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Earendil-1: Die Abschaffung der Nacht durch Weltraumspiegel?

Eine Konstellation aus Satelliten könnte das Sonnenlicht auf die jeweilige Nachtseite der Erde reflektieren. Dies bringt Vor- und Nachteile mit sich.
/ Patrick Klapetz
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Die Erhellung eines abgelegenen Dorfes durch Satelliten (Symbolbild) (Bild: Pixabay/Montage: Golem)
Die Erhellung eines abgelegenen Dorfes durch Satelliten (Symbolbild) Bild: Pixabay/Montage: Golem
Inhalt
  1. Earendil-1: Die Abschaffung der Nacht durch Weltraumspiegel?
  2. Einsatzgebiete und eine erste Demonstration

Das kalifornische Start-up Reflect Orbital plant(öffnet im neuen Fenster) , Satelliten mit riesigen, hochreflektierenden Mylar-Spiegeln auszustatten und sie in eine niedrige Erdumlaufbahn zu bringen. Diese Spiegel sollen Sonnenlicht einfangen und gezielt auf bestimmte Gebiete auf der Nachtseite der Erde lenken. Mit einer entsprechenden Konstellation könnte Solarenergie quasi für jeden Ort auf der Erde und zu jeder Tageszeit zugänglich sein.

Das Licht soll regulierbar sein und von der Helligkeit eines Vollmondes bis hin zu tageslichtähnlichen Bedingungen reichen. Der Gründer Ben Nowack spricht konkret von einer Helligkeit von bis zu 360.000 Monden. Durch die Bestrahlung von Solarparks in der Nacht könnte die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen oder teuren Batteriespeichern verringert werden – so zumindest das Versprechen.

Helligkeit um jeden Preis? Die Kosten für das Leben auf der Erde

Zwar könnte das künstliche Tageslicht die Effizienz in vielen Branchen steigern, jedoch würde es auch die Lichtverschmutzung erhöhen. Bereits jetzt hat der sogenannte Skyglow durch Satelliten die Helligkeit des Nachthimmels um zehn Prozent erhöht(öffnet im neuen Fenster) . Durch die Spiegelsatelliten würde dieser Effekt massiv verschärft werden, astronomische Beobachtungen würden zudem weiter behindert werden.

Außerdem würde der ewige Tag einen erheblichen Einfluss auf die Tierwelt haben. Meeresschildkröten und Zugvögel orientieren sich am Mondlicht, und auch die Fortpflanzungszyklen, das Jagdverhalten und die Wanderrouten von Tieren wären gestört. Auch der menschliche Schlaf-Wach-Zyklus würde gestört werden, was zu Schlafstörungen, Fettleibigkeit und einem erhöhten Krebsrisiko führen kann.


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