Es war nicht nur ein Adventure, es hieß auch so

Robinetts erstes Atari-Spiel war Slot Racers, ein Game, bei dem zwei Spieler ihre eigene T-förmige Spielfigur durch ein Labyrinth steuern, während sie versuchen, einander abzuschießen. Auf der Suche nach einer Idee für sein nächstes Spieleprojekt wurde er anlässlich eines Besuchs des Artificial Intelligence Lab der Stanford-Universität fündig, wie er auf der GDC 2015 erzählte. Dort hatte Robinett die Gelegenheit, das Text-Adventure von Willie Crowther und Dan Woods zu spielen, das sie für PDP-10 Mainframes entwickelt hatten.

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Andere Programmierer an der Uni portierten es als Adventure, Colossal Cave Adventure, Asvent oder Colossal Cave auf andere Computersysteme, es blieb aber ein reines Textadventure ohne Grafik oder Ton. Robinett spielte mehrere Stunden lang. "Ich dachte, ich könnte davon eine Videospielversion machen. Mit Räumen, Objekten, Rätseln und Monstern", erzählte er später.

Doch schon die Version als Textadventure war mehrere hundert Kilobyte groß, ein Spiele-ROM für den Atari 2600 hatte aber nur 4 Kilobyte zur Verfügung. Dementsprechend skeptisch war auch Robinetts Chef, der das Vorhaben für unmöglich hielt und daher entschied, dass Robinett nicht daran arbeiten sollte.

Robinett jedoch hatte eine Idee, wie sich das Projekt trotzdem umsetzen lassen könnte und begann heimlich, entgegen den Anweisungen, an einem Prototyp für ein Adventure zu arbeiten. Dieser Prototyp war nach einem Monat fertig und enthielt ein paar Objekte und einige Kreaturen, die sich miteinander kombinieren ließen. Um ein wirklich vollwertiges Spiel handelte es sich natürlich noch nicht, doch die kurzen Eindrücke, was alles möglich wäre, genügten: Er durfte an seinem Spiel weiterarbeiten.

Das Osterei, das eine Signatur war

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Dass Spielentwickler nicht genannt zu werden, ärgerte Robinett. Und so entstand das erste Easter-Egg. Es zu finden, gelang nur sehr ausdauernden Spielern, denn es war in einem geheimen Raum versteckt und nach heutigen Maßstäben war es auch keineswegs sensationell, denn es bestand bloß aus Robinetts Namen.

Gleichwohl war das Easter Egg aufregend - und zwar nicht nur für die Spieler, sondern auch für den Erfinder. Atari durfte nämlich nichts von dem versteckten Raum wissen, "bevor nicht ein paar Hunderttausend Cartridges produziert waren und sich auf dem Versandweg in die ganze Welt befanden", erklärte Robinett. Andererseits: Was hätte das Unternehmen tun können, wenn das Geheimnis vorab bekanntgeworden wäre?

Eigentlich nichts, sagte der Gamedesigner in einem Interview. "Mir die Erfolgsbeteiligung zu streichen? Ich bekam doch ohnehin keine. Mich feuern? Ich arbeitete da schon nicht mehr dort."

Robinett verwendet das Wort Easter-Egg übrigens nur ungern, was vielleicht daran liegt, dass ein Atari-Manager nach der Entdeckung des Geheimraumes sagte, das sei doch eine tolle Überraschung für die Fans des Spiels, die ihn an die Ostereier-Suche als Kind erinnere. Für Robinett handelt es sich vielmehr um seine Unterschrift, "wie eben ein Künstler sein Gemälde signiert".

Natürlich ist es keine handgeschriebene Unterschrift oder ein Bild von einer solchen Signatur. Dazu waren in einem Spiel, dessen Hauptfigur aus einem einzigen quadratischen gelben Pixel bestand, gar keine Möglichkeiten vorhanden. Das Spiel mit seinen 30 Räumen musste ja nicht nur in die 4 Kilobyte ROM passen, es gab auch lediglich 128 Byte RAM auf dem Atari 2600.

"Created by Warren Robinett"

Die Signatur war vielmehr ein sehr eckiger Computerfont, der einfach nur "Created by Warren Robinett" in zwei senkrechten Linien buchstabierte - denn das Grafiksystem war so weit limitiert, dass dafür nur 96 Pixel in der Höhe und acht Pixel in der Breite zur Verfügung standen.

Verkauft wurden von Adventure auf dem Atari 2600 eine Million Cartridges, der Verkaufspreis betrug damals 25 Dollar, Entwickler Robinett erhielt ein Jahresgehalt von 22.000 US-Dollar. Royaltys oder Gewinnbeteiligungen gab es in dieser Welt, in der es ja eigentlich auch keine Credits gab, natürlich nicht.

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 Easter-Egg-Erfinder Warren Robinett: "Wie ein Künstler sein Gemälde signiert"Ein Easter Egg - und noch ein Extra 
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