E-Scooter: Von der Falafel-Küche zur Aufladestation

Die Wartung von 9.000 elektrischen Tretrollern in Berlin ist ein aufwendiges Geschäft. Nicht nur deshalb sollen die E-Scooter eher Nachteile für die Umwelt bringen.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Leicht zu finden: E-Scooter vor der Neuen Wache in Berlin
Leicht zu finden: E-Scooter vor der Neuen Wache in Berlin (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Schon 9.000 elektrische Tretroller sollen inzwischen in Berlin unterwegs sein. Für Anbieter wie Tier, Lime, Circ und VOI bedeutet es einen hohen logistischen Aufwand, die Flotte am Rollen zu halten. Anders als bei den großen Brüdern, den E-Rollern von Coup oder Emmy, gibt es bei den "Elektrokleinstfahrzeugen" noch zusätzliche Probleme, mit denen das Wartungspersonal zu kämpfen hat. Denn die deutlich leichteren und handlicheren Fahrzeuge finden sich bisweilen an Orten wieder, die kaum zu entdecken sind.

Inhalt:
  1. E-Scooter: Von der Falafel-Küche zur Aufladestation
  2. Roller schreiben sich selbst krank

Die schwierige Suche nach den Tretrollern gehört zu den Aufgaben von Florian Wagner. Wagner ist Betriebsleiter des Berliner Startups Tier. Innerhalb von zwei Stunden geht er in einen Hinterhof, klappt mehrere Mülltonnen auf, sucht Wiesen und das Spreeufer ab - und fährt ganz viel mit einem Transporter umher. Die Bilanz: Einen Elektro-Tretroller hievt er auf die Ladefläche - die Ausbeute ist dieses Mal klein geblieben.

Erfolglos bleibt auch seine Suche an der Leipziger Straße in einem Café. Der Kellner winkt ab. Von einem Elektro-Tretroller hier im Inneren wisse er nichts. Wagner blickt auf sein Handy. Seine firmeninterne App zeigt an, dass in der Umgebung eigentlich einer der Roller stehen müsste, die schon länger vermisst werden. Draußen sieht er hinter Büschen nach, läuft Hauswände entlang und rüttelt an einer Kellertür - Fehlanzeige. "Wir versuchen es morgen noch einmal", sagt er und steuert den nächsten Punkt auf seiner App an.

E-Scooter im Baum gefunden

Ein Roller müsste in der Nähe des Kanzleramtes sein. Doch auch dort ist außer Touristen, Bauarbeiten, Bauzäunen und einer hochgewachsenen Wiese nichts zu sehen. Das Ganze hat etwas von einer Schnitzeljagd. Wieder kein Treffer. "Komisch, er reagiert noch", sagt Wagner über den Roller. Sie können auf Knopfdruck blinken und klingeln - das soll beim Auffinden helfen. An guten Tagen findet Wagner fünf bis sechs Tretroller, die zu den schwierigen Fällen zählen, wie er berichtet. Auf einer ganz normalen Tour, bei der die Roller an den Straßen stehen, kommen schon mal 20 zusammen.

Gefunden hat er Tretroller schon an merkwürdigen Orten: "Auf einem Garagendach und in einem Baum hing auch mal ein E-Scooter", sagt Wagner. Der Konkurrent Lime berichtet, dass auch schon einmal ein Roller in der Spree gelandet sei. Die Polizei sei zudem gerufen worden, wenn der Zugang zu Hinterhöfen, in denen Roller vermutet würden, versperrt bleibe, berichtet Betriebsleiter Peter-Paul Brenninkmeijer.

Reparaturwerkstätten in mehreren Bezirken

Vor allem in den Abendstunden machen sich Transporter in Berlin auf den Weg, um die Roller einzusammeln und sie in der Nacht wieder aufzuladen. Aber auch tagsüber wird zunehmend eingesammelt, wie es von Verleihern heißt.

Ein Mann flitzt mit einem Elektro-Tretroller vorbei und prüft die Klingel. Nur wenige Meter von ihm entfernt hat Florian Väth auch mit einem E-Scooter zu tun. Dieser fährt aber nicht, sondern ist an einem Tisch festgebockt. Der Student zückt einen Akkuschrauber, ein Schutzblech hat sich gelockert. In der riesigen Halle des Verleihers Tier in Berlin-Spandau reihen sich Hunderte Roller aneinander, sie werden hier aufgeladen, gewartet und dann wieder in der Hauptstadt verteilt.

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Roller schreiben sich selbst krank 
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demon driver 03. Sep 2019

--------------------------------------------------------------------------- Sorry, aber...

M.P. 03. Sep 2019

Und was bleibt dann noch Bus & Bahn, Reiten, wenn man sich nicht aus eigener Kraft...

Micha_T 03. Sep 2019

Was hat das mit umwelt zu tun. Die wollen halt gled machen. Die preise sind...

demon driver 03. Sep 2019

Absolut! Würde nie was anderes behaupten. Ich sage hier nur, dass der, der ein paarmal...



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