Echte Adressen ungeschützt: Lücke in Apples "E-Mail-Adresse verbergen"-Funktion
Apple scheint schon seit mehr als einem Jahr Kenntnis von einem Bug in seiner Datenschutzfunktion "E-Mail-Adresse verbergen" zu haben. Wie 404 Media unter Verweis auf Untersuchungen des Sicherheitsforschers Tyler Murphy berichtete(öffnet im neuen Fenster), können Angreifer damit die echten, persönlichen E-Mail-Adressen der Nutzer ermitteln – ein Vorgang, vor dem die betroffene Funktion eigentlich schützen sollte.
Wie Apple in einem Supportdokument(öffnet im neuen Fenster) schildert, können iCloud+-Nutzer mit der Funktion "E-Mail-Adresse verbergen" zufällige neue E-Mail-Adressen generieren, um diese etwa für Registrierungen bei verschiedenen Onlinediensten zu nutzen. An diese Adressen verschickte E-Mails werden automatisch an das Postfach der Originaladresse der Nutzer weitergeleitet.
Die Funktion dient damit dem Schutz vor Spam und anderweitigem Missbrauch, während Anwender über die zufällig generierten Adressen wie gewohnt kommunizieren können. Doch laut Murphy klafft in "E-Mail-Adresse verbergen" eine Sicherheitslücke, mit der Angreifer anhand der zufällig generierten Adressen die persönlichen E-Mail-Adressen der Nutzer herausfinden können.
Apple implementierte noch keine Korrektur
Details zur Lücke hielt der Forscher zurück, weil er befürchtete, dass böswillige Akteure den Fehler sonst ausnutzen könnten. 404 Media konnte das Problem aber wohl bei einem Test bestätigen. Murphy meldete die Lücke laut Bericht schon im Juni 2025 an Apple. Bisher scheint der Konzern aber noch keine effektive Korrektur implementiert zu haben. Apple gab lediglich wiederholt an, den Fehler zu untersuchen.
"Wir wissen nicht, warum das Problem noch nicht behoben wurde, aber wir möchten nicht länger warten", erklärte Murphy. Nutzer der Datenschutzfunktion hätten ein Recht darauf, zu erfahren, dass Angreifer ihre verborgenen E-Mail-Adressen aufdecken könnten.
"Wir kennen das volle Ausmaß des Problems nicht, aber in unseren begrenzten Tests mit Freiwilligen waren 100 Prozent der versteckten Adressen anfällig", betonte der Forscher. Er warnte vor diesem Hintergrund auch davor, dass sich die echten E-Mail-Adressen der Nutzer möglicherweise über öffentlich zugängliche Personensuchseiten mit anderen persönlichen Daten verknüpfen ließen.
- Anzeige Hier geht es zu Hacking & Security: Das umfassende Handbuch bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.


