Akku lässt sich nicht einfach nachkaufen

Unus Problem ist, dass das Unternehmen beim Scooter Classic keinen Akku "von der Stange" verwendet hatte. Stattdessen wurde ein Modell verwendet, das speziell für den Roller entwickelt wurde. Es konnten also nicht einfach neue Akkus gekauft werden, sondern diese musste ein weiterer Auftragsfertiger erst bauen. Damit erklärt Unu auch den langen Zeitraum, den der Akkutausch bis Mitte 2021 bereits beansprucht hatte. Zusätzlich hatte der Hersteller, wie andere Unternehmen auch, mit Lieferengpässen und Logistikproblemen aufgrund der Coronapandemie zu tun.

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Bis die Betroffenen ihren neuen Akku bekommen sollten, dauerte es weitere Monate - mit einigem an Kommunikation. Nachdem Subergs Akkus im August 2021 immer noch nicht abgeholt worden waren, erhielt er eine E-Mail mit dem Angebot, maximal 60 Euro im Monat als Ersatz für durch den Ausfall des Rollers entstehende Fahrtkosten zu erhalten. Suberg zufolge bekommt man für diese Summe in Bremen nicht einmal eine Monatskarte für den ÖPNV, vor allem reiche das Geld nicht, um Kosten für Mietroller zu decken.

Außerdem würde Unu die Betroffenen nur entschädigen, sofern Belege für die Kosten eingereicht würden - im Zweifel also dutzende Quittungen und Fahrscheine. Nach über einem Jahr ohne seinen Scooter - ein Auto besitzt Suberg seit dem Rollerkauf nicht mehr -reagierte er etwas verärgert und fragte nach. Eine Antwort bekam er nicht. Auch bei der Hotline des neuen Service-Anbieters, der die Akkus abholen sollte, kam Suberg nicht durch, wie viele andere Betroffene auch.

Unu räumt Engpässe bei der Kundenbetreuung ein

Unu zufolge kam es zu Kapazitätsengpässen bei der Kundenbetreuung, die der Hersteller sehr bedauert. Erst im Oktober 2021, nachdem er einen Tweet zur Problematik abgesetzt hatte, erhielt Suberg eine Antwort von Unu. Darin erklärt der Hersteller, dass es leider noch keine Ersatzakkus gebe und auch keine Leihroller angeboten werden könnten. Die monatliche Entschädigung hat Unu in dem Schreiben auf 80 Euro erhöht - allerdings weiterhin nur rückwirkend, sobald die neuen Akkus geliefert werden. Einen Termin für die Abholung hatte Suberg zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht.

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Mitte Oktober 2021 begann Unu, der verärgerten Kundschaft als Entschädigung einen Rabatt auf den Neukauf des neuen Unu-Elektrorollers zu gewähren - unter Verzicht auf die Garantieverlängerung des alten Rollers. Auch hier kam es zu Kommunikationsfehlern: In der E-Mail an Suberg spricht Unu davon, "alle Garantieansprüche" beim alten Modell aufzugeben - ein Fehler, den der Hersteller im Nachhinein einräumt. Suberg wendet sich zu diesem Zeitpunkt an Golem.de, nachdem er festgestellt hatte, wie viele Nutzer von dem Problem betroffen sind.

Einige Besitzer haben das Angebot angenommen, Suberg hingegen nicht - 1.400 Euro Rabatt hätte Unu ihm auf den neuen Roller gewährt. Nachdem Suberg das Rabattangebot abgelehnt hatte, bot Unu ihm an, den alten Roller zurückzukaufen - abzüglich der Abnutzungen hätte Suberg 1.536,70 bekommen. Eigentlich wollte Suberg aber weiterhin seinen technisch einwandfreien Scooter Classic fahren, für den er allerdings neue Akkus bräuchte.

Elektromobilität: Grundlagen und Praxis

Alter Roller + neue Akkus = guter Verkaufswert

Suberg und andere glauben zudem, dass sie mehr für den alten Roller bekommen, wenn sie ihn samt neuer Batterien (die zwei Jahre Garantie haben) als Gebrauchtroller verkaufen. Unu selbst sagt, dass zwei Akkus allein bereits um die 1.400 Euro wert seien - und aufgrund der aktuellen Knappheit ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Akkus schnell neue Käufer finden sollten.

Am 20. Oktober 2021 wurden Subergs Akkus dann überraschend abgeholt; bis Ende Oktober sollte er eigentlich die neuen Akkus erhalten. Am 26. Oktober 2021 hingegen erhielt er eine weitere E-Mail von Unu, in der die Auslieferung der neuen Akkus in den November verschoben wird. Unu zufolge gab es auf dem Transportweg Probleme, weshalb sich die Auslieferung verzögere.

Einige Betroffene haben bereits ihre neuen Akkus erhalten, andere hingegen warten wie Suberg auf die neuen Modelle. Unu scheint indes nicht nur Probleme mit dem alten Scooter Classic zu haben - auch beim neuen Scooter kommt es offenbar zu Auslieferungs- und Kommunikationsproblemen. Zahlreiche Unu-Besitzer beschweren sich auf der Bewertungsplattform Trustpilot über wochenlange Werkstattaufenthalte ihres neuen Scooters und über mangelnde Kommunikation bei Problemen. Dazu kommen noch die Beschwerden der Scooter-Classic-Besitzer, die den Trustpilot-Score auf zwei von fünf Sternen gedrückt haben - was bei Trustpilot dem Urteil "mangelhaft" entspricht.

Tom Suberg ist es mittlerweile egal, ob er mit seinem Scooter Classic wieder fahren wird oder nicht: Sobald er die neuen Akkus erhalten hat, will er den Roller verkaufen und sich ein Modell eines anderen Herstellers erwerben. Die fast anderthalb Jahre andauernde Kommunikation mit Unu hat ihn von dem einst geschätzten Hersteller abgebracht.

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 E-Scooter: Unu und der verbockte Akkutausch
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drseltsam84 15. Nov 2021 / Themenstart

Das selbe dachte ich mir auch beim Lesen, also Pluspunkte für die verschiedenen Versuche...

gunterkoenigsmann 14. Nov 2021 / Themenstart

Naja... ...Akkus enthalten auch so ziemlich alles, was schiefgehen kann: Lithium, das...

x2k 12. Nov 2021 / Themenstart

Bei einem roller ist die akku masse aber viel kleiner. Im vergleich zum auto muss man ja...

x2k 12. Nov 2021 / Themenstart

Haben die Unus auch so nervig peinliche Blinker töne wie bei den rollern von Niu? Ja ich...

Ollinase 11. Nov 2021 / Themenstart

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