Abo
  • Services:

Bewegungsprofile auszulesen, dürfte kein Problem sein

Das Setzen von Bewegungspunkten ist mittlerweile so zuverlässig, dass wir mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein komplettes Bewegungsprofil aus der Fahrcard auslesen können, wenn der Nutzer viel mit dem Bus fährt. Eine Lücke durch eine U- oder S-Bahn-Fahrt lässt sich mit ein wenig Kenntnis normalerweise leicht schließen. Das Netz in Berlin ist zwar groß, aber nicht allzu komplex.

Stellenmarkt
  1. Landesbank Hessen-Thüringen, Offenbach am Main
  2. Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen Referat Verwaltung/Personal (BKZ), Pirna

Anhand der Uhrzeiten könnten wir solche Probleme dank Fahrplankenntnis mit etwas Kombinationsgabe einfach lösen. Dabei sind Fahrgäste, die im Einzugsbereich von Bahnsystemen agieren, besser vor solchem Ausspionieren geschützt als jene, die an Orten wohnen und arbeiten, wo Busse das Verkehrsmittel der Wahl sind.

  • Das Transaktionslog der Fahrcard lässt ein detailliertes Fahrtenprofil zu. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Eine Auswahl unserer E-Tickets aus Hongkong (Octopus), Taiwan (iPASS und EasyCard), Shenzen (Shenzen Tong) und Shanghai (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Nicht ganz so bunt, aber immer noch Schick: Tap (LA), Ventra (Chicago), 2 x Clipper (Bay Area), Compass (San Diego), Opus (Montreal) und Orca (San Diego). (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • T-Money bemüht sich, mit niedlichen Karten samt Packung. Die rote Snapper-Card aus Wellington ist ebenfalls T-Money. Die AT-HOP-Card wird in Auckland eingesetzt. Unten: zwei E-Tickets aus Busan. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Chaos in Bangkok: die drei linken Karten sind zueinander inkompatibel. Viel Mühe gibt sich EZ Link aus Singapur (zwei Karten). Oben: Touch 'n' Go aus Kuala Lumpur. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Unsere Suica konnten wir sogar am Automaten personalisieren. Rechts darunter: Icoca (Kansai-Region) mit Hello-Kitty-Design für Touristen. Links: Okica für Okinawa. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Unsere Karwa Card aus Doha (links oben) und eine Kollektion aus Europa. Die grüne Karte stammt aus Helsinki. Eine Besonderheit: die Glasgow-Karte gehört zum ITSO-UK-System. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Helsinki, Valencia, Sevilla, Bangkok  und Lissabon geben Papiertickets mit Chip aus. Der Anhänger ist aus Seoul (T-Money). Durchaus vertreten: Magnetstreifensysteme (BCN/NYC). (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
Helsinki, Valencia, Sevilla, Bangkok und Lissabon geben Papiertickets mit Chip aus. Der Anhänger ist aus Seoul (T-Money). Durchaus vertreten: Magnetstreifensysteme (BCN/NYC). (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)

Was in unserem Beispiel noch fehlt, ist der genaue Endpunkt. Wenn es eine Bushaltestelle wäre, würden wir diesen Punkt aber am nächsten Morgen auf dem Weg zur Arbeit setzen. Viele Menschen sind Gewohnheitstiere und wählen nicht regelmäßig andere Fahrtwege. Das machen allenfalls Bahnfans ab und an. Ein Fahrprofil ist also in vielen Fällen weder technisch noch praktisch ein Problem. Die BVG behauptet allerdings bis heute wider besseren Wissens, dass ein Fahrprofil nicht möglich sei.

Die Chipkarten müssen an die Lesegeräte gehalten werden

Zehn Einträge reichen bei vielen Fahrgästen mehr als aus, um ein Bewegungsprofil zu erstellen. Um diese zu erzeugen, müssen sie sich nur regelkonform verhalten. Laut der BVG-FAQ gilt: "Ist der Bus mit einem Kartenlesegerät ausgestattet, ist die fahrCard lediglich kurz an das Lesefeld heranzuführen". Und auch laut den VBB-Beförderungsbedingungen ist eine Chipkarte mit EFS unaufgefordert an ein Lesegerät zu halten.

Der Missbrauch des Systems, um etwa den Partner oder Kinder auszuspionieren, kann kaum verhindert werden. Das Transaktionslog ist fester Bestandteil des E-Ticket Deutschland und wird teilweise von Entwicklern unterschiedlich interpretiert. Das System ist mittlerweile zudem so genau, dass auch gezielt Punkte bei Ahnungslosen gesetzt werden können. Die verweilen mitunter für Jahre auf den Karten, wie die Erfahrung zeigt, solange sie nicht regelmäßig überschrieben werden.

Kunden haben nicht die Wahl

Trotz der bekannten technischen Unzulänglichkeiten verweigert die BVG den Kunden die Wahlmöglichkeit. Tarife, die auf das E-Ticket umgestellt wurden, werden nicht mehr als Papierversion verkauft. Die FAQ entspricht zudem nicht immer den technischen Tatsachen, so wird immer noch behauptet, dass Fahrtenprofile nicht erstellbar sind. Das war allerdings von Anfang an möglich. Auch die vollständige Verschlüsselung existiert nicht, da Bewegungspunkte leicht auslesbar sind. Laut BVG-FAQ gab es seit 2006 nicht einen einzigen Missbrauchsfall. Wir würden das, was wir mit der VBB-Fahrcard des Kollegen angestellt haben, allerdings als Missbrauch einstufen.

Das ganze System bringt seinen Nutzern Nachteile, aber auch Vorteile, wobei die Verkehrsbetriebe zu den prinzipiellen Nachteilen in der Regel nicht informieren, auch wenn diese bekannt sind. Ein ehrlicher, transparenter Umgang mit den Kunden würde wohl dem Ziel der Verbreitung widersprechen. Zum einen lässt sich unterwegs kaum noch beweisen, dass das eigene Ticket gültig ist, wenn die Technik versagt. Gerade im weiteren Umland von Berlin ist das System derart fehlerhaft, dass für den Bereich teilweise keine E-Tickets verteilt werden. Wie uns BVG-Mitarbeiter schon in unserer damaligen Recherche mitteilten, gab es zu viele Schwarzfahrer mit gültigen Tickets.

Zum anderen muss bei einem Schaden mit Kosten gerechnet werden. Eine Ersatzkarte kostet bei Beschädigung 10 Euro, obwohl der VDV-Einkaufspreis deutlich unter einem Euro liegt. Unserer Erfahrung nach kann es bei unzuverlässig funktionierenden Karten durchaus passieren, dass die Gebühr bezahlt werden muss. Vorteil ist allerdings, dass die Karte bei Diebstahl oder säumigen Zahlern gesperrt wird und schnell Ersatz angefordert werden kann. Wer seine Papierkarte verliert, der bekommt keinen Ersatz.

 E-Ticket Deutschland bei der BVG: Bewegungspunkt am StraßenstrichDie BVG prüft nicht richtig, was der Dienstleister macht 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. (heute u. a. JBL BAR Studio für 99€ statt 137,90€ im Vergleich)
  2. (heute u. a. NZXT N7 Z370 Matte Black Mainboard für 237,90€ + Versand statt 272,90€ im...
  3. 263,99€
  4. 44,98€ + USK-18-Versand

AntonZietz 20. Dez 2017

Dein verlinkter Artikel hat *nichts* mit diesem Fall hier zu tun. Einen der beiden...

EQuatschBob 18. Dez 2017

Es sind Magnetkarten, die man mit Bargeld an U-Bahnhöfen (subte) und Kiosks aufladen...

Haf 17. Dez 2017

Ich verstehe nicht so ganz, wie hier beim deutschen System insbesondere auf der...

Mini-Me 15. Dez 2017

Da Dan es nicht direkt gesagt hat mache ich es einmal: Ja auf einer EZ Link Karte wird...

2ge 15. Dez 2017

Wo ich lebe (China) haben wir eine anonyme Wertkarte für den Nahverkehr. Abgerechnet...


Folgen Sie uns
       


Fazit zu Shadow of the Tomb Raider

Wir tauchen mit Lara in der Apokalypse ab und verfassen unser Fazit.

Fazit zu Shadow of the Tomb Raider Video aufrufen
Life is Strange 2 im Test: Interaktiver Road-Movie-Mystery-Thriller
Life is Strange 2 im Test
Interaktiver Road-Movie-Mystery-Thriller

Keine heile Teenagerwelt mit Partys und Liebeskummer: Allein in den USA der Trump-Ära müssen zwei Brüder mit mexikanischen Wurzeln in Life is Strange 2 nach einem mysteriösen Unfall überleben. Das Adventure ist bewegend und spannend - trotz eines grundsätzlichen Problems.
Von Peter Steinlechner

  1. Adventure Leisure Suit Larry landet im 21. Jahrhundert

Lichtverschmutzung: Was Philips Hue mit der Tierwelt im Garten macht
Lichtverschmutzung
Was Philips Hue mit der Tierwelt im Garten macht

LEDs für den Garten sind energiesparend und praktisch - für Menschen und manche Fledermäuse. Für viele Tiere haben sie jedoch fatale Auswirkungen. Aber mit einigen Änderungen lässt sich die Gartenbeleuchtung so gestalten, dass sich auch Tiere wohlfühlen.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Play und Signe Neue farbige Philips-Hue-Leuchten für indirektes Licht
  2. Smart Home Weitere Hue-Leuchten fürs Badezimmer vorgestellt
  3. Badezimmerspiegel Philips Hue kommt ins Bad

Pixel 3 XL im Test: Algorithmen können nicht alles
Pixel 3 XL im Test
Algorithmen können nicht alles

Google setzt beim Pixel 3 XL alles auf die Kamera, die dank neuer Algorithmen nicht nur automatisch blinzlerfreie Bilder ermitteln, sondern auch einen besonders scharfen Digitalzoom haben soll. Im Test haben wir allerdings festgestellt, dass auch die beste Software keine Dual- oder Dreifachkamera ersetzen kann.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Dragonfly Google schweigt zu China-Plänen
  2. Nach Milliardenstrafe Google will Android-Verträge offenbar anpassen
  3. Google Android Studio 3.2 unterstützt Android 9 und App Bundles

    •  /