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E-Scooter: E-Tretroller-Anbieter kritisieren Düsseldorfer Maßnahmen

Der Bürgermeister von Düsseldorf will gegen die Flut an E-Tretrollern angehen – erwartungsgemäß finden die Anbieter das nicht so gut.
/ Tobias Költzsch , dpa
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E-Scooter am Straßenrand (Bild: John Macdougall/AFP via Getty Images)
E-Scooter am Straßenrand Bild: John Macdougall/AFP via Getty Images

Die Anbieter von E-Tretrollern haben die vom Düsseldorfer Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU) angekündigten Maßnahmen kritisiert. Die beabsichtigten Einschränkungen trügen die Gefahr in sich, dass Düsseldorf mit einer "autozentrierten Denke von gestern" verkehrspolitisch abgehängt und die Verkehrswende in Düsseldorf blockiert werde.

Hunderttausende Nutzer hätten in Düsseldorf Millionen Fahrten mit elektrischen Tretrollern absolviert. Diese Form der Mikromobilität werde sehr gut angenommen. Die "junge Pflanze Mikromobilität" drohe in Düsseldorf durch ein "Paket überzogener Maßnahmen" erdrückt und verbannt zu werden. Die Bedürfnisse der Menschen zu ignorieren "halten wir für falsch" , teilten die Anbieter am 15. Oktober 2021 mit.

Oberbürgermeister Keller hat angekündigt, die Flotte der 12.500 E-Scooter in der Landeshauptstadt zu halbieren. "Ich ärgere mich wirklich sehr, dass man uns dieses Problem aufgehalst hat" , sagte der Oberbürgermeister. "Diese Scooter haben keinen verkehrspolitischen Nutzen, sind umweltpolitisch fragwürdig und ein Problem im öffentlichen Raum."

E-Scooter: Falschparken wird teuer

Die Sondernutzungsgebühr werde pro elektrisch betriebenem Tretroller von 20 auf 50 Euro im Jahr erhöht. Falsch abgestellte Scooter werde die Stadt einsammeln und den Betreibern dafür 100 Euro pro Gerät in Rechnung stellen. "Wir bräuchten eigentlich noch stärkere Instrumente – aber wir tun jetzt alles, was wir können, um dem Problem Herr zu werden" , hat Keller angekündigt.

Seit einigen Monaten stehen zahlreiche Städte in Deutschland mit den Anbietern der elektrischen Tretroller in Diskussionen um die Auswirkungen der Angebote. In Köln beispielsweise gab es eine lange Debatte darum, wer die im Rhein versenkten Roller entfernen muss. In vielen Städten haben die Anbieter ihr Angebot nach dem letzten Lockdown ausgeweitet, entsprechend zahlreich finden sich die Roller in den Straßen.

Dort stehen die Scooter häufig im Weg herum, da Nutzer sie faktisch überall abstellen können. Zudem werden die leicht zugänglichen Tretroller immer öfter von betrunkenen Fahrern verwendet, wie eine Statistik der Polizei zeigt.


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