Ebay Kleinanzeigen: Betrügerbande festgenommen

Die bayerischer Polizei hat drei Männer festgenommen, die für Betrügereien auf Ebay Kleinanzeigen verantwortlich sein sollen. Die drei Beschuldigten im Alter zwischen 19 und 20 Jahren sitzen seit Anfang November in Untersuchungshaft, wie das Polizeipräsidium Unterfranken am Dienstag mitteilte(öffnet im neuen Fenster) .
Auf die Schliche kam die Polizei den dreien über ein anderes Ermittlungsverfahren. So hatte die Polizei bereits Ende 2020 gegen eine neunköpfige Gruppe aus dem Raum Schweinfurt wegen des Verdachts der Geldwäsche Ermittlungen aufgenommen. "Ihnen wird vorgeworfen, Bankkonten eröffnet und die Zugangsdaten ohne Kenntnis der tatsächlichen Verwendung an Dritte weitergegeben zu haben," erklärt die Polizei.
Für die Eröffnung der Bankkonten gegen Bezahlung wurden die neun Beschuldigten demnach über eine Snapchat-Konto angeworben. Im Laufe der Ermittlungen kristallisierten sich die drei Festgenommenen als mutmaßliche Hintermänner aus Frankfurt am Main heraus.
Ihnen wird vorgeworfen sich "zur gemeinsamen und massenhaften Begehung von Warenbetrugstaten zusammengeschlossen zu haben," heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei. Konkret seien hochpreisige Waren wie Playstations und Grafikkarten auf Ebay Kleinanzeigen inseriert worden - ohne die Absicht, diese tatsächlich zu liefern. Die Zahlungen sind über die oben genannten Bankkonten abgewickelt und gewaschen worden.
Ausweiskopien von Dritten per Whatsapp verschickt
Dabei seien die Ebay-Kleinanzeigen-Konten von Dritten genutzt worden, deren Zugangsdaten offenbar im Vorfeld von bisher Unbekannten erlangt worden seien, erklärte die Polizei. Bei der Anbahnung von Verkäufen wurden demnach zunächst auf den Messenger der Plattform gesetzt, später jedoch auf Whatsapp gewechselt.
"Um eine besondere Seriosität der Warenangebote zu untermauern, sollen die Tatverdächtigen in einer Vielzahl von Fällen Bilder von Ausweisdokumenten anderer Betrugsopfer versandt haben, die im Rahmen von Kaufabwicklungen über Whatsapp erlangt worden waren," heißt es in der Pressemitteilung.
Die Ermittler stießen insgesamt auf 100 unterschiedliche Kontoverbindungen mit fast 2.000 Zahlungseingängen. Diese sollen einer Gesamtsumme von 900.000 Euro entsprechen. Die Geschädigten, die das Geld in gutem Glauben überwiesen hatten, sollen aus dem gesamten Bundesgebiet stammen.



