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Regionalzüge, wie hier der Talent 2, fahren oft über mehrere Tarifgebiete.
Regionalzüge, wie hier der Talent 2, fahren oft über mehrere Tarifgebiete. (Bild: Deutsche Bahn AG / Uwe Miethe)

E-Ticket Deutschland: Tarife von 377 Verkehrsunternehmen werden auf Linie gebracht

Regionalzüge, wie hier der Talent 2, fahren oft über mehrere Tarifgebiete.
Regionalzüge, wie hier der Talent 2, fahren oft über mehrere Tarifgebiete. (Bild: Deutsche Bahn AG / Uwe Miethe)

Aus dem über zehn Jahre alten E-Ticket Deutschland soll bald eine deutschlandweit einsetzbare Karte für den ÖPNV werden. Dazu werden zahlreiche Tarifeigenarten erfasst, die Darstellung wird standardisiert und in digitaler Form verarbeitbar gemacht. Die Bedienung bleibt allerdings uneinheitlich.

Nach mehr als einem Jahrzehnt der Entwicklung wird einer der Grundbausteine für den deutschlandweiten Einsatz des E-Ticket Deutschland geschaffen. Trotz des Namens ist das Ticket, das 2005 bei der Saarbahn eingeführt wurde, ein regionales Ticket. Um es deutschlandweit einsetzen zu können, braucht es Vorarbeiten, die bisher nicht angegangen wurden. 377 Verkehrsunternehmen haben sich im Mai 2017 darauf geeinigt dafür gemeinsam alle ihre Tarifinformationen in einen großen Datenpool einzufügen. Zugleich wird die Darstellung der Daten standardisiert, was die Folgeverarbeitungen vereinfachen sollte. Schließlich ändern sich Tarife regelmäßig im ÖPNV.

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Damit wird es nach Angaben des Unternehmens E-Ticket Deutschland möglich, die zahlreichen kleinen Lösungen miteinander zu vernetzen. Mit Hilfe von Tarifmodulen soll für Fahrgäste ab Ende 2018 die Möglichkeit bestehen, auch in einem fremden Tarifraum korrekt abgerechnet zu werden, sei es über Guthaben oder als Elektronischer Fahrschein, der gespeichert wurde, was derzeit eine der Hauptanwendungen ist. Selbst Fahrten von einem Tarifsystem in ein anderes werden möglich.

Bundestarife fehlen

Das dürfte eine sehr große Aufgabe werden, zumal die Verkehrsunternehmen in aller Regel auf ihrer Tarifautonomie bestehen. Ein bundesweit einheitlicher Kurzstreckentarif beispielsweise würde die Aufgabe sicher erleichtern und auch dem Kunden verständlicher machen. Vorteilhaft ist allerdings, dass sich zahlreiche Verkehrsunternehmen ohnehin in Verbünden zusammengeschlossen haben. Es gibt also in vielen größeren Regionen wie denen des RMV, des HVV oder auch VBB bereits einheitliche Tarife. Einzelne Sonderregelungen für Verbundteilnehmer sind aber nicht ungewöhnlich, insbesondere, wenn das Verkehrsunternehmen eine gewisse Historie hat und zum Beispiel ein alter Straßenbahnbetrieb ist.

Mit dem E-Ticket Deutschland soll es dann einfacher werden, sich beispielsweise als Berliner mit seiner Fahrcard des Verkehrsverbunds Berlin- Brandenburg (VBB) im Tarifbereich des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) eine Wochenkarte zu kaufen und auf der Fahrcard zu speichern. Bisher ist das laut VBB nicht möglich.

Informieren müssen sich Fahrgäste dennoch weiterhin, zum einen über die Tarifstrukturen und zum anderen darüber, was über das E-Ticket Deutschland in dem jeweiligen Tarifraum möglich ist. Bei einem Tarifraum mag etwa nur ein Abonnement möglich sein. Ein anderer Tarifraum wiederum zwingt nur Wochenkartennutzer zum E-Ticket. Ein weiterer Tarifraum mag nur ein Geldbörsensystem unterstützen.

Nutzer müssen sich trotzdem an lokale Eigenarten gewöhnen

Zudem wird damit auch die Bedienung nicht standardisiert. Das E-Ticket Deutschland ist auf verschiedene Kontrollmechanismen vorbereitet. Die Spezifikation ist dementsprechend umfangreich. Das kann etwa eine reine Einstiegskontrolle für einen elektronischen Fahrschein sein, ein Tap-in- und Tap-out-System zur distanzbasierten Berechnung des Fahrpreises, ein alleiniges Tap-in-System ohne Tap-out etwa für produktbasierte Tarife. Selbst die Mischung wäre möglich.

Auch ein Be-in- und Be-out-System ist Teil der Spezifikation. Dabei erkennt das Verkehrsmittel die Anwesenheit eines Fahrgastes und berechnet ohne Nutzerinteraktion den Preis. Das geht natürlich nicht mit den bei E-Ticket-Systemen meist üblichen Smartcards. Getestet wird es dennoch mit RFID-Smartcards, die dann eine höhere Reichweite haben. Be-in- und Be-out-Systeme funktionieren aber auch mit Smartphones, etwa das als Hintergrundsystem angebotene Touch & Travel.

Das gesamte Vorhaben würde damit dem Ziel der Bundesregierung entsprechen, bis 2019 ein deutschlandweites E-Ticket-System einzuführen. Das Bundesverkehrsministerium fördert das Vorhaben mit 16 Millionen Euro. Ob das reichen wird, um ein System aufzubauen, das etwa dem entspricht, was in London (Oyster), Hongkong (Octopus), den Niederlanden (OV-Chipkaart) oder im Raum Tokio (Suica, Pasmo) längst Standard ist, bleibt abzuwarten. Nach derzeitigem Stand wird das E-Ticket Deutschland 70 Prozent der Bevölkerung erreichen.

Das E-Ticket Deutschland in seiner regionalen Variante ist bereits bei zahlreichen Verkehrsbetrieben im Einsatz oder Wirkbetrieb, wie es von den Machern genannt wird. Die Verfügbarkeit ist aber meist nur für Stammkunden gegeben, da Einzelfahrscheine oder Geldfunktionen zum Kauf von Fahrscheinen äußerst selten eingesetzt werden. Zudem experimentieren zahlreiche Verkehrsbetriebe noch und versuchen funktionierende Hard- und Software-Kombinationen zu finden.


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Apfelbrot 17. Jul 2017

TJa du kannst aber keine Fördergelder für ein einheitliches System einstecken wenn dein...

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johnripper 14. Jul 2017

Das Datenbank-Thema habe nicht ich ins Gespräch gebracht.

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Spaghetticode 14. Jul 2017

Gibt es denn alternative Verfahren, die die Mehrfachnutzung effektiv verhindern können...

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Berner Rösti 14. Jul 2017

Okay, ich hatte mich schon gewundert. Ein kleiner Seitenhieb darauf, dass das E-Ticket...

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McFly 14. Jul 2017

... keine Ahnung warum. In der zweiten Sekunde hab ich erst die Überschrift gelesen und...

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