• IT-Karriere:
  • Services:

E-Scooter-Verleih: Coup baut Rollerflotte in Europa deutlich aus

Die Bosch-Tochter Coup will in diesem Jahr deutlich mehr Elektroroller auf die Straße bringen. Von einer minutengenauen Abrechnung sollen die Nutzer bei kürzeren Fahrten profitieren, längere Fahrten werden teurer.

Artikel veröffentlicht am ,
Coup stellt mehr Roller in Berlin zur Verfügung.
Coup stellt mehr Roller in Berlin zur Verfügung. (Bild: Coup)

Der Elektroscooter-Verleih Coup stockt seine Fahrzeugflotte an den drei Standorten Berlin, Paris und Madrid deutlich auf. Zu den bislang 3.550 Elektrorollern der taiwanesischen Marke Gogoro sollen in den drei europäischen Hauptstädten jeweils 500 Roller hinzukommen, sagte Coup-Chef Bernd Schmaul am Donnerstag in Berlin. Dann wären in Berlin 1.500 Gogoro im Einsatz, in Paris 2.200 und in Madrid 1.300. Dies entspricht insgesamt einem Anstieg um 40 Prozent. Zum 1. April 2019 ändert die Bosch-Tochter zudem ihr Abrechnungsmodell.

Stellenmarkt
  1. WEINMANN Emergency Medical Technology GmbH & Co. KG, Hamburg
  2. Stromnetz Hamburg GmbH, Hamburg

So können Nutzer ihre Fahrten nur noch über einen Minuten-basierten Tarif buchen. Dabei kostet jede Minute bei einer Mindestmietdauer von zehn Minuten 21 Cent. Bislang liegt der Basispreis bei 3,00 Euro für 30 Minuten. Der neue Mindestpreis von 2,10 Euro ist damit deutlich niedriger als ein ÖPNV-Ticket von 2,80 Euro. Das Nutzungsgebiet wurde lediglich um den Flughafen Tegel erweitert.

Mindestalter gesenkt

Bei einer Fahrt von mehr als 15 Minuten zahlen Nutzer jedoch mehr als beim bisherigen Modell. Schmaul begründete die Umstellung mit Wünschen der Nutzer. Denn fast jede zweite Fahrt dauere weniger als 15 Minuten. Konkurrent Emmy bietet die Fahrten bei einem Preis von 19 Cent pro Minute noch etwas günstiger an, zudem gibt es keine Mindestmietdauer. Ebenfalls ist es möglich, für 5 Cent pro Minute eine Fahrtpause einzulegen.

Darüber hinaus senkt Coup in diesem Jahr das Mindestalter für die Nutzer auf 18 Jahre. Bislang mussten die Scooter-Mieter mindestens 21 Jahre alt sein. Die Hürden beim Bezahlen werden vorerst jedoch nicht abgebaut. Weiterhin lässt sich der Dienst nur per Kreditkarte bezahlen. Produktmanager Christian Geißler wollte bei der Präsentation der Pläne jedoch nicht ausschließen, dass weitere Bezahlmöglichkeiten hinzukommen könnten. Hier wolle das Unternehmen auf Nachfragen der Nutzer reagieren.

Bei Jelbi noch nicht dabei

Offen ist das Unternehmen zudem für die Integration des Angebots in andere Dienste und Apps. "Wir glauben, dass diese Dienste zusammen eine Änderung des Mobilitätsverhaltens in der Stadt bewirken können. Insofern sind wir aufgeschlossen gegenüber Plattformen", sagte Schmaul. Schon jetzt gebe es eine Schnittstelle, um das Angebot zu integrieren. Bei der neuen App Jelbi, mit der die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) verschiedene Mobilitätsdienste in der Hauptstadt bündeln wollen, ist Coup bislang nicht beteiligt.

  • Sieben Ladestationen für die Elektroroller von Coup stehen in einem Keller in Berlin-Mitte. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Der taiwanische Hersteller Gogoro liefert die Roller inklusive Wechselakkus. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • In Taipeh können die Elektroroller-Fahrer an solchen Stationen ihren Akku tauschen. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Die Monitore geben Informationen zum Ladezustand der Akkus. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • In den grauen Boxen sammeln die Coup-Mitarbeiter in Berlin die leeren Akkus ein. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Flottenmanager Markus Schneider kontrolliert den Ladezustand der Akkus. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Coup kann gleichzeitig 154 Akkus an den sieben Stationen aufladen. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)
  • Mit dem Elektroroller ist man zügig in Berlin unterwegs. (Bild: Coup)
  • Einziger Konkurrent in der Hauptstadt ist derzeit der Anbieter Emmy. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Anders als bei Coup ist für das Starten der E-Schwalbe ein Schlüssel erforderlich. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Antrieb stammt von der Coup-Mutterfirma Bosch. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)
Sieben Ladestationen für die Elektroroller von Coup stehen in einem Keller in Berlin-Mitte. (Bild: Christoph Böschow/Golem.de)

Schmaul, der früher selbst für die Daimler-Töchter Car2go und Moovel gearbeitet hatte, zeigte sich auch offen für den neuen Mobilitätsdienst Reach Now, den BMW und Daimler am vergangenen Freitag präsentiert hatten. In die App soll demnächst auch die Möglichkeit integriert werden, ein Mobilitätsguthaben einzurichten. Firmen könnten beispielweise ihren Mitarbeitern einen bestimmten monatlichen Betrag freischalten, den sie dann für die unterschiedlichsten Transportmittel nutzen könnten. Solche Kooperationen seien auch eine Frage der kommerziellen Einigung der Partner, sagte Schmaul.

Angaben zu Umsatz und Nutzern macht Coup weiterhin nicht. An allen Standorten arbeiteten zusammen 150 Mitarbeiter, davon 80 in Berlin. Eine Ausdehnung auf andere Städte plant das Unternehmen derzeit nicht. Das Pilotprojekt in der Universitätsstadt Tübingen mit 30 Rollern werde jedoch fortgesetzt. Weiteres Wachstumspotenzial gibt es aber noch in den drei Hauptstädten. Nach Angaben von Schmaul haben die Verwaltungen bislang kein Limit für die Zahl der Roller gesetzt. Mit Paris sei jedoch ein Verhaltungskodex vereinbart worden, um das Stadtbild trotz der vielen Roller zu erhalten.

Konkurrenz durch elektrische Tretroller

Konkurrenz könnte es für Dienste wie Coup und Emmy künftig durch elektrisch angetriebene Tretroller geben, die Schmaul als "positiv" bewertete. Um diese "Elektrokleinstfahrzeuge" im Straßenverkehr zu erlauben, leitete das Bundesverkehrsministerium am Donnerstag eine entsprechende Verordnung (PDF) zur Notifizierung an die EU-Kommission weiter. Demnach dürfen die E-Scooter und E-Skateboards ohne Fahrerlaubnis genutzt werden. Die Fahrer müssen mindestens zwölf Jahre alt sein, wenn die Roller nicht schneller als zwölf Kilometer pro Stunde (km/h) fahren. Bei Rollern bis 20 km/h müssen die Fahrer mindestens 14 Jahre alt sein. Eine Helmpflicht besteht nicht. Aber die Fahrzeuge brauchen ein Versicherungskennzeichen. Sie müssen auf der Straße oder auf Radwegen fahren und dürfen nicht schneller als 20 km/h sein.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Mobile-Angebote
  1. 328€ (mit Rabattcode "YDENUEDR6CZQWFQM" - Bestpreis!)
  2. 274,49€ (mit Rabattcode "PFIFFIGER" - Bestpreis!)
  3. 749€ (mit Rabattcode "PERFECTEBAY10" - Bestpreis!)
  4. 689€ (mit Rabattcode "PRIMA10" - Bestpreis!)

Funny77 01. Mär 2019

Letztens habe ich gelesen, dass bei CarSharing Firmen das Parken in Berlin um die 3600...

Funny77 01. Mär 2019

Durch die satte Preiserhöhung ist Coup doch völlig unattraktiv geworden. Emmy ist...

Benny Boy 01. Mär 2019

Das mit der Preisumstellung wusste ich noch nicht. Hat für mich aber recht drastische...


Folgen Sie uns
       


Flight Simulator Grafikvergleich (Low, Medium, High, Ultra)

Wir haben einen Start von New York City aus in allen vier Grafikstufen durchgeführt.

Flight Simulator Grafikvergleich (Low, Medium, High, Ultra) Video aufrufen
SSD vs. HDD: Die Zeit der Festplatte im Netzwerkspeicher läuft ab
SSD vs. HDD
Die Zeit der Festplatte im Netzwerkspeicher läuft ab

SSDs in NAS-Systemen sind lautlos, energieeffizient und schneller: Golem.de untersucht, ob es eine neue Referenz für Netzwerkspeicher gibt.
Ein Praxistest von Oliver Nickel

  1. Firecuda 120 Seagate bringt 4-TByte-SSD für Spieler

Corsair K60 RGB Pro im Test: Teuer trotz Viola
Corsair K60 RGB Pro im Test
Teuer trotz Viola

Corsair verwendet in der K60 Pro RGB als erster Hersteller Cherrys neue preiswerte Viola-Switches. Anders als Cherrys günstige MY-Schalter aus den 80ern hinterlassen diese einen weitaus besseren Eindruck bei uns - der Preis der Tastatur hingegen nicht.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Corsair K100 RGB im Test Das RGB-Monster mit der Lichtschranke
  2. Corsair Externes Touchdisplay ermöglicht schnelle Einstellungen
  3. Corsair One a100 im Test Ryzen-Wasserturm richtig gemacht

Ausprobiert: Meine erste Strafgebühr bei Free Now
Ausprobiert
Meine erste Strafgebühr bei Free Now

Storniert habe ich bei Free Now noch nie. Doch diesmal wurde meine Geduld hart auf die Probe gestellt.
Ein Praxistest von Achim Sawall

  1. Gesetzentwurf Weitergabepflicht für Mobilitätsdaten geplant
  2. Personenbeförderung Taxibranche und Uber kritisieren Reformpläne

    •  /