikel veröffentlicht am ,
Huawei-Shop in Peking
Huawei-Shop in Peking (Bild: Thomas Peter/Reuters)

Die Betreiber von Telekommunikationsanlagen müssen ihre Lieferanten künftig deutlich schärfer überprüfen. Wie aus den Eckpunkten für neue Sicherheitsanforderungen hervorgeht, die die Bundesnetzagentur am 7. März 2019 vorstellte, dürfen Systeme "nur von vertrauenswürdigen Lieferanten bezogen werden, die nationale Sicherheitsbestimmungen sowie Bestimmungen zum Fernmeldegeheimnis und zum Datenschutz zweifelsfrei einhalten". Zudem müssen die Anbieter nachweisen, dass die für "sicherheitsrelevante Komponenten geprüfte Hardware und der Quellcode am Ende der Lieferkette tatsächlich in den verwendeten Produkten zum Einsatz kommen".

Stellenmarkt
  1. LDB Gruppe, Berlin
  2. Lidl Digital, Leingarten

"Wir passen die geltenden Sicherheitsanforderungen regelmäßig der aktuellen Sicherheitslage sowie dem Stand der Technik an", sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, und fügte hinzu: "Die Sicherheitsanforderungen gelten für alle Netzbetreiber und Diensteerbringer und sie gelten technikneutral. Dabei werden alle Netze erfasst, nicht nur einzelne Standards wie zum Beispiel 5G."

Hintergrund der Neuregelung ist die Debatte über die Zuverlässigkeit des chinesischen Ausrüsters Huawei beim Aufbau des Mobilfunkstandards 5G. Anfang Februar 2019 hatte die Bundesregierung auf höchster Ebene über entsprechende Sicherheitsanforderungen diskutiert. Damit will die Regierung sicherstellen, dass Huawei trotz großem Druck aus den USA in Deutschland nicht vom Aufbau des 5G-Netzes völlig ausgeschlossen wird. Während die Sicherheitsbehörden gegen den Einsatz von Huawei-Produkten sind, werben sowohl das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) als auch Netzbetreiber wie die Telekom dafür, Huawei nicht auszuschließen, um den schnellen Ausbau der Netze nicht zu behindern.

Abnahmeprüfung für Kernkomponenten

Um die Sicherheit der Netze zu gewährleisten, sollen den Betreibern nun etliche zusätzliche Auflagen gemacht werden. Demnach dürfen sicherheitsrelevante Netz- und Systemkomponenten, sogenannte kritische Kernkomponenten, "nur eingesetzt werden, wenn sie von einer vom BSI anerkannten Prüfstelle auf IT- Sicherheit überprüft und vom BSI zertifiziert wurden". Diese dürfen nur von "vertrauenswürdigen Lieferanten/Herstellern" bezogen werden.

Darüber hinaus dürfen diese Kernkomponenten "nur nach einer geeigneten Abnahmeprüfung bei Zulieferung eingesetzt werden und müssen regelmäßig und kontinuierlich Sicherheitsprüfungen unterzogen werden". Die Definition dieser Kernkomponenten erfolge einvernehmlich zwischen Bundesnetzagentur und BSI. Der Traffic der Netzbetreiber muss zudem "regelmäßig und kontinuierlich auf Auffälligkeiten hin beobachtet werden, und im Zweifelsfall sind geeignete Maßnahmen zum Schutz zu ergreifen".

"Monokulturen" verhindern

Doch selbst diese ganzen Vorsichtsmaßnahmen reichen der Bundesnetzagentur noch nicht aus. So sollen bei Planung und Aufbau der Netze "Monokulturen" durch den Einsatz von Netz- und Systemkomponenten unterschiedlicher Hersteller vermieden werden.

Nun können Hersteller sowie die Verbände der Netzbetreiber und Anbieter die Eckpunkte kommentieren. Noch im Frühjahr soll ein Entwurf der neuen Sicherheitsanforderungen erstellt werden. Eine endgültige Veröffentlichung dürfte aber noch einige Monate in Anspruch nehmen. Denn der Katalog muss unter anderem noch der EU zur Notifizierung vorgelegt werden. Die Zeit drängt, da bereits im März die Frequenzen für den 5G-Standard versteigert werden sollen.

Huawei-Sprecher Patrick Berger sagte Golem.de auf Anfrage: "Wir begrüßen, dass die Eckpunkte zusätzlicher Sicherheitsanforderungen nun veröffentlicht wurden. Wir sind der Überzeugung, dass höhere Sicherheitskriterien für die IKT-Infrastruktur erforderlich sind und dass nur eine gemeinsame Anstrengung der gesamten Branche unsere Netzwerke und digitale Infrastruktur sicherer machen wird."



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 32,95€
  2. 29,95€
  3. 3,89€
  4. 49,86€

chillennium 08. Mär 2019 / Themenstart

Hier, erst gestern... https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Warnmeldungen/DE/CB/2019/03...

Kommentator2019 08. Mär 2019 / Themenstart

Es ist ein Minuspunkt gegenüber Nokia und Ericsson. Wenn sich ein Huawei-Chef zitieren...

hell9000 08. Mär 2019 / Themenstart

Im Grunde doch ganz simple... wir bekommen keine backdoor in die Teile... daher offziell...

carnival 08. Mär 2019 / Themenstart

G10 ist schon geltendes Recht, dafür muss nichts angepasst werden. Mich würde...

barforbarfoo 08. Mär 2019 / Themenstart

Das ganze Zeug von den Amis mit den ganzen Default Passwörtern dürfte bei den...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


Far Cry New Dawn - Test

Far Cry New Dawn ist eine wesentlich rundere und damit spaßigere Version von Far Cry 5 - wenn man über den Ingame-Shop hinwegsieht.

Far Cry New Dawn - Test Video aufrufen
Galaxy S10e im Test: Samsungs kleines feines Top-Smartphone
Galaxy S10e im Test
Samsungs kleines feines Top-Smartphone

Mit dem Galaxy S10e bietet Samsung auch ein kompaktes Modell seiner neuen Oberklasse-Smartphone-Serie an. Beim Gerät gibt es zwar ein paar Abstriche bei der Hardware, es liegt aber fantastisch in der Hand und macht super Fotos - für uns der klare Geheimtipp der neuen Reihe.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Samsung Galaxy M20 kommt an drei Tagen nach Deutschland
  2. Smartphone Samsungs LPDDR4X-Speicher fasst 12 GByte
  3. Non-Volatile Memory Samsung liefert eMRAM aus

Windenergie: Mister Windkraft will die Welt vor dem Klimakollaps retten
Windenergie
Mister Windkraft will die Welt vor dem Klimakollaps retten

Fast 200 Windkraft-Patente tragen den Namen von Henrik Stiesdal. Nachdem er bei Siemens als Technikchef ausgestiegen ist, will der Däne nun die Stromerzeugung auf See revolutionieren.
Ein Bericht von Daniel Hautmann

  1. Offshore-Windparks Neue Windräder sollen mehr Strom liefern
  2. Fistuca Der Wasserhammer hämmert leise
  3. Windenergie Wie umweltfreundlich sind Offshore-Windparks?

Geforce GTX 1660 im Test: Für 230 Euro eine faire Sache
Geforce GTX 1660 im Test
Für 230 Euro eine faire Sache

Die Geforce GTX 1660 - ohne Ti am Ende - rechnet so flott wie AMDs Radeon RX 590 und kostet in etwa das Gleiche. Der klare Vorteil der Nvidia-Grafikkarte ist die drastisch geringere Leistungsaufnahme.

  1. Nvidia Turing OBS unterstützt Encoder der Geforce RTX
  2. Geforce GTX 1660 Ti im Test Nvidia kann Turing auch günstig(er)
  3. Turing-Grafikkarten Nvidias Geforce 1660/1650 erscheint im März

    •  /