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Screenshot des Desktop-Clients Riot unter Linux
Screenshot des Desktop-Clients Riot unter Linux (Bild: Screenshot Golem.de/CC0 1.0)

Wem gehört die Matrix?

Hinter Matrix.org steht eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in London. Die beiden Gründer des Projekts, Matthew Hodgson und Amondine Le Pape, sowie ein kleines Kernentwicklerteam werden aber vom US-Softwaredienstleister Amdocs bezahlt, der auch die Rechte an Riot hält.

Amdoc habe bei der Entwicklung natürlich ein kommerzielles Interesse, bestätigt Hodgson. Ziel sei vor allem, Hosting- und Supportdienste für Geschäftskunden zu entwickeln und so die Matrix-Plattform zu vermarkten. Erste Erfolge scheint es bereits zu geben: Der Netzwerkausrüster Ericsson hat offenbar ein auf Matrix basierendes Produkt im Portfolio. Ein weiteres Geschäftsfeld für Amdoc könnten kostenpflichtige Bridges für Geschäftsanwendungen sein.

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  • Matrix will bisher voneinander getrennte "Kommunikationssilos" miteinander verbinden. (Quelle: Matrix.org)
  • Oberfläche des Riot-Clients für Linux mit Suchfeld für öffentliche Chaträume (Quelle: Screenshot Golem.de)
  • Anmeldemaske des Riot-Clients für Linux (Quelle: Screenshot Golem.de)
  • Für Chaträume bietet Matrix detaillierte Berechtigungseinstellungen für jeden Nutzer. (Quelle: Screenshot Golem.de)
  • Einstellung der Zugangsberechtigungen und des Zugriffs auf die Chathistorie in verschlüsselten Chats (Quelle: Screenshot Golem.de)
  • Die Schlüsselverifizierung muss pro Gerät manuell durchgeführt werden. (Quelle: Screenshot Golem.de)
  • Nutzungsentwicklung des Referenzservers von Matrix.org (Quelle: Matrix.org)
  • Funktionsweise des Verschlüsselungsprotokolls (Quelle: Matrix.org)
  • Funktionsweise des Verschlüsselungsprotokolls (Quelle: Matrix.org)
Nutzungsentwicklung des Referenzservers von Matrix.org (Quelle: Matrix.org)

Der Quellcode von Matrix, versichert Hodgson, solle aber immer frei bleiben. Nicht nur der Matrix-Server, auch der Quellcode der Riot-Clients steht unter der Apache-Lizenz auf Github zur Verfügung. Die Offenheit scheint sich auszuzahlen. Alleine der Matrix-Referenzserver beherbergt nach Angaben des Projekts inzwischen über 700.000 Accounts, die an rund 70.000 Chaträumen beteiligt sind. Außerdem gebe es bereits 1.500 föderierte Matrix-Server, 50 davon würden von Unternehmen betrieben. Mit einem solchen freien Netz will Matrix vor allem resilient gegen Zensur sein.

Es bleibt viel zu tun, es tut sich viel

So ausgereift und funktionsreich Matrix-Server und Riot-Clients bereits sind, einige Funktionen lassen noch auf sich warten. Aufgefallen ist uns die aktuelle Umsetzung der Schlüsselverifizierung. Sie sei nur ein "Platzhalter" für eine bessere Lösung, an der man arbeite, versprach Hudgson auf der Open-Source-Konferenz Fosdem. Man prüfe derzeit QR-Codes, wie sie zum Beispiel Signal oder Threema nutzen, oder das Cross-Signing von öffentlichen Schlüsseln.

Bis es soweit ist, müssen Nutzer mit dem manuellen Abgleich der über 40 Zeichen langen kryptographischen Fingerabdrücke vorlieb nehmen, was bei einem Dutzend Gesprächspartnern mit je zwei bis drei Geräten natürlich alles andere als nutzerfreundlich ist.

Außerdem speichert Matrix zwar die Chaträume dezentralisiert, die Nutzerkonten aber nicht. Ein Konto, das auf Matrix.org angelegt wurde, ist nur dort gespeichert und: Es steckt dort fest. "Du kannst noch nicht von einem Server auf einen anderen migrieren. Das ist ziemlicher Mist", gab Hodgson schon in seinem Vortrag auf der Fosdem offen zu. Das zu ändern, stehe ganz oben auf der Prioritätenliste.

In unseren Tests hat Matrix mit den Riot-Apps trotz seines jungen Alters insgesamt aber einen sehr reifen Eindruck gemacht. Probleme werden schnell behoben und das Entwicklerteam scheint immer ein offenes Ohr für Fragen und Anregungen zu haben. Wer nicht davor zurückschreckt, etwas Neues auszuprobieren und mit einer hohen Update-Frequenz für Desktop-Anwendungen und Apps leben kann, der findet mit Matrix ein faszinierendes und vor allem freies Kommunikationswerkzeug für große und kleine Teams.

 Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

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Enter the Nexus 08. Mär 2017

Gibt halt auch einige kostenlose Alternativen und selbst gehostete Server.

satan666 07. Mär 2017

Ja. Der entsprechende Messenger-Dienst muss dies natürlich erlauben, bzw. darf nichts...

satan666 07. Mär 2017

Ja. Sydent als momentaner "identity server" ist nur als ein Notbehelf gedacht...

satan666 07. Mär 2017

^ Du kannst dir dazu den "Benutzer" NickServ (oder so ähnlich) einladen.

OlafLostViking 07. Mär 2017

927 ist doch mittlerweile Standard ;)



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