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Die BVG prüft nicht richtig, was der Dienstleister macht

Auf die Problematik angesprochen, reagiert die BVG schnell. Ein Dienstleister habe eine Software aufgespielt und die Schreibfunktion ohne Wissen der BVG wieder reaktiviert. Auf die Frage, wie lange dies her sei, gab es bisher keine Antwort. Wir haben ein Log vorliegen, dass die Verwendung der Schreibfunktion seit Anfang 2017 belegt. Bis Ende der Woche soll die Funktion in allen Bussen deaktiviert werden.

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Das Ganze zeigt allerdings, dass die BVG offenbar Software-Updates durch Dienstleister verteilt, ohne diese auf die Grundfunktionen hin zu überprüfen. Ob eine Schreiboperation durchgeführt wird, lässt sich binnen weniger Sekunden selbst ohne spezielle Werkzeuge testen, und das sollte eigentlich Pflicht sein - zumal die BVG das Problem ja bereits kennt. Wir gehen davon aus, dass solche Fehler in Zukunft weiter passieren werden und raten dazu, die Fahrcard periodisch selbst zu überprüfen.

  • Das Transaktionslog der Fahrcard lässt ein detailliertes Fahrtenprofil zu. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Eine Auswahl unserer E-Tickets aus Hongkong (Octopus), Taiwan (iPASS und EasyCard), Shenzen (Shenzen Tong) und Shanghai (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Nicht ganz so bunt, aber immer noch Schick: Tap (LA), Ventra (Chicago), 2 x Clipper (Bay Area), Compass (San Diego), Opus (Montreal) und Orca (San Diego). (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • T-Money bemüht sich, mit niedlichen Karten samt Packung. Die rote Snapper-Card aus Wellington ist ebenfalls T-Money. Die AT-HOP-Card wird in Auckland eingesetzt. Unten: zwei E-Tickets aus Busan. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Chaos in Bangkok: die drei linken Karten sind zueinander inkompatibel. Viel Mühe gibt sich EZ Link aus Singapur (zwei Karten). Oben: Touch 'n' Go aus Kuala Lumpur. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Unsere Suica konnten wir sogar am Automaten personalisieren. Rechts darunter: Icoca (Kansai-Region) mit Hello-Kitty-Design für Touristen. Links: Okica für Okinawa. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Unsere Karwa Card aus Doha (links oben) und eine Kollektion aus Europa. Die grüne Karte stammt aus Helsinki. Eine Besonderheit: die Glasgow-Karte gehört zum ITSO-UK-System. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Helsinki, Valencia, Sevilla, Bangkok  und Lissabon geben Papiertickets mit Chip aus. Der Anhänger ist aus Seoul (T-Money). Durchaus vertreten: Magnetstreifensysteme (BCN/NYC). (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
Chaos in Bangkok: die drei linken Karten sind zueinander inkompatibel. Viel Mühe gibt sich EZ Link aus Singapur (zwei Karten). Oben: Touch 'n' Go aus Kuala Lumpur. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)

Wie viele Kunden betroffen sind, ist auch dieses Mal unklar. Es bleibt abzuwarten, ob die BVG anders als vor zwei Jahren ihre Kunden informieren wird. Wer Bewegungspunkte auf seiner Karte findet, kann sie seit Februar 2016 löschen lassen, muss dazu aber an spezielle Schreibgeräte gehen. Aus einem Praxistest von vor zwei Jahren wissen wir außerdem, dass die BVG bei einer beharrlichen Beschwerde ein E-Ticket durchaus auf Papier umstellt.

E-Ticket-Systeme sind eigentlich kundenfreundlich

Das E-Ticket Deutschland ist mittlerweile über zehn Jahre alt, soll laut einigen Verkehrsverbünden nicht deutschlandweit eingesetzt werden und gehört weltweit mit Abstand zu den fehlerhaftesten und unpraktischsten E-Ticket-Systemen, die wir kennen. Die Redaktion von Golem.de hat sich international mit mehr als 30 E-Ticket-Systemen in der Praxis beschäftigt, die in aller Regel äußerst zuverlässig und kundenfreundlich sind.

Zu der Auswahl der Systeme, die wir kennen, gehören: Octopus (Hong Kong), T-Money (hauptsächlich Seoul und als Snapper Card in Wellington), Icoca (Kansai-Region plus große Teile Japans), Suica/Pasmo (Tokio/große Teile Japans), Okica (Okinawa, Japan), Rabbit/BEM/SRTET (Bangkok), Touch 'n' Go (Kuala Lumpur), Easycard (Taiwan), Shenzen Tong (Shenzen), Viva Viagem (Lissabon), EZ Link (Singapur), Karwa (Doha), OV Chipkaart (Niederlande), Oyster (Greater London Area), Tap (Los Angeles), Ventra (Chicago) und Clipper (San Francisco/Oakland/Bay Area).

All diese Systeme funktionieren gut, haben oft eine Guthaben-Funktion und können insbesondere in Asien als Kleingeld-Ersatz im Alltag, etwa in Convenient Stores (Family Mart, 7/11, Ministop, Hi-Life, Lawson) verwendet werden. Unseres Wissens nach ist in Deutschland jedoch keines dieser bewährten Systeme im Einsatz. Wir freuen uns über Hinweise dazu, wie andere Verkehrsverbünde funktionieren, sei es per E-Mail, Social Media oder auch im Forum, da wir als überwiegend Berliner Redaktion nicht jeden Verbund überprüfen können. Die Erfahrung zeigt leider, dass sich Berliner E- und Handy-Ticket-Probleme häufig in andere Regionen übertragen lassen.

 Bewegungsprofile auszulesen, dürfte kein Problem sein
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AntonZietz 20. Dez 2017

Dein verlinkter Artikel hat *nichts* mit diesem Fall hier zu tun. Einen der beiden...

EQuatschBob 18. Dez 2017

Es sind Magnetkarten, die man mit Bargeld an U-Bahnhöfen (subte) und Kiosks aufladen...

Haf 17. Dez 2017

Ich verstehe nicht so ganz, wie hier beim deutschen System insbesondere auf der...

Mini-Me 15. Dez 2017

Da Dan es nicht direkt gesagt hat mache ich es einmal: Ja auf einer EZ Link Karte wird...

2ge 15. Dez 2017

Wo ich lebe (China) haben wir eine anonyme Wertkarte für den Nahverkehr. Abgerechnet...


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