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Eagle-360: Goodyears Konzeptreifen funktioniert wie BB-8

Vier kugelförmige Reifen, über denen das Auto auf einem Magnetfeld schwebt: So stellt sich der US-Reifenhersteller Goodyear den Reifen für das autonom fahrende Auto der Zukunft vor.
/ Werner Pluta
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Konzeptreifen Goodyear Eagle360: Wo ist der Antrieb? (Bild: Goodyear/Screenshot: Golem.de)
Konzeptreifen Goodyear Eagle360: Wo ist der Antrieb? Bild: Goodyear/Screenshot: Golem.de

Einer der heimlichen Stars von Star Wars: Das Erwachen der Macht war sicher der Droide BB-8(öffnet im neuen Fenster) – bestehend aus einer Kugel, die auf dem Boden rollt und über der ein halbkugelförmiger Kopf schwebt. So ähnlich stellt sich Goodyear den Reifen der Zukunft vor. Präsentiert hat der US-Reifenhersteller das Konzept auf dem Genfer Autosalon.

Kugelreifen Eagle-360 – Goodyear
Kugelreifen Eagle-360 – Goodyear (03:12)

Der Eagle-360 ist eine Kugel aus Gummi. Magnetschwebetechnik soll das Auto über den vier Reifen halten. Wie indes Kraft auf diese Reifen, die keine Verbindung zum Auto haben, übertragen werden soll, lässt Goodyear offen. Denkbar wäre, dass der Antrieb in die Kugeln integriert ist.

Sensoren überwachen die Straße

Gedacht ist der Eagle-360 für das autonom fahrende Auto der Zukunft. Die Pneus sind mit Sensoren ausgestattet, die mit dem Bordcomputer kommunizieren, um ihm beispielsweise Daten über den Straßenzustand zu übermitteln. Bei Nässe oder Glätte kann er dann die Fahrweise an die Gegebenheiten anpassen.

Das Profil der Reifen wird mit dem 3D-Drucker hergestellt und kann individuell auf das Fahrverhalten und die vorherrschenden Wetterbedingungen angepasst werden. Das Muster ist von einer Hirnkoralle inspiriert. Bei Nässe werden die Rillen tiefer, um mehr Wasser zu verdrängen. Damit sich die Reifen gleichmäßig abnutzen, sollen sie sich im Stand anders ausrichten.

Das Auto parkt seitwärts ein

Das Konzept hat einige Vorteile: Die Räder drehen sich in alle Richtungen. Das kann dem Auto einerseits mehr Stabilität verleihen, weil beispielsweise bei einem ausbrechenden Heck gegengesteuert werden kann. Andererseits erleichtert es das Manövrieren. Rückwärts einparken etwa entfällt: Das Auto fährt neben die Parklücke und dann seitwärts hinein.

Unpraktisch wird es jedoch, wenn der Reifen – aller Sensoren zum Trotz – doch einmal einen Nagel erwischt und ein Loch hat. Er lässt sich vermutlich nicht so gut aus seinem Gehäuse entfernen. Und eine Ersatzkugel im Kofferraum unterzubringen, dürfte auch nicht so einfach sein – zumal diese, wenn der Antrieb integriert ist, auch recht schwer sein wird.

"In dem Maße, wie der Fahrer immer weniger Einfluss auf autonom fahrende Autos hat, kommt den Reifen als primärer Verbindung zur Straße eine immer größere Bedeutung zu" , sagt Goodyear-Technikchef Joseph Zekoski(öffnet im neuen Fenster) . Ein Konzept wie Eagle 360 könne dazu dienen, neue Denkwege zu eröffnen.


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