Abo
  • IT-Karriere:

ECIX: Messung der Bundesnetzagentur versagt beim Streaming

Der Betreiber des ECIX kritisiert die Breitbandmessung der Bundesnetzagentur. Alle Messserver stünden bei einem kleinen ISP, Angaben zum Streaming über Netflix und Amazon seien nicht enthalten.

Artikel veröffentlicht am ,
Werbegrafik vom ECIX
Werbegrafik vom ECIX (Bild: ECIX)

Peering, der Betreiber des zweitgrößten Internetknotens in Deutschland, ECIX, kritisiert die Breitbandmessung der Bundesnetzagentur. Besonders zu den Content-Providern wie Netflix und Amazon fehlten Angaben. Eine Stellungnahme zur installierbaren Version der Breitbandmessung der Bundesnetzagentur von Peering liegt Golem.de vor. Zuerst berichtete das Onlinemagazin Teltarif.de über die Kritik von Peering/ECIX.

Stellenmarkt
  1. MVZ Labor Ludwigsburg GbR, Ludwigsburg
  2. Deloitte, verschiedene Standorte

Ein Peering-Sprecher sagte Golem.de: "Kern unserer Kritik ist, dass sich sämtliche für die Messungen verwendeten Server im Netz eines Internetproviders namens Core-Backbone befinden und demnach bei der Breitbandmessung nur eine willkürliche stichprobenartige Messung zu einem einzigen der fast 60.000 AS-Netze des Internets stattfindet."

Die Bundesnetzagentur hatte Ende März 2017 erstmals detaillierte Ergebnisse ihrer Breitbandmessung veröffentlicht. Der Bericht umfasst den Zeitraum vom 25. September 2015 bis zum 25. September 2016. Für stationäre Breitbandanschlüsse wurden laut Bundesnetzagentur 106.159 und für mobile Breitbandanschlüsse 53.651 valide Messungen berücksichtigt. Im Festnetz bekommen demnach nur vier bis rund 25 Prozent der Endkunden 100 Prozent der vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate.

Stichprobe sei nicht aussagekräftig

Durch die Beschränkung auf den Betreiber Core-Backbone sei die Stichprobe "insignifikant" und besitze "keine Aussagekraft" über die Qualität eines Internetanschlusses. "Willkürlich wurde ein beliebiges AS-Netz zum amtlichen Referenznetz erhoben und dadurch jene Internetanbieter privilegiert, die bereits über ein Peering mit Core-Backbone verfügen." Insbesondere die für Verbraucher relevanten Bandbreiten zu den großen Content-Providern wie Google, Akamai, Facebook, Netflix oder Amazon seien bei der Messung völlig unberücksichtigt geblieben. "Dabei waren gerade diese in der Vergangenheit häufiger Anlass für Verbraucherbeschwerden", erklärte der Sprecher.

Die Übertragungsleistung im Zugangsnetz des Internetanbieters und dessen Anbindung an das übrige Internet beeinflussten die Datenübertragungsrate beim Kunden. Gemessen werden solle laut EU-Verordnung beides, allerdings versage das Verfahren beim zweiten Teil und sei auch nicht im Interesse des Verbrauchers.

"Auf Grundlage des heutigen Messverfahrens könnten selbst dann einwandfreie Bandbreiten festgestellt werden, wenn Youtube, Facebook oder Netflix überhaupt nicht erreichbar wären. Daher sprechen wir dem Messverfahren jegliche Aussagekraft über die Qualität des Internetzugangs ab", sagte der Sprecher.

ECIX, der nach dem DE-CIX zweitgrößte Internetknoten in Deutschland, bietet Peering und Transit in Amsterdam, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main und Hamburg.

Daniel Maresch von Core-Backbone erklärte Golem.de: "Zu allen namhaften deutschen Last-Mile Provider unterhalten wir als Netzbetreiber redundante Verbindungen einerseits über dedizierte direkte n-fache 10G/100G Links, sowie gleichzeitig auch über die größten europäischen non-profit Austauschknoten direkte Peerings (DECIX, AMSIX, LINX, NETNOD). Natürlich möchten wir auch kleinere Austauschknoten oder Last-Mile Provider motivieren, direkte Verbindungen herzustellen."



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Fire HD 8 für 69,99€, Fire 7 für 44,99€, Fire HD 10 für 104,99€)
  2. (aktuell u. a. X Rocker Shadow 2.0 Floor Rocker Gaming Stuhl in verschiedenen Farben je 64,90€)
  3. 337,00€
  4. (u. a. HP 34f Curved Monitor für 389,00€, Acer 32 Zoll Curved Monitor für 222,00€, Seasonic...

Youssarian 13. Aug 2017

Klar, aber auf diesen Hinweis habe ich aus folgendem Grund verzichtet: Unter...

Dragon0001 13. Aug 2017

Wenn aber ein großer Teil über private Peerings und Transits läuft, ist die von dir...

wire-less 13. Aug 2017

Beides. Das Nutzerergebnis ist eine Kombination beider. Aber da wirds natürlich...

Schönwetter E... 12. Aug 2017

Wenn man nur 50% oder noch weniger der eigentlichen Vertragsbeschw. bekommt, weil die...

picaschaf 11. Aug 2017

Word = Proprietär, damit fängt es an. Word = Textverarbeitung != E-Mail -> Offenbar sind...


Folgen Sie uns
       


Nintendo Switch Lite - Test

Die Nintendo Switch Lite sieht aus wie eine Switch, ist aber kompakter, leichter und damit gerade unterwegs eine sinnvolle Wahl - trotz einiger fehlender Funktionen.

Nintendo Switch Lite - Test Video aufrufen
iPad 7 im Test: Nicht nur für Einsteiger lohnenswert
iPad 7 im Test
Nicht nur für Einsteiger lohnenswert

Auch mit der siebten Version des klassischen iPads richtet sich Apple wieder an Nutzer im Einsteigersegment. Dennoch ist das Tablet sehr leistungsfähig und kommt mit Smart-Keyboard-Unterstützung. Wer ein gutes, lange unterstütztes Tablet sucht, kann sich freuen - ärgerlich sind die Preise fürs Zubehör.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. iPad Einschränkungen für Apples Sidecar-Funktion
  2. Apple Microsoft Office auf neuem iPad nicht mehr kostenlos nutzbar
  3. Tablet Apple bringt die 7. Generation des iPads

Internetprovider: P(y)ures Chaos
Internetprovider
P(y)ures Chaos

95 Prozent der Kunden des Internetproviders Pyur bewerten die Leistung auf renommierten Bewertungsportalen mit der Schulnote 6. Ein Negativrekord in der Branche. Was steckt hinter der desaströsen Kunden(un)zufriedenheit bei der Marke von Tele Columbus? Ein Selbstversuch.
Ein Erfahrungsbericht von Tarik Ahmia

  1. Bundesnetzagentur Nur 13 Prozent bekommen im Festnetz die volle Datenrate

Alexa: Das allgegenwärtige Ohr Amazons
Alexa
Das allgegenwärtige Ohr Amazons

Die kürzlich angekündigten Echo-Produkte bringen Amazons Sprachassistentin Alexa auf die Straße und damit Datenschutzprobleme in die U-Bahn oder in bisher Alexa-freie Wohnzimmer. Mehrere Landesdatenschutzbeauftragte haben Golem.de erklärt, ob und wie die Geräte eingesetzt werden dürfen.
Von Moritz Tremmel

  1. Digitaler Assistent Amazon bringt neue Funktionen für Alexa
  2. Echo Frames und Echo Loop Amazon zeigt eine Brille und einen Ring mit Alexa
  3. Alexa Answers Nutzer smarter Lautsprecher sollen Alexa Wissen beibringen

    •  /