Abo
  • Services:
Anzeige
Für einen Euro ersteigerte ein Bieter einen gebrauchten VW Passat (Symbolbild) bei Ebay.
Für einen Euro ersteigerte ein Bieter einen gebrauchten VW Passat (Symbolbild) bei Ebay. (Bild: Thomas Doerfer/Lizenz: CC BY 3.0 Unportet)

Ebay-Versteigerung abgebrochen: BGH bestätigt Autokauf für einen Euro

Für einen Euro ersteigerte ein Bieter einen gebrauchten VW Passat (Symbolbild) bei Ebay.
Für einen Euro ersteigerte ein Bieter einen gebrauchten VW Passat (Symbolbild) bei Ebay. (Bild: Thomas Doerfer/Lizenz: CC BY 3.0 Unportet)

Der Streit über abgebrochene Auktionen ist so alt wie die Onlineversteigerungen selbst. Der BGH hat sich nun klar auf die Seite des Bieters gestellt. "Schnäppchenpreise" machten gerade den Reiz von Ebay aus.

Anzeige

Im Streit um ein zurückgezogenes Autoangebot auf der Online-Auktionsplattform Ebay hat der Bundesgerichtshof (BGH) dem Bieter recht gegeben. Bei einer Internetauktion müsse "ein grobes Missverhältnis zwischen dem Maximalgebot des Käufers und dem Wert des Versteigerungsobjekts" nicht ohne weiteres ein sittenwidriges Rechtsgeschäft bedeuten, entschieden die Richter mit Verweis auf den entsprechenden Paragrafen 138 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Der Bieter hat damit Anspruch auf Schadenersatz gegen den Verkäufer wegen der abgebrochenen Versteigerung (Aktenzeichen VIII ZR 42/14). Der Besitzer eines VW Passat hatte seinen Wagen während der schon laufenden Auktion plötzlich nicht mehr versteigern wollen.

Der Verkäufer hatte für das Fahrzeug ein Mindestgebot von einem Euro festgesetzt. Einige Stunden später konnte er das Auto aber anderweitig für 4.200 Euro verkaufen und zog sein Internetangebot daraufhin zurück. Zu dem Zeitpunkt hatte jemand bei der Versteigerung bereits einen Euro auf den Pkw geboten - das bis dahin höchste Gebot.

Keine verwerfliche Gesinnung des Bieters

Der Bieter wollte daher Schadenersatz in Höhe des Wertes des Wagens, der auf 5.250 Euro beziffert wird. Das Landgericht hatte der Klage in Höhe von 5.249 Euro stattgegeben. Das Thüringer Oberlandesgericht in Jena (Aktenzeichen 7 U 399/13) hatte dem Bieter ebenfalls recht gegeben: Er habe den Wagen wirksam für einen Euro erworben, hieß es.

Der BGH bestätigte damit die Ansicht der Vorinstanzen. Es mache gerade den Reiz einer Internetauktion aus, den Auktionsgegenstand zu einem "Schnäppchenpreis" zu erwerben, während umgekehrt der Verkäufer die Chance wahrnehme, einen für ihn vorteilhaften Preis im Wege des Überbietens zu erzielen. Besondere Umstände, aus denen auf eine verwerfliche Gesinnung des Klägers geschlossen werden könnte, habe das Berufungsgericht nicht festgestellt.

Dass das Fahrzeug letztlich zu einem Preis von einem Euro verkauft worden ist, beruht nach Darstellung des BGH "auf den freien Entscheidungen des Beklagten, der das Risiko eines für ihn ungünstigen Auktionsverlaufs durch die Wahl eines niedrigen Startpreises ohne Festsetzung eines Mindestgebots eingegangen ist und durch den nicht gerechtfertigten Abbruch der Auktion die Ursache dafür gesetzt hat, dass sich das Risiko verwirklicht".

Nachtrag vom 12. November 2014, 14:45 Uhr

Wir haben Details aus der Urteilsbegründung ergänzt.


eye home zur Startseite
Abseus 20. Nov 2014

Allgemeinheit? Du stehst hier mit ein paar anderen Verwirrten allein auf weiter Flur! Die...

Abseus 20. Nov 2014

Ich denke auch er trollt nur. Er kann das nicht ernst meinen. Solch rechtsferne...

david_rieger 14. Nov 2014

Ok, an der Stelle, an der Du mich Lügner schimpfst, beende ich mal das Gespräch. Schönen...

Abseus 13. Nov 2014

Mit der beiderseitigen Willenserklärung -Angebot Verkäufer, Annahme dieses Angebotes...

Abseus 13. Nov 2014

Das siehst du völlig falsch. Genau genommen ist es Betrug wenn ein Freund mit Absicht...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Hornbach-Baumarkt-AG, Neustadt an der Weinstraße
  2. K+S Aktiengesellschaft, Kassel
  3. item Industrietechnik GmbH, Solingen
  4. IHK für München und Oberbayern, München


Anzeige
Top-Angebote
  1. (-58%) 24,99€
  2. (-26%) 12,99€
  3. (-78%) 8,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Privacy Phone

    John McAfee stellt fragwürdiges Smartphone vor

  2. Hacon

    Siemens übernimmt Software-Anbieter aus Hannover

  3. Quartalszahlen

    Intel bestätigt Skylake-Xeons für Sommer 2017

  4. Sony

    20 Millionen Playstation im Geschäftsjahr verkauft

  5. Razer Lancehead

    Symmetrische 16.000-dpi-Maus läuft ohne Cloud-Zwang

  6. TV

    SD-Abschaltung kommt auch bei Satellitenfernsehen

  7. ZBook G4

    HP stellt Grafiker-Workstations für unterwegs vor

  8. Messenger Lite

    Facebook bringt abgespeckte Messenger-App nach Deutschland

  9. Intel

    Edison-Module und Arduino-Board werden eingestellt

  10. Linux-Distribution

    Debian 9 verzichtet auf Secure-Boot-Unterstützung



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Siege M04 im Test: Creatives erste Sound-Blaster-Maus überzeugt
Siege M04 im Test
Creatives erste Sound-Blaster-Maus überzeugt

Akkutechnik: Was, wenn nicht Lithium?
Akkutechnik
Was, wenn nicht Lithium?
  1. Anker Powercore+ 26800 PD Akkupack liefert Strom per Power Delivery über USB Typ C
  2. Geländekauf in Nevada Google wird Nachbar von Teslas Gigafactory
  3. Lithium-Akkus Durchbruch verzweifelt gesucht

Quantencomputer: Alleskönner mit Grenzen
Quantencomputer
Alleskönner mit Grenzen
  1. Cryogenic Memory Rambus arbeitet an tiefgekühltem Quantenspeicher
  2. Quantenphysik Im Kleinen spielt das Universum verrückt

  1. Re: 900 Euro

    elknipso | 21:45

  2. Schöpfungshöhe?

    ldlx | 21:43

  3. Leider schon patentiert

    hjp | 21:41

  4. Re: Hardwareschalter sind prinzipiell was gutes

    Ach | 21:37

  5. Re: Langsam wirds lächerlich mit den immer...

    KPG | 21:36


  1. 18:05

  2. 17:30

  3. 17:08

  4. 16:51

  5. 16:31

  6. 16:10

  7. 16:00

  8. 15:26


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel