E-Scooter von Lime im Test: Tritt zu, ich bin ein Roller!

In Berlin stehen die ersten E-Tretroller zu happigen Preisen zur Vermietung bereit. Zeit, zuzutreten: Ich habe mit einem E-Scooter von Lime die Straßen der Hauptstadt unsicher gemacht.

Ein Erfahrungsbericht von veröffentlicht am
Lime-Tretroller in Berlin
Lime-Tretroller in Berlin (Bild: Andreas Donath)

Der Standort des elektrischen Tretrollers wird in der Lime-App problemlos gefunden - ein paar Hundert Meter weiter stehen gleich zwei der Grün-Weißen, so viel Glück hat man in Berlin noch nicht immer.

Inhalt:
  1. E-Scooter von Lime im Test: Tritt zu, ich bin ein Roller!
  2. Was denken die anderen?

Der Roller wirkt mit seiner dicken Lenkstange, dem tiefen Trittbrett und dem Miniatur-Kennzeichenhalter am Hinterrad recht wuchtig und schwer - und das ist er auch: geschätzte 15 kg.

Vorn an der Lenkstange befinden sich links eine Klingel und der Vorderradbremshebel, rechts ein winziger Gashebel und in der Mitte ein Display, auf dem der Ladezustand des Rollers, die momentane Geschwindigkeit und der Verleihstatus angezeigt werden. Ein winziger QR-Code links am Lenker ermöglicht das Entsperren über die App, in der sich der Nutzer zuvor anmelden muss. Ein Identifikationsnachweis wird nicht verlangt, die Telefonnummer und E-Mail reichen. Die App gibt es für Android und iOS. Bezahlt werden kann mit Paypal oder Kreditkarte, wobei der Entsperrvorgang 1 Euro kostet und jede Minute weitere 15 Cent.

Die App weist darauf hin, dass ein Helm getragen werden sollte und der Roller nur auf der Straße und nicht auf dem Bürgersteig bewegt werden darf. Mehr als vier Roller sollen auch nicht nebeneinander gesparkt werden.

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Der Entsperrvorgang funktioniert in wenigen Sekunden, danach kann der Roller bewegt werden, ohne dass die eingebaute Alarmanlage Lärm macht.

Wieso fährt der nicht?

Wer nur den Gashebel drückt, stellt erstaunt fest, dass gar nichts passiert. Der Roller will wirklich wie das Gefährt aus Kindertagen mit einigen Tritten in Bewegung versetzt werden, bevor sich der Motor nutzen lässt. Was sofort auffällt, ist die Schwerfälligkeit des E-Scooters. Er beschleunigt recht langsam auf 19 von erlaubten 20 km/h. Die Geschwindigkeit reicht auf normalen Berliner Radwegen nicht immer, um mit dem muskelbetriebenen Zweiradverkehr mitzuhalten. Ich fühle mich sofort als Verkehrshindernis - zumal es Radfahrern schwerfällt, den Roller zu überholen, ohne in den Straßenverkehr auszuweichen.

Auf meiner Teststrecke mitten im Kreuzberger Feierabendverkehr mit schweren Lkw, Lieferwagen, Motorrädern, Fahrradfahrern und Autos bin ich eindeutig der schwächste Verkehrsteilnehmer auf der Straße, fühle mich jedoch nicht bedrängt, sondern eher beobachtet. Der Novitätscharakter des Rollers ist einfach so hoch, dass die Großen den Kleinen eher beschnuppern, als ihn gleich zu verbellen.

Das ändert sich rapide, wenn der ungeübte Rollerfahrer an einer Ampel wieder anfahren muss. Hier ist Augenmaß gefragt: Kann man gefahrlos treten oder kommt von hinten ein Radfahrer? Will gar jemand abbiegen? Dann noch der Gullideckel auf dem Radweg, der für einen gehörigen Rums sorgt. Vor lauter Schreck fällt das Antreten nicht wuchtig genug aus und der Roller kriecht nur vorwärts. Schnell wird nicht nur der Fahrer nervös, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer.

Mit Berliner Freundlichkeit wird dem Roller-Aspiranten aus dem offenen Fenster unmissverständlich nahegelegt, dass er sich vom Acker machen solle. Es gibt ja noch den Bürgersteig, aber da darf ich eigentlich gar nicht hin.

  • Lime-Tretroller mit Elektroantrieb (Bild: Andreas Donath)
  • Lime-Tretroller mit Elektroantrieb (Bild: Andreas Donath)
  • Lime-Tretroller mit Elektroantrieb (Bild: Andreas Donath)
  • Lime-Tretroller mit Elektroantrieb (Bild: Andreas Donath)
  • Lime-Tretroller mit Elektroantrieb (Bild: Andreas Donath)
  • Lime-Tretroller mit Elektroantrieb (Bild: Andreas Donath)
  • Lime-Tretroller mit Elektroantrieb (Bild: Andreas Donath)
  • Lime-Tretroller mit Elektroantrieb (Bild: Andreas Donath)
  • Lime-Tretroller mit Elektroantrieb (Bild: Andreas Donath)
Lime-Tretroller mit Elektroantrieb (Bild: Andreas Donath)

Nach einigen Hundert Metern unbeschwerter Fahrt die nächste Gefahrenstelle: Kopfsteinpflaster in einer Nebenstraße. Wer die Grenze der menschlichen Leidensfähigkeit austesten will, ist hier genau richtig. Kleine harte Reifen verzeihen keine Straßenunebenheiten, da nutzt auch die Federdämpfung vorne nichts. Erst verrutscht die Sonnenbrille, dann deuten sich Kopfschmerzen an.

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Was denken die anderen? 
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quasides 11. Jul 2019

einzige lösung, etwas über schrittgeschwindikeit ist ok, im fußgängerverkehr 7-10kmh mehr...

crazypsycho 09. Jul 2019

Ich fahre regelmäßig auf meinem Fitness-Fahrrad zu Hause, an der Faulheit liegt es nicht...

crazypsycho 05. Jul 2019

Damit man den Gang wechseln kann, muss man erst mal die Pedale treten. Wenn man das an...

Blackbird 05. Jul 2019

Wäre das Automobil keine Deutsche Erfindung würde es entweder immer noch auf eine...

crazypsycho 04. Jul 2019

Man muss bedenken, dass jeder Scouter-Fahrer auch um seine eigene Sicherheit besorgt...



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