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Echo, Fire TV und Co.: Konkurrenz soll auf Amazon nur eingeschränkt werben können

Es wird immer mehr zu einem Problem, dass Amazon nicht nur Händler, sondern auch Hersteller bestimmter Produkte ist.
/ Ingo Pakalski
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Amazon will lieber die eigenen Produkte bewerben, wie den Fire TV Cube. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Amazon will lieber die eigenen Produkte bewerben, wie den Fire TV Cube. Bild: Martin Wolf/Golem.de

Amazon wird vorgeworfen, Konkurrenten bei der Buchung von gesponserten Amazon-Suchergebnissen zu benachteiligen. Einige Hersteller beklagen sich, dass sie für bestimmte Produktkategorien keine Werbeschaltungen auf der Amazon-Webseite vornehmen können, berichtet das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) (Bezahlschranke). Dabei geht es vor allem um solche Produktkategorien, in denen Amazon mit eigenen Geräten vertreten ist.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Vorwürfe, dass Amazon Eigenmarken in Suchergebnissen auf der Amazon-Webseite bewusst bevorzugt. Das soll sich in der Coronapandemie noch verstärkt haben, als vornehmlich die Eigenmarken von Amazon in den Top-Suchergebnissen auf der Amazon-Webseite sichtbar waren .

Gegen solche Bevorzugung könnten Anbieter von Konkurrenzprodukten vorgehen, indem bezahlte Werbung in den Suchergebnissen platziert wird. Aber genau das soll Amazon unterbinden, beklagen Roku und Arlo, deren Aussagen von Amazon-Mitarbeitern und beteiligten Werbefirmen bestätigt werden. Roku verkauft in den USA Streaminggeräte, die mit den Fire-TV-Geräten von Amazon konkurrieren. Arlo wiederum konkurriert im Bereich Überwachungskameras mit den Ring-Kameras von Amazon.

Keine Werbeschaltungen für bestimmte Schlagworte bei Amazon

Amazon-Mitarbeiter haben der Zeitung bestätigt, dass einige große Konkurrenten keine Werbung für Schlagworte wie Fire TV, Echo Show oder Ring-Videotürklingel auf der Amazon-Webseite buchen dürfen. Das würde in entsprechenden Richtlinien untersagt. In einigen Fällen würden Hersteller auch komplett geblockt, so dass diese ihre Produkte nicht über Amazon verkaufen können.

Das Resultat davon ist schon lange zu sehen: So gibt es in Deutschland bei Amazon nach wie vor keinen Chromecast zu kaufen, weil dieser als Konkurrenz zu den Fire-TV-Geräten angesehen wird. Diese Beschränkung gilt auch für Marketplace-Händler. Android-TV-Geräte wie Xiaomis Mi TV Stick werden hingegen bei Amazon gelistet.

Googles Produkte fehlen bei Amazon

Aber Googles eigene smarte Lautsprecher mit Google Assistant und das Smart Displey Nest Hub sind alle nicht bei Amazon zu bekommen. Auch viele Google-Assistant-Lautsprecher anderer Hersteller fehlen im Amazon-Sortiment. Marketplace-Händler dürfen die Produkte ebenfalls nicht über Amazon verkaufen, denn Amazon will lieber Echo-Geräte mit seinem digitalen Assistenten Alexa verkaufen. Alexa-Geräte anderer Hersteller sind hingegen auf der Amazon-Webseite zu finden.

Amazon wurde diesbezüglich vom Wall Street Journal um eine Stellungnahme gebeten. Nach Angabe der Zeitung ging Amazon aber nicht darauf ein, ob das Marketing der Konkurrenz behindert werde. Stattdessen gab Amazon nur bekannt, dass es unter Einzelhändlern gängige Praxis sei, auszuwählen, welche Produkte sie auf ihren Websites bewerben.

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Amazon vergleicht sich mit Walmart

In einer weiteren Stellungnahme gab Amazon Folgendes zu Protokoll: "Eilmeldung: Einzelhändler werben für ihre eigenen Produkte und verkaufen oft keine Produkte von Konkurrenten" , sagte Amazon-Sprecher Drew Herdener in einer schriftlichen Erklärung. "Walmart weigert sich, [Amazon-Produkte] wie Kindle, Fire TV und Echo zu verkaufen. Schockierend. In der nächsten Story des Wall Street Journals werden sie das Glücksspiel in Las Vegas aufdecken."


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