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Echo Frames 3 im Hands-on: Amazons dritte Brille ist bequemer, funktionaler und lauter

Amazons dritte Sehhilfengeneration mit Mikros für Alexa und Bluetooth-Lautsprecher ist leichter und hält länger ohne Aufladen durch. Interessierte in Deutschland haben aber weiter das Nachsehen.
/ Berti Kolbow-Lehradt
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Amazons neue Alexa-Brille Echo Frames 3 im Hands-on (Bild: Berti Kolbow-Lehradt)
Amazons neue Alexa-Brille Echo Frames 3 im Hands-on Bild: Berti Kolbow-Lehradt

Eine normale Brille mit smarten Funktionen, die sich trotzdem bequem tragen lässt - das wünscht sich so mancher Technikfan seit Jahren. Das Modell namens Echo Frames erfüllt einige der Nerdwünsche. In den USA gibt es sie schon. Amazon hat auf einem Launch-Event am zweiten Hauptsitz in Arlington im US-Bundesstaat Virginia jetzt die dritte Generation vorgestellt. Wir konnten sie dort ausprobieren.

Das Brillengestell der Echo Frames 3 sieht wie bei der Echo Frames der zweiten Generation recht handelsüblich aus. Nur an den ungewöhnlich dicken Bügeln merkt man, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Sehhilfe handelt. Darin stecken ein Mikro für Alexa, zwei Lautsprecher und ein Akku.

Trotzdem trägt sie sich bei unserer Anprobe angenehm. Das Gewicht gibt aber keinen Anlass zum Zweifel, dass die Sehhilfe nach einer Weile drücken könnte. Gegenüber der zweiten Generation sollen die Bügel 15 Prozent schmaler sein. Was das in Millimetern bedeutet, sagt Amazon nicht.

Bei den Gläsern handelt es sich zu Demozwecken um Fensterglas. Im echten Leben lassen sich Korrekturgläser oder Blaulichtgläser einsetzen. Auch als Sonnenbrille gibt es die Echo Frames - passende Designs liefert neuerdings Markenpartner Carrera. Den Rahmen gibt es in mehreren gängigen Formen und Farben.

Brille ohne Kamera oder Display

Ein Display oder eine Kamera sind nicht eingebaut und erhöhen somit das Gewicht nicht. Davon sieht Amazon ab, damit gar nicht erst Bedenken wegen unbemerkten Filmens aufkommen. Zudem soll ein Display nicht das Anfertigen von Brillengläsern verkomplizieren.

Der Akku der dritten Echo Frames ist auf bis zu sechs Stunden Musikwiedergabe oder Telefonie am Stück ausgelegt. In der vorherigen Generation reichte eine Aufladung für vier Stunden Musik und 3,5 Stunden Telefonieren. Alexa-Interaktionen reduzieren die Zeit. Aufladen lässt sich die Brille drahtlos mit zusammengeklappten Bügeln in einer Ladeschale. Das Zusammenklappen der Bügel schaltet die Technikfunktionen der Brille aus, das Auseinanderklappen ein.

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Einrichten per App, Bedienung am Bügel

Eingerichtet wird die smarte Brille mit der Alexa-App für Smartphones. Ein Mobiltelefon mit Datentarif muss man immer dabeihaben. Eine eigene Internetverbindung können die Echo Frames nicht aufbauen. Einen nennenswerten Massenspeicher für eine Musiksammlung haben sie auch nicht.

Amazon zeigt Echo Frames 3 (Herstellervideo)
Amazon zeigt Echo Frames 3 (Herstellervideo) (02:16)

So wird die Alexa-Brille Echo Frames 3 bedient

Bedienen können wir die Brille direkt an den Bügeln. Auf einer Seite gibt es eine Lautstärkewippe. Auf der anderen Seite sind zwei Knöpfe angebracht. Einer ist dafür da, um mit jeweils einem Druck Musik zu pausieren und fortzusetzen oder einen Anruf anzunehmen und zu beenden. Ein langer Druck stellt das Alexa-Mikrofon stumm oder scharf. Der zweite Knopf startet eine zuvor festgelegte Lieblingswiedergabeliste.

Die Knöpfe sind gut zu erfühlen. Die Software reagiert schnell. Für Alexa-Befehle brauchen wir keinen Finger zu rühren. Wir sagen einfach das Aktivierungswort, also "Alexa" , dann ist die Sprachassistenz ganz Ohr. Nun können wir ihr übliche Wissensfragen stellen oder Kommandos für die Musiksteuerung erteilen.

Das Mikro versteht uns auch im Trubel einer murmelnden Menschenansammlung gut. Alexa reagiert schnell. Die Antworten oder abgespielte Musik hören nur wir, die Umstehenden werden dadurch nicht belästigt.

Bassarmer Klang der Brille

Die Wiedergabequalität der Lautsprecher versetzt uns nicht gerade in Entzücken. Die Höhen sind gut zu verstehen, wenn auch etwas spitz. Für Podcasts oder Nachrichtenstreams geht das in Ordnung. Doch von Bass keine Spur. Dabei will Amazon speziell die Wiedergabe der tiefen Frequenzen in der dritten Generation verbessert haben. Unser Klangurteil ist klar: Musikhören bereitet wegen des schlappen Sounds keine Freude. Selbst günstige In-Ear-Kopfhörer bieten einen kräftigeren Klang.

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Apropos Preis: Los geht es bei den Gestellen der dritten Generation mit 270 US-Dollar. Die teuerste Variante kostet 390 US-Dollar. Euro-Preise nennt Amazon nicht. Denn nach Europa kommen die Echo Frames auch in dritter Generation vorerst nicht. Wer in Deutschland eine smarte Sprachassistenz in einer normal aussehenden Brille wünscht, muss weiter warten. Alternativ gibt es hierzulande so manche Sehhilfe mit eingebauten Bluetooth-Lautsprechern. Aber Alexa-Mikros hat keine.


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