EA-18G Growler: Elektronische Waffen gegen Venezuelas Flugabwehr

Die US Navy hat bei der Militäroperation in Venezuela zur Entführung von Präsident Nicolás Maduro am Wochenende ihre EA-18G Growler-Flugzeuge(öffnet im neuen Fenster) eingesetzt. Die spezialisierten Boeing-Jets trugen laut einem Bericht des Wall Street Journals(öffnet im neuen Fenster) maßgeblich dazu bei, die Flugabwehr des Landes zu neutralisieren – gemeinsam mit rund 150 weiteren US-Kampfflugzeugen.
Die Growler-Staffel, bekannt als Zappers, operiert mit Flugzeugen, die ausschließlich für elektronische Kriegsführung konzipiert sind. Diese Maschinen zielen auf Kommunikationssysteme, Radaranlagen und andere signalbasierte Infrastruktur ab. Die Jets spielten vermutlich eine zentrale Rolle dabei, die venezolanische Militärkommunikation zu stören und Radarstandorte während der Operation zu lokalisieren.
Elektronische Kriegsführung erhält in Militärkreisen seit ihrer umfassenden Anwendung im Ukraine-Konflikt wieder verstärkt Aufmerksamkeit. Nach dem Ende des Kalten Krieges hatte das Feld in den US-Streitkräften an Priorität verloren. Einige Analysten bezweifeln daher, ob die amerikanischen Fähigkeiten mit den Entwicklungen in Russland und China Schritt gehalten haben, wie das Wall Street Journal schreibt.
An der Wochenendoperation waren mehrere Flugzeugtypen beteiligt, darunter F-22- und F-35-Kampfjets, F-18-Maschinen, B1-Bomber und unbemannte Systeme.
Veraltete Flugabwehr
Venezuelas Flugabwehr besteht hauptsächlich aus Ausrüstung sowjetischer und russischer Bauart. Das Land betreibt laut WSJ etwa ein Dutzend S-300-Lenkwaffen-Systeme. Ähnliche Versionen dieser Systeme wurden im vergangenen Jahr von israelischen Streitkräften bei Operationen gegen den Iran außer Kraft gesetzt.
Rüstungsanalyst Nick Cunningham sagte der Zeitung, die in Venezuela angewandten Taktiken seien gegen besser ausgerüstete Gegner wie Russland oder China möglicherweise weniger wirksam gewesen. Die begrenzten Fähigkeiten und die veraltete Ausrüstung des venezolanischen Militärs stellten geringere Herausforderungen dar als das, was US-Streitkräfte andernorts vorfinden könnten.
Der Growler basiert auf Boeings F/A-18F Super Hornet und wurde 2009 in den Dienst gestellt. Der Jet hat eine zweiköpfige Besatzung, wobei ein Mitglied auf elektronische Kriegsführung spezialisiert ist. 2021 kostete jede Maschine etwa 67 Millionen US-Dollar.
Die Fähigkeiten des Growlers gehen über einfache Störsender hinaus. Das Flugzeug kann mehrere Maschinen auf feindlichen Radarsystemen simulieren und trägt Anti-Radar-Raketen, die für die Erkennung und Zerstörung feindlicher Radaranlagen konzipiert sind.