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EA Sports FC 27: KI ersetzt Kommentator - und der findet es gut

Die KI spricht Spielernamen, der Mensch die Emotionen: In EA Sports FC 27 teilen sich Kommentator und Software erstmals hörbar die Arbeit.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von EA Sports FC 26 (Bild: EA Sports)
Artwork von EA Sports FC 26 Bild: EA Sports

Viele Gamer lehnen den Einsatz von KI in Computerspielen grundsätzlich ab. Bei dem für Herbst 2026 geplanten Fußballspiel EA Sports FC 27 könnte es ausnahmsweise doch Verständnis dafür geben: Ausgerechnet der Kommentator selbst möchte, dass eine künstliche Version seiner Stimme einen Teil der Arbeit übernimmt.

BBC-Sprecher Guy Mowbray hat Electronic Arts laut einem Bericht des Senders(öffnet im neuen Fenster) erlaubt, seine Stimme per KI nachzubilden.

Ein trainiertes Sprachmodell analysiert dazu bestehende Aufnahmen und lernt typische Merkmale wie Klangfarbe, Tempo und Betonung. Anschließend erzeugt die Software neue Sprachzeilen selbstständig, ohne dass Mowbray jedes Wort im Studio einsprechen muss.

Der Einsatzbereich ist laut BBC begrenzt. Die KI soll vor allem standardisierte Inhalte wie Namen oder kurze Spielsituationen vertonen.

Genau hier liegt offenbar das größte Produktionsproblem moderner Fußballspiele: Zehntausende Profis und Talente müssen in mehreren Varianten aufgenommen werden, etwa neutral, überrascht oder euphorisch. Transfers oder neue Wettbewerbe bedeuten sonst tagelange Nachaufnahmen.

Emotionale Kommentare bleiben dagegen Handarbeit. Dramaturgie, Timing oder humorvolle Einwürfe sollen weiterhin von echten Sprechern kommen.

Der Mensch macht die kreativen Passagen

Die Entwickler trennen damit zwischen Routine und Performance: Maschine für Masse, Mensch für Persönlichkeit. Ob bei der Vertonung der deutschen Version des Sportspiels auch KI verwendet wird, ist unklar; das Spiel ist bislang nicht offiziell angekündigt.

Mowbray begrüßt die Technik, weil sie monotone Studioarbeit ersetzt. Statt lange Namenslisten vorzulesen, konzentriert er sich auf kreative Passagen. Für ihn wird die KI damit eher Werkzeug als Konkurrenz.

Technisch handelt es sich um Voice-Cloning: Ein neuronales Netz erzeugt neue Sprache auf Basis eines gelernten Stimmprofils. Entscheidend ist die Zustimmung des Sprechers: Die Stimme gilt als persönliches Merkmal und darf nicht ohne Freigabe genutzt werden. Synchronsprecher bei Netflix Deutschland streiken gerade im Streit um die Rechte an ihren Stimmen.


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