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E-Sport: "Es ist sauschwer, an der Spitze zu bleiben"

GDC 2016
Preisgelder in Millionenhöhe und Popstar-Status sind nur die eine Seite von E-Sport: Der Job sei auch riskant, sagen erfahrene Spieler wie Thresh und Tricia Sugita.
/ Peter Steinlechner
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Dennis "Thresh" Fong und Stephen Ellis (früher SK Gaming) (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)
Dennis "Thresh" Fong und Stephen Ellis (früher SK Gaming) Bild: Peter Steinlechner/Golem.de

"Irgendetwas trennt die wirklich Großartigen von den nur sehr guten Spielern" , sagt der E-Sportler Dennis Fong. "Es gibt viele E-Sportler, die 15 Stunden am Tag trainieren und es trotzdem nicht schaffen" . Fong muss es wissen: Er ist eine Legende in der Branche, seitdem er es in den 90er Jahren unter dem Pseudonym Thresh zum ersten professionellen E-Sportler gebracht hat, der über Jahre gleich in mehreren Titeln, vor allem aber in Quake und Doom, die Konkurrenz dominiert hat.

Fong ist eher durch Zufall zum millionenschweren Profi geworden, wie er auf der Spieleentwicklerkonferenz GDC erzählt. Bei den meisten E-Sportlern heute sei das anders, sie würden aktiv eine Karriere anstreben - ein gewagter Schritt. Fong sagt: "Es ist ziemlich riskant, alles auf eine Karte zu setzen und die Schule oder die Uni oder den Job aufzugeben." Sehr viel Geld verdienten nämlich nur die Stars - der Großteil der Profi-E-Sportler verdiene höchstens ein paar Tausend US-Dollar im Monat.

Auch Tricia Sugita, die in leitender Funktion beim E-Sport-Dienstleister Azubu.tv arbeitet, sieht Risiken: "Es ist sauschwer, an der Spitze zu bleiben" , sagt die ehemalige Top-Starcraft-Spielerin. "Es kommen ständig frische Talente nach, die neue Taktiken beherrschen, man muss sich konstant weiterentwickeln" . Sie sagt aber auch, dass es - anders als noch vor wenigen Jahren - für echte E-Sport-Fans inzwischen viele Karrieremöglichkeiten gibt, etwa in der Organisation, in der Vermarktung, als Kommentator oder Trainer.

"Wir brauchen auch dringend Berater und Agenten für die Spieler" , ergänzt der ehemalige Profi Stephen Ellis (unter anderem SK Gaming). Obwohl es oft um größere Summen gehe, lasse kaum ein Spieler seine Verträge durch Anwälte überprüfen. Dabei sei das extrem wichtig. Im Grunde wünscht sich Ellis eine Spielergewerkschaft, wie es sie in den klassischen US-Sport-Ligen gibt, etwa im Basketball und im Football.

League of Legends Championship Series - Bericht
League of Legends Championship Series - Bericht (01:38)

"Aber das wird noch lange dauern" , fürchtet Ellis. Er hört immer wieder von E-Sportlern, die nach ihrer Karriere in Geldnot geraten - was im klassischen Sport trotz der noch höheren Gehälter ebenfalls vielen Athleten nach ihrem Karriereende passiere. Berater könnten da helfen, etwa mit Plänen zur langfristigen Geldanlage.

Besonderes Potenzial für E-Sportler sieht Robin Johansson von Twitch wiederum darin, den Spielentwicklern zu helfen. Der ehemalige Counter-Strike-Profi aus Schweden findet, dass es da noch zu wenig Zusammenarbeit gibt - dabei können gerade die E-Sportler auf Balanceprobleme frühzeitig hinweisen. "Riot macht das bei League of Legends sehr gut mit der Zusammenarbeit, während Valve irgendwie immer etwas mysteriös agiert" - kein Wunder, dass es etwa bei Team Fortress 2 in letzter Zeit zu erstaunlich großen Balanceproblemen kam.


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