Dem Trainer gehts um Taktik

Der Trainer konzentriert sich daher auf das Taktische, konkret die Auswahl der Champions, die sogenannte Pick-and-Ban-Phase. Bei Turnieren ist dies das kurze Zeitfenster, in dem die Coaches mit auf die Bühne dürfen. Prioritäten bei der Championwahl schaut sich Fischer auch in China oder Korea ab, hinterfragt, was er sieht, und versucht, "kreativer zu agieren".

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Eine spezielle Trainerhandschrift habe er nicht, sagt er. Er setze aber konsequent auf "den bestmöglichen Stil": "Ich will, dass meine Spieler keine Fehler machen und immer so spielen, als mache der Gegner auch keine." Wichtig ist für ihn auch, nicht überall reinzureden: "Man muss seinen Spielern vertrauen. Meine sind alle deutlich besser als ich."

Wenn sich Fischer und sein Team nach dem Training einen schönen Abend wünschen, ist der für alle noch lange nicht beendet. Während die Sportler noch bis zu fünf Stunden allein weiter trainieren, schaut sich der Coach frühere Spiele an und testet verschiedene Champions. Bis zu 15 Spiele absolviert er selbst pro Woche - ob das beruflich oder privat sei, kann er schwer sagen. Aber: "Eine 40-Stunden-Woche habe ich nicht."

Auch E-Sportler sollen sich bewegen

Seine Kotrainerin, eine der wenigen Frauen der Szene, nimmt alle Trainingsspiele auf und erstellt Gegneranalysen. Die Auswertung all dieser Daten mache inzwischen rund 60 Prozent seiner Vorbereitungszeit aus, sagt Fischer.

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Nur vor großen Turnieren treffen Coach und Spieler sich persönlich, jüngst knapp einen Monat lang in einem angemieteten Teamhaus in Osnabrück. Dann hat Fischer die seltene Gelegenheit, auch Einfluss darauf zu nehmen, wie sich seine Jungs ernähren und wie viel sie sich bewegen. Das ist dem Trainer, der schon als Vierjähriger beim F.C. Hertha 03 Fußball spielte, wichtig. Während der Analysen in Spielpausen müssen alle stehen. "Ich versuche auch, ein Vorbild zu sein", sagt Fischer - er geht täglich ins Fitnessstudio.

Vom Jurastudium in den Kotrainer-Job

Der geringe Altersunterschied zwischen Coach und Team sei kein Problem. "Manchmal bin ich aber nicht streng genug und zu guter Freund meiner Spieler", räumt er ein. Daher habe er auch mal "pädagogische Aufgaben" - etwa, wenn ein Spieler Stress mit seiner Freundin habe.

Nicht zu unterschätzen sei auch die Herausforderung, Eltern zu erklären, dass das, was ihr Sohn in seinem Zimmer treibe, "etwas Professionelles" sei. Ein Spieler musste schon mal trotz eines wichtigen Turniers mit seiner Familie in den Urlaub fahren. Ein anderer muss im Oktober aufhören, um sich aufs letzte Schuljahr zu konzentrieren.

Profiplayer war Fischer, dessen Spielername Arvindir ist, selbst nie: "Ich wusste immer, dass ich nicht gut genug dafür bin." Stattdessen interessierte er sich früh für die Trainerrolle - und konkret für LoL, das er seit 2012 selbst spielt und an dem ihn faszinierte, "wie tief es taktisch geht".

2014 war er mit einem Freund bei der Ifa und sprach am Stand von SK Gaming einfach ein paar Leute an. "Ein halbes Jahr später wurde jemand gebraucht, und ich bekam einen Anruf." Sein erster Einsatz war ehrenamtlich, nebenbei studierte er Jura. Das gab er jedoch mit dem ersten Vollzeitjob als Kotrainer bei Splyce auf. Seine Eltern waren davon anfangs nicht begeistert. "Aber mittlerweile gucken sie fast alle meine Spiele."

Eine Szene wie bei der Ifa würde sich heute vermutlich nicht mehr wiederholen. Stattdessen arbeitet der ESBD - E-Sport-Bund Deutschland an einer Professionalisierung und startete mit der ESBD-Akademie jüngst eine bundesweite Trainerausbildung.

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