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EAH-AZ80 im Test: Technics zeigt Apple und Bose, was tolle Hörstöpsel ausmacht

Die EAH-AZ80 von Technics sind nah dran am perfekten Hörstöpsel . Nur eine Sache stört uns - mit der man sich aber arrangieren kann.
/ Ingo Pakalski
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Technics EAH-AZ80 im Test (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Technics EAH-AZ80 im Test Bild: Martin Wolf/Golem.de

Viele Bluetooth-Hörstöpsel versagen beim Telefonieren draußen. Beim neuen Oberklassemodell von Technics mit dem sperrigen Namen EAH-AZ80 soll das anders sein. Es gibt weitere Versprechen: besonders guter Klang, hohe ANC-Leistung, viel Komfort etwa durch eine Ohrerkennung. Dazu kommt das Novum, dass die EAH-AZ80 die ersten Bluetooth-Produkte sind, die Bluetooth-Multipoint mit bis zu drei Geräten beherrschen. Das Technics-Produkt gehört zum Besten, was es derzeit an Bluetooth-Hörstöpseln gibt, ganz ohne Schwächen ist es aber nicht.

Wir haben die EAH-AZ80 mit der bisherigen Technics-Oberklasse verglichen, den EAH-AZ60 , und außerdem mit den Airpods Pro 2 von Apple und den Quiet Comfort Earbuds II von Bose . Die Bose-Stöpsel liefern derzeit die mit Abstand höchste ANC-Leistung in dieser Geräteklasse, das Apple-Produkt gilt als De-facto-Standard. Sowohl bei Apple als auch bei Bose müssen sich Käufer aber auf Kompromisse einlassen.

Kommen wir zunächst zur Bauform: Technics setzt weiterhin auf eine Eindrehtechnik. Die Stöpsel werden also ins Ohr gedreht und nicht gehängt, wie bei den Airpods Pro oder den neuen Bose-Stöpseln. Im Unterschied zum Vorgängermodell wurde die Gehäuseform überarbeitet.

Technics-Stöpsel sitzen angenehm im Ohr

Das führt zu einem deutlich angenehmeren Tragegefühl. Wir können die EAH-AZ80 stundenlang schmerzfrei tragen. An den Tragekomfort der Apple- und Bose-Konkurrenz kommen sie dennoch nicht ganz heran. Deren Stöpsel sitzen so bequem im Ohr, dass wir sie schon nach wenigen Minuten nicht mehr wahrnehmen.

Den neuen Technics-Stöpseln liegen Aufsätze in insgesamt sieben Größen bei, da sollte für jedes Ohr der passende dabei sein. Bei uns sitzen die Stöpsel sicher und angenehm im Ohr. Schade, dass Technics in der zugehörigen App nicht hilft, den passenden Aufsatz zu finden.

Die Stöpsel sind nach IPX4 zertifiziert und lassen sich bei Bedarf selbstverständlich auch einzeln verwenden. Wir können sie unter einer Mütze tragen, ohne dass sie schmerzhaft ins Ohr gepresst werden. Allerdings kommt es unter einer Mütze bei Kopfbewegungen zu Kratz- und Schabgeräuschen, sie sind also nur eingeschränkt mützentauglich.

Die Technics-Stöpsel klingen spitze

In den EAH-AZ80 stecken 10-mm-Aluminiummembrane, die einen vorzüglichen Klang liefern. Das besonders ausgewogene Klangbild liefert eine große Räumlichkeit, kleinste Details in der Musik sind gut herauszuhören. Bei der Abstimmung setzt Technics auf einen neutralen Klang, so dass Bässe, Höhen und Mitten sehr gut zur Geltung kommen.

Im Vergleich zu den Airpods Pro 2 erscheinen die Technics-Stöpsel im Bassbereich etwas schwach. Das ist aber eher der leichten Überbetonung der Bässe beim Apple-Produkt geschuldet. Wenn wir bei den EAH-AZ80 per Equalizer eine Bassbetonung zuschalten, werden die Airpods Pro 2 beim Klang deutlich abgehängt. Hier zeigen sich die Bassreserven, die in den Technics-Stöpseln schlummern.

Technics-Stöpsel haben keine Probleme mit Schritthall

Die EAH-AZ80 haben - wie das Vorgängermodell - erfreulicherweise keine Probleme mit Schritthall. Bei vielen anderen Konkurrenzprodukten kommt es zu einem dumpfen Geräusch im Ohr, das bei jedem Auftreten zu hören ist. Zu stark abdichtende Aufsätze erzeugen einen Druck im Ohr, der zu den genannten Problemen führt.

Beim Klang haben die Technics-Stöpsel einen Nachteil, den auch das Vorgängermodell aufwies: Wenn wir Active Noise Cancellation (ANC) abschalten, verschlechtert sich das Klangbild drastisch. Die Räumlichkeit verringert sich, der Bassanteil nimmt ab, und der Klang wird mittenlastig.

Wir halten das im Alltag für verschmerzbar, weil die Stöpsel üblicherweise im ANC-Betrieb genutzt werden. Auch im Transparenzmodus gibt es die gleiche gute Klangqualität wie im ANC-Betrieb.

Im Unterschied zu vielen Konkurrenzprodukten sind die neuen Technics-Stöpsel nicht windempfindlich, nicht einmal im Transparenzmodus.

EAH-AZ80 vorzüglich für den Außeneinsatz geeignet

Viele ANC-Hörstöpsel oder -Kopfhörer haben das Problem, dass sie draußen nur eingeschränkt verwendet werden können. Das hat mit dem Prinzip von ANC-Produkten zu tun: Diese müssen mit Mikrofonen die Umgebung belauschen, um einen passenden Gegenschall ausspielen zu können, damit Störgeräusche für das menschliche Ohr verringert werden.

Dadurch sind ANC-Produkte windempfindlich, und es pfeift bei der Musikwiedergabe, wenn Hersteller dagegen nichts unternehmen. Oftmals intensivieren sich die pfeifenden Windgeräusche, wenn die Produkte im Transparenzmodus betrieben werden. All diese Probleme gibt es mit den EAH-AZ80 erfreulicherweise nicht.

Weder im ANC-Betrieb noch im Transparenzmodus gibt es Pfeifgeräusche, nicht einmal bei starkem Wind. Damit werden sogar die Airpods Pro 2 übertroffen, bei denen es bei starkem Wind durchaus pfeifen kann. Der ANC-Betrieb der Technics-Stöpsel agiert rauschfrei.

ANC-Leistung der EAH-AZ80 ist etwas zu schwach

Dennoch sind wir von den ANC-Funktionen nicht vollends überzeugt. Einige Versprechen, um im Spitzenfeld mitzuspielen, löst Technics nicht ein.

Bei Musik sind Umgebungsgeräusche in vielen Fällen weiterhin im Hintergrund zu hören. Zwar werden sie reduziert, aber nicht so intensiv wie bei vielen Konkurrenzprodukten. Während wir mit den Airpods Pro 2 die Musik nicht lauter drehen müssen, um die Umgebungsgeräusche nicht mehr zu hören, schafft die Technics-Konkurrenz genau das nicht.

Als Gegenmaßnahme bleibt nur, die Musik lauter zu stellen oder sich mit den immerhin leiseren Umgebungsgeräuschen abzufinden. Im Vergleich zum Vorgängermodell verbesserte sich die ANC-Leistung nicht deutlich. Das ist schade, denn der rauschfreie ANC-Modus würde sich ansonsten gut eignen, auch mal Stille zu erzeugen. Von der besonders hohen ANC-Leistung der Bose Quiet Comfort Earbuds II sind die EAH-A80 meilenweit entfernt.

Transparenzmodus in zwei Varianten vorhanden

Rund um den Transparenzmodus gab sich Technics viel Mühe; allerdings überzeugte uns das Ergebnis nicht vollends. Im Idealfall klingt ein Transparenzmodus so natürlich, dass wir gar nicht merken, dass wir Hörstöpsel tragen. Das bekommen alle Airpods-Pro-Modelle oder die Quiet Comfort Earbuds II vorbildlich hin. In diesem Modus werden gezielt die Umgebungsgeräusche in die Stöpsel geleitet.

Bei den Technics-Stöpseln gibt es zwei Transparenzmodi. Der eine nennt sich Transparent, der andere Aufmerksamkeit. Nur bei Transparent können wir die Intensität einstellen - und das ist auch nötig. Denn bei maximaler Leistung werden Umgebungsgeräusche sehr verstärkt. Immerhin bekommen wir die gewünschte Natürlichkeit hin, indem wir den Modus auf 50 Prozent herunterregeln. Wir fänden es jedoch angenehmer, wenn dieses Ergebnis automatisch erzielt würde, ohne dass wir eingreifen müssen.

Ein optimierter Transparenzmodus wäre besser

Es rauscht erfreulicherweise überhaupt nicht, und Wind stört auch nicht. Bei der Aktivierung von Transparent wird allerdings leider weder die Lautstärke verringert noch wird die Musik angehalten. Wenn wir im Zug einer Ansage zuhören wollen, müssen wir manuell die Musik pausieren.

Der zweite Transparenzbetrieb mit der Bezeichnung Aufmerksamkeit liefert genau das, was wir wollen: Bei der Aktivierung stoppt die Musik, und wir können sofort wichtigen Ansagen lauschen. Allerdings werden in diesem Modus die Umgebungsgeräusche zu sehr verstärkt; sie klingen unnatürlich, das ist anstrengend. Anpassen können wir nichts. Als weiteren Nachteil gibt es ein starkes Grundrauschen, das entsprechend stört.

Uns wäre es lieber, der Modus für Aufmerksamkeit würde gestrichen, und das Pausieren der Musik ginge - im Idealfall konfigurierbar - im Transparent-Betrieb. Die Umsetzung von Technics führt zu Kompromissen, die nicht sein müssten.

Sowohl bei den Telefonfunktionen als auch bei der Steuerung und der Anpassbarkeit der Stöpsel liegt Technics dann aber wieder weit in Führung.

Technics-Stöpsel unterdrücken Umgebungsgeräusche in Telefonaten

Viele Hersteller von ANC-Hörstöpseln versprechen, dass typischer Straßenlärm bei Telefonaten unterdrückt werde und Nutzer vom Gesprächspartner gut verstanden würden. Die meisten erreichen das längst nicht. Technics ist mit den EAH-AZ80 zumindest in Teilen eine Ausnahme.

Das Vertrackte an der Situation: Wenn jemand mit ANC-Hörstöpseln telefoniert, wird der Straßenlärm für ihn verringert, während die Mikrofone ihn für die Gegenseite oftmals sogar noch verstärken. Für den Gesprächspartner ist es also mühsam, uns zu verstehen, während wir von der Lärmkulisse nichts mitbekommen. Wer draußen mit den Airpods Pro telefoniert, quält Gesprächspartner entsprechend.

Die Verbesserung der Sprachqualität nennt Technics Just My Voice, diese Technik wurde bereits beim Vorgängermodell verwendet. Für das neue Modell wurde die Technik verbessert, und das merken wir deutlich. Während wir mit den EAH-AZ60 draußen ähnlich gut zu verstehen sind wie bei Konkurrenzprodukten, zeigen die neuen EAH-AZ80 ein besseres Ergebnis.

Technics-Stöpsel begeistern bei der Telefonie

Telefonieren wir mit den EAH-AZ80 als Fußgänger auf dem Bürgersteig, sind vorbeifahrende Autos nur leise im Hintergrund zu hören. Unsere Stimme bleibt für die andere Seite verständlich. Für beide Seiten sind keine lästigen Windgeräusche zu hören. Das ist leider keine Selbstverständlichkeit in dieser Geräteklasse.

Drinnen funktioniert es aucht gut: Tastaturgeräusche sind nur leise im Hintergrund zu hören. Lautes Geschirrklappern ist auf der anderen Seite nur leise zu hören. Bei anderen Produkten führt Geschirrgeklapper dazu, dass der Gesprächspartner sich nur noch das Telefon vom Ohr reißt, um das Organ nicht zu schädigen.

Diese Maßnahmen haben allerdings ihren Preis. Im Vergleich zu Konkurrenten sind wir selbst in ruhiger Umgebung schlechter zu verstehen, die Sprachqualität wird als nicht sehr gut eingestuft.

Ein besonderer Clou: Wir können sogar die Hintergrundgeräusche der Gegenseite reduzieren, was durchaus einen Effekt hat. Aber auch hier geht das etwas zu Lasten der Sprachqualität des Gesprächspartners.

Erstes Bluetooth-Produkt mit dreifachem Multipoint

Passend zu den guten Ergebnissen bei der Telefonie kommt ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Technics-Stöpsel: Sie sind das erste Bluetooth-Produkt, das Bluetooth-Multipoint mit bis zu drei Geräten beherrscht. Bis zu drei Geräte können also parallel mit den Hörstöpseln verbunden sein, das können ein Smartphone, ein Bluetooth-fähiges Telefon und ein Notebook sein.

Hören wir am Smartphone Musik und geht ein Anruf auf dem Telefon ein, kann das Gespräch sofort angenommen werden. Wir können auch nach einer Telefonkonferenz am Notebook sofort mit dem Smartphone oder dem Telefon einen Anruf tätigen. Es spielt keine Rolle, von welchen Herstellern die anderen Bluetooth-Geräte sind.

Wir müssen nicht erst Bluetooth an- und abschalten, wie es bei den Airpods Pro oder den Bose-Stöpseln der Fall ist, die beide kein Bluetooth-Multipoint beherrschen. Vor allem die Airpods Pro sind besonders unpraktisch, wennn wir die Geräte mit mehreren Geräten nutzen: Dann genügt es oft nicht, nur Bluetooth auf dem anderen Gerät zu aktivieren, sondern wir müssen erst in den Bluetooth-Einstellungen gezielt die Airpods Pro auswählen, damit die Bluetooth-Verbindung aufgebaut wird.

Wir hatten im Alltag keine Probleme mit der Dreier-Multipoint-Technik. Wir konnten sogar die Technics-App auf mehreren verbundenen Geräten öffnen, was bei anderen Herstellern oftmals nicht funktioniert. Wenn in einem Telefonat oder einer Telefonkonferenz die Verbindung zu einem Gerät verloren geht, gab es keine störenden Ansagen, weil diese in einem Telefonat automatisch unterdrückt werden.

Technics denkt auch an eine Mikrofonsteuerung an den Stöpseln

Ebenfalls vorbildlich: Wir können alles Nötige rund um Bluetooth-Multipoint konfigurieren. Wir können die Funktion ganz deaktivieren oder auf maximal zwei Geräte beschränken. Nur wenn wir Bluetooth-Multipoint für drei Geräte aktivieren, ist keine LDAC-Nutzung mehr möglich. Mit zwei Geräten ist LDAC weiterhin möglich, wenn beide den Codec unterstützen. Die EAH-AZ80 beherrschen neben dem HD-Codec LDAC auch SBC sowie AAC. Als Bluetooth-Technik kommt die Version 5.3 zum Einsatz.

In einer weiteren Disziplin lässt Technics die Konkurrenz von Apple und Bose ebenfalls hinter sich: Beiden fehlt eine Möglichkeit, das Mikrofon am Stöpsel abzuschalten. Bei Technics gehört das zum normalen Leistungsumfang - wie bei anderen Audioprodukten des Herstellers sowie beim Vorgängermodell.

Vor allem bei Bluetooth-Hörstöpseln fehlt diese Grundfunktion noch immer bei vielen Produkten. Die Mikrofonsteuerung ist bei Technics vorbildlich gelöst: Es gibt keine lästigen Ansagen, die bei Telefonkonferenzen störend sein können. Die Umschaltung wird durch dezente Signaltöne signalisiert.

Bei den EAH-AZ80 setzt Technics auf eine Sensorsteuerung, die ungewöhnlich zuverlässig arbeitet.

EAH-AZ80 mit hervorragender Steuerung und App

Die Sensorflächen der EAH-AZ80 sehen aus, als wären sie aus gebürstetem Aluminium, das verpasst ihnen einen entsprechend wertigen Eindruck. Zwar sind sie nicht aus Metall, bestechen aber durch eine zuverlässige Steuerung. Das alles gelingt Technics, obwohl auf den Sensorflächen viele Befehle abgelegt sind.

Bei vielen Konkurrenzprodukten werden Sensorgesten immer wieder falsch interpretiert. Solche Probleme haben wir mit den Technics-Stöpseln nicht. Die Erkennung von Mehrfachtippern arbeitet ungewöhnlich zuverlässig. Zum Teil lassen sich die Gesten mit anderen Befehlen belegen; das ist auch ein kleiner Kritikpunkt: Einige Gesten sind nur für ausgewählte Befehle reserviert. Hier wünschen wir uns mehr Flexibilität.

Anders als bei Apple und Bose lässt sich die Lautstärke bei den Technics-Stöpseln leider nicht regulieren, indem vertikal über die Sensorfläche gewischt wird. Diese Geste ist für die Anpassung der Lautstärke ungemein praktisch. Immerhin können wir die Lautstärke mit intuitiveren Gesten belegen, als es Technics selbst tut. Es bleibt aber der Nachteil, dass sich die Sensorflächen mit normalen Handschuhen nicht bedienen lassen. In der kalten Jahreszeit ist die Steuerung also mitunter eingeschränkt.

EAH-AZ80 bietet eine Ohrerkennung - mit Einschränkung

Die EAH-AZ80 bieten eine zuschaltbare Ohrerkennung, die praktischerweise auch dazu verwendet werden kann, die Sensorflächen zu deaktivieren, sobald die Hörstöpsel aus dem Ohr entfernt werden. Damit wird ein ungewollter Aufruf von Befehlen verhindert. Die Umsetzung könnte dabei nicht besser sein: Nehmen wir nur einen Stöpsel aus dem Ohr, werden die Sensorflächen nur auf diesem deaktiviert - der Stöpsel im Ohr bleibt steuerbar.

Viele andere Hersteller nutzen eine Ohrerkennung nur dazu, dass die Musik automatisch angehalten wird, sobald einer der Stöpsel aus dem Ohr genommen wird. Sie läuft dann weiter, wenn wieder beide Stöpsel im Ohr sitzen. Diese Funktion gibt es auch beim Technics-Neuling - wenn auch leider mit der gleichen Beschränkung wie beim großen Modell EAH-A800 .

Wenn die Stöpsel länger als eine Minute aus dem Ohr genommen werden, läuft die Musik nicht weiter, wenn beide wieder eingesetzt wurden. Wir finden diese Zeitspanne zu kurz. Immerhin wird auf die Beschränkung hingewiesen. Andere Hersteller gehen auf vergleichbare Beschränkungen nicht ein und Kunden wundern sich, wenn es nicht wie erwartet funktioniert.

Im Fall der Technics-Stöpsel können wir die Ohrerkennung auch so einstellen, dass die Musik zwar angehalten wird, aber nicht weiterläuft, wenn die Stöpsel wieder im Ohr sind. Die Ohrerkennung für die Musikfunktionen kann auch ganz abgeschaltet werden, dann wird nur die Sensorfläche gesperrt, sobald ein Stöpsel aus dem Ohr genommen wird.

Gelungene Technics-App für Android und iOS

Begeistert sind wir von der Technics-App, die es für Android und iOS gibt. Das ist ein gewaltiger Vorteil gegenüber den Airpods Pro, weil Apple keine Android-App für seine Kopfhörer-Produkte anbietet und im Zuge dessen Android-Nutzer auch von Komfortfunktionen ausgeschlossen werden.

Die Technics-App mit der Bezeichnung Audio Connect ist schnell gestartet, hat eine gut strukturierte Oberfläche und liefert viele Einstellungen. Angenehmerweise müssen für die Nutzung keine Standortfunktionen aktiviert sein, es wird auch kein Benutzerkonto und keine Internetverbindung benötigt. Die App arbeitete immer zuverlässig.

In der App wird beim neuen Modell auch der Akkustand des Ladeetuis angezeigt, beim Vorgängermodell fehlt das. Eine deutliche Verbesserung. Wir können zudem etliche Bluetooth-Einstellungen inklusive der Multipoint-Konfiguration vornehmen, und die Ohrerkennung anpassen.

Steuerung lässt sich anpassen

In der App können wir die Belegung der Sensorflächen ändern, bei Bedarf kann die Sensorfläche dauerhaft deaktiviert werden. In Anbetracht der gut funktionierenden Ohrerkennung mit automatischer Abschaltung der Sensorflächen wird die Funktion wohl eher nicht benötigt. Wie erwähnt, wünschen wir uns mehr Freiheiten bei der Sensorbelegung. Erfreulich: Die Geste zur ANC-Umschaltung lässt sich konfigurieren, so dass wir direkt zwischen ANC und Transparenzmodus wechseln können.

Der Equalizer erlaubt umfangreiche Anpassungen und ist mit einigen Voreinstellungen für typische Anwendungsfälle bestückt. Wir können die Stöpsel über die App finden lassen, falls sie verlegt wurden. Außerdem lässt sich Geräuschunterdrückung bei Telefonaten konfigurieren und wir können die ANC-Intensität und die Leistung des normalen Transparenzmodus anpassen.

Das ist selten: Wir können sogar die Lautstärke der Ansagen der Stöpsel anpassen, und für bestimmte Funktionen lassen sich die Ansagen deaktivieren. Die Ansagensprache steht unter anderem auf Deutsch zur Verfügung. Der Wechsel der Sprache ist nach wenigen Minuten erledigt, bei manchen anderen Apps dauert ein Wechsel mitunter mehr als eine halbe Stunde.

Technics installiert Updates in kurzer Zeit

Zudem können wir festlegen, dass sich die Hörstöpsel wahlweise nach 5, 10, 30 Minuten oder einer Stunde bei Nichtnutzung abschalten. Die automatische Abschaltung lässt sich deaktivieren. Zudem dient die App zur Installation von Updates. Im Laufe unseres Tests gab es ein Update, das nach weniger als fünf Minuten installiert war. Bei der Konkurrenz kann so ein Update auch mal fast eine Stunde dauern. Hier ist Technics angenehm effizient.

Zudem kann festgelegt werden, ob eine neue Firmware manuell oder automatisch installiert wird. Es ist angenehm, wenn wir selbst bestimmen können, wann ein Update installiert wird. Ein automatisches Update ohne jeden Hinweis, wie bei Apples Kopfhörern, ist nervig.

Technics gehört zu den wenigen Herstellern, die erfreulicherweise eine ausführliche Anleitung(öffnet im neuen Fenster) bereitstellen. Nur bei einigen Einstellungen innerhalb der App wären mehr Details hilfreich gewesen.

EAH-AZ80 mit langer Akkulaufzeit

Technics gibt für die EAH-AZ80 im ANC-Betrieb eine Akkulaufzeit von sieben Stunden an. Diesen Wert haben wir mit knapp 7,5 Stunden sogar noch übertroffen. Damit liefern die Technics-Stöpsel eine vorzügliche Akkulaufzeit in dieser Geräteklasse. Die Gesamtakkulaufzeit mit Ladeetui liegt bei vorbildlichen rund 24 Stunden.

Das Ladeetui für die EAH-AZ80 hat einen USB-C-Anschluss und kann mittels Qi-Technik drahtlos geladen werden. Es ist angenehm klein und passt gut in jede Hosentasche. Die Stöpsel lassen sich bequem ablegen und entnehmen. Eine Besonderheit im Bereich der Bluetooth-Hörstöpsel: Die Oberseite des Deckels sieht nicht nur wie gebürstetes Aluminium aus, sondern ist tatsächlich aus Metall. Das vermittelt einen entsprechend eleganten und wertigen Eindruck.

Technics EAH-AZ80 - Verfügbarkeit und Fazit

Technics verkauft die EAH-AZ80(öffnet im neuen Fenster) in den Farben Silber und Schwarz zum Preis von 300 Euro. Im Handel gibt es die neuen Technics-Hörstöpsel bisher nur vereinzelt und dann nur zum Listenpreis.

Fazit

Mit den EAH-AZ80 sind Technics vorzügliche Bluetooth-Hörstöpsel gelungen. Es sind die derzeit besten Bluetooth-Hörstöpsel für Vieltelefonierer. Während es mit anderen Bluetooth-Hörstöpseln für Gesprächspartner meist eine Zumutung ist, wenn an der Straße telefoniert wird, bleiben wir mit den EAH-AZ80 verständlich und die störenden Geräusche werden vergleichsweise effektiv unterdrückt.

Gerade für den beruflichen Einsatz haben die Technics-Stöpsel einen besonderen Clou: Mittels Bluetooth-Multipoint können sie sich mit bis zu drei Geräten parallel verbinden. Das ist derzeit einmalig. Aber auch sonst denkt Technics an alles, was wir an Telefonkomfort brauchen. So gibt es eine Mikrofonsteueurng, die bei den meisten Konkurrenzprodukten fehlt.

Beim Musikhören bietet Technics viel: Die Stöpsel klingen besonders gut, sind nicht einmal im Transparenzbetrieb windempfindlich und es gibt keinen Schritthall. Die Stöpsel sitzen angenehm im Ohr und lassen sich gut steuern. Die vorbildlich umgesetzte Kopplung an den Tragesensor gefällt uns ausgesprochen gut. Ein Highlight sind auch die umfangreichen Anpassungen, die Technics in der App erlaubt.

Ein weiterer Pluspunkt ist die lange Akkulaufzeit der EAH-AZ80. Verbesserungspotenzial sehen wir im ANC- und Transparenzbetrieb. Die ANC-Leistung ist uns etwas zu schwach und beim Transparenzmodus sehen wir Optimierungsbedarf.

Wer mit Hörstöpseln des Öfteren draußen telefoniert und Gesprächspartner nicht quälen will, sollte die EAH-AZ80 verwenden. Die Schwächen im ANC- und Transparenzbetrieb sind in Anbetracht der vielen übrigen Vorzüge zu verschmerzen. Wer bezüglich der ANC-Leistung das Maximum will, muss derzeit zu den Quiet Comfort Earbuds II von Bose greifen.

Ingo Pakalski hat in den vergangenen sechs Jahren schon viele Dutzend Kopfhörer pro Jahr getestet - ob In-Ears, Over-Ears oder Open-Ears. Nur sehr selten stößt er dabei auf Geräte, die er guten Gewissens empfehlen kann.


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