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Einsatzgebiete und eine erste Demonstration

Jedoch sollen nicht nur Solarfarmen von diesem Konzept profitieren. Das Unternehmen teilt mit, dass ihre Technologie auch Städte beleuchten könne. Dadurch würden Straßenlaternen überflüssig werden. Überdies sollen die mit Spiegeln ausgestatteten Satelliten nützlich für die Landwirtschaft oder bei Such- und Rettungsaktionen sein.

Ein erster Test-Satellit von Reflect Orbital(öffnet im neuen Fenster) soll bereits im April 2026 starten. Der Spiegel des Earendil-1-Satelliten soll eine Seitenlänge von etwa 18 x 18 Metern haben, wobei zukünftige Spiegel dreimal so groß sein sollen.

Das Unternehmen arbeitet bei seiner ersten Demonstrationsmission mit Astronomen zusammen. Da der Satellit sich in der niedrigen Erdumlaufbahn befinden wird und somit mit einer Geschwindigkeit von etwa 27.000 km/h an der Erde vorbeifliegt, wird das Bestrahlungsfenster für einen festen Punkt auf der Erde nur für vier bis fünf Minuten offen(öffnet im neuen Fenster) sein.

Anschließend verschwindet Earendil-1 hinter dem Horizont oder der Reflexionswinkel wird zu flach. Der ideale Zeitpunkt dafür wird innerhalb der ersten zwei Stunden nach lokalem Sonnenuntergang sein. Dabei werden die Spiegel das Licht ungefähr in der Helligkeit eines Vollmondes umleiten.

Von Megakonstellationen und Kardaschow-Zivilisationen

Bis 2028 möchte Reflect Orbital eine kleine Flotte zur Demonstration im Erdorbit platzieren. Bis 2035 soll die Konstellation auf bis zu 50.000 Satelliten anwachsen. Damit würde sie aus mehr Satelliten als die Starlink-Konstellation von SpaceX bestehen.

Wobei SpaceX zudem bis zu eine Million Satelliten als orbitale Rechenzentren in der Erdumlaufbahn platzieren will. Elon Musk argumentiert, dass man dadurch einen bedeutenden Schritt zu einer Kardaschow-Typ-II-Zivilisation macht – also einer Zivilisation, die die gesamte Energie ihres Sterns nutzt.

Ob diese Anzahl an künstlichen Objekten genehmigt wird, muss sich noch zeigen. Derzeit dürfen bis zu 15.000 Starlink-Satelliten im Orbit platziert werden, also etwa ein Drittel des eigentlichen Ziels. Entscheidend dabei sind jedoch die Funkfrequenzen und nicht das Ausmaß der Lichtverschmutzung.

Ob sich das Vorhaben durchsetzen kann, ist unklar. Ebenso unklar ist, ob die Bewohner in den entsprechenden Gebieten über den Einsatz abstimmen können. Viele rechtliche und ethische Fragen auf nationaler und globaler Ebene bleiben offen. Wiederum kann der Einsatz im Kleinen einen positiven Effekt haben. Besonders in abgelegenen Tälern zwischen Bergkuppen ist Sonnenlicht ein begrenztes Gut .


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