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Teurer als ein neuer Dieselbus

Die E-Trofit-Busse haben jedoch einen recht großen Akku, der für einen Tageseinsatz mit Kühlung im Sommer und Heizung im Winter ausreichen soll. Wichtig ist dabei natürlich, den Bus während des Ladens schon entsprechend vorzuklimatisieren. Nach Bedarf sollen weitere Akkus auf dem Dach installiert werden können.

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Der hohe Anspruch hat allerdings auch seinen Preis. Laut Geschäftsführer Andreas Hager kostet die Umrüstung je nach Zustand des Fahrzeugs und nach Ausstattungspaket zwischen 300.000 und 350.000 Euro. Das ist sogar mehr, als ein neuer Dieselbus kostet. Ein komplett neuer Elektrobus kostet aber sogar doppelt so viel. Daher geht E-Trofit davon aus, dass sich auch eine Nachrüstung älterer Busse lohnt, die schon etliche Jahre im Nahverkehr auf dem Buckel haben. Laut Hager ist der Bus ohne Förderung bei den Gesamtbetriebskosten (TCO) sogar günstiger als ein Dieselbus. "Das schaffe ich bei einem Elektrobus bei den doppelt so hohen Anschaffungskosten nicht", sagt Hager.

Sollten von den 8.000 Anfragen etliche in konkrete Bestellungen umgewandelt werden, müssen die 35 E-Trofit-Mitarbeiter jedoch nicht selbst Hand an die Busse anlegen. Dazu hat das Unternehmen bereits Partnerwerkstätten für die Umrüstung geschult. ZF stellt dafür als Serienlieferant sein Werkstattnetz zur Verfügung. E-Trofit nimmt anschließend die Fahrzeuge ab und nimmt sie final in Betrieb. Wenn alle Komponenten bei den Werkstätten vorliegen, soll die Umrüstung in vier Wochen über die Bühne gehen. Die Zulassung der Elektrobusse erfolgt dann per Einzelabnahme.

Umweltministerium lehnt Förderung ab

Ein Problem für das Unternehmen: Zwar gibt es in Deutschland mehrere staatliche Förderprogramme für die Anschaffung von sauberen Bussen, doch die komplette Umrüstung ist dabei nicht ausdrücklich vorgesehen. So teilte das Bundesumweltministerium auf Anfrage von Golem.de mit: "Die Förderrichtlinie des BMU zur Anschaffung von Elektrobussen im ÖPNV (PDF) sieht eine Förderung der Nachrüstung beziehungsweise Umrüstung von ÖPNV-Bussen mit Elektromotoren nicht vor. Nach unseren Informationen wird angesichts der Kosten für die Umrüstung, die im Bereich der Mehrkosten für neue Elektrobusse liegen, seitens der Verkehrsunternehmen eine Neubeschaffung einer Umrüstung in der Regel vorgezogen." Für eine Änderung der Förderrichtlinie des Umweltministeriums werde vor diesem Hintergrund kein Bedarf gesehen.

  • Der von E-Trofit umgerüstete Citaro von Mercedes-Benz auf Testfahrt in Ingolstadt. (Foto: Friedhelm Greis)
  • Von außen unterscheidet er sich kaum von einem Dieselbus. (Foto: Friedhelm Greis)
  • Auch die Fahrerkabine ist nahezu unverändert. (Foto: Friedhelm Greis)
  • Lediglich ein zusätzliche Display mit den elektrischen Verbrauchsdaten ist angebracht worden. (Foto: Friedhelm Greis)
  • Dennoch trifft es zu: Der frühere Dieselbus fährt komplett elektrisch. (Foto: Friedhelm Greis)
  • In der E-Trofit-Werkstatt erkennt man hinter der Verkleidung den Kühler für Antrieb und Batterien. (Foto: Friedhelm Greis)
  • Unter dem Kühler ist die Leistungselektronik angebracht. (Foto: Friedhelm Greis)
  • In den Heckbereich passen vier Batteriepakete à 60 kWh. (Foto: Friedhelm Greis)
  • Ein entkernter Citaro wartet auf den Einbau der Batterien. (Foto: Friedhelm Greis)
  • Die elektrische Antriebsachse stammt vom Zulieferer ZF. (Foto: Friedhelm Greis)
  • Die beiden Motoren verfügen jeweils über 125 kW Leistung. (Foto: Friedhelm Greis)
  • Der Bus lässt sich auch mit Gleichstrom schnell laden. (Foto: Friedhelm Greis)
  • Vier Wochen soll die Umrüstung in Partnerwerkstätten dauern. (Foto: Friedhelm Greis)
Dennoch trifft es zu: Der frühere Dieselbus fährt komplett elektrisch. (Foto: Friedhelm Greis)

Bei batterieelektrischen Bussen fördert das Ministerium "maximal 80 Prozent der beihilfefähigen Investitionsmehrkosten bzw. -ausgaben". Das können pro Bus mehrere 100.000 Euro sein. Daher hatten die Kommunen kritisiert, dass die geplanten Fördermittel nur für wenige 100 Busse ausreichten. Nach Angaben des Umweltministeriums sind bundesweit derzeit 36.000 Linienbusse unterwegs. Es würde 25 Milliarden Euro kosten, sie durch neue Elektrobusse zu ersetzen.

Umweltministerium prüft im Einzelfall

Das Bundesverkehrsministerium unterstützt laut Förderrichtlinie Elektromobilität vom 5. Dezember 2017 (PDF) "die Beschaffung von Elektrofahrzeugen mit dem Ziel der Erhöhung der Fahrzeugzahlen". In dieser Richtlinie ist ebenfalls nicht von Umrüstung die Rede. Das Ministerium räumte auf Nachfrage von Golem.de ein, dass die Bundesregierung zurzeit kein Förderprogramm anbiete. Denn: "Nach unseren Erkenntnissen wollen Kommunen und Busunternehmen entweder kostengünstig Dieselbusse umweltfreundlich nachrüsten oder gleich neue Elektrobusse kaufen."

Dennoch würden solche Umrüstungen generell nicht ausgeschlossen, so dass in den jüngsten Förderaufrufen die Formulierung enthalten sei: "In Fahrzeugsegmenten, in denen keine Serienfahrzeuge verfügbar sind, ist die Förderung von Fahrzeugumrüstungen auf batterieelektrische Systeme möglich. Über die Förderwürdigkeit von Umrüstlösungen wird im Einzelfall entschieden." Das Ministerium werde die Entwicklung "weiter beobachten". Derzeit geht E-Trofit davon aus, dass "solche Anträge wohlwollend geprüft und gefördert" werden.

Immerhin heißt es in dem am vergangenen Freitag beschlossenen Klimapaket der Bundesregierung (PDF): "Die Modernisierung und klimaschonende Umrüstung von Busflotten werden durch die Verstärkung der Förderung von Bussen mit elektrischen und wasserstoffbasierten Antrieben sowie Bussen, die mit Biogas betrieben werden, weiter vorangetrieben." Das klingt durchaus danach, als könnte E-Trofit künftig nicht nur im Einzelfall von einer Förderung profitieren. Sonst könnte der Erfolg vor allem davon abhängen, ob die Hersteller schneller neue Elektrobusse liefern können, als die Entwickler die alten Dieselbusse hacken können.

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My1 28. Sep 2019

also hier in chemnitz gibt es 8 nachtbuslinien die einmal pro stunde fahren. jede dieser...

mifritscher 27. Sep 2019

Zumal sie vermutlich mechanisch auch einiges robuster sind. Mir sind privat schon so...

Gastbeitrag 24. Sep 2019

Ich finde deinen Einwand durchaus berechtigt. Aber insgesamt hätte man auch darauf...

Anonymer Nutzer 24. Sep 2019

Hybride sind Mumien mit Herzschrittmacher

Kofola 23. Sep 2019

In Teplice, Ostrava und vielen anderen Städten in Tschechien fahren Trolleybusse. Keine...


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