e-SAF: Synthetisches Kerosin auf Linienflug eingesetzt
Die niederländische Fluglinie KLM(öffnet im neuen Fenster) hat auf dem Flug zwischen Amsterdam und Hamburg einen Anteil synthetisches Kerosin als Treibstoff genutzt. Technische Änderungen am Flugzeug seien dafür nicht notwendig gewesen.
Der als e-SAF bezeichnete Energieträger, in etwa elektrisch hergestellter nachhaltiger Flugtreibstoff, stammt von der Firma Ineratec(öffnet im neuen Fenster), die ihn in einer Anlage in Frankfurt am Main produziert. Dort werden Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid in synthetisches Kerosin überführt, wofür Strom notwendig ist.
Von der Herstellung bis zur Verbrennung sollen, der Einsatz von erneuerbarer Energie für die Stromproduktion vorausgesetzt, mit dieser Methode 90 Prozent weniger CO2 in die Atmosphäre gelangen im Vergleich zu normalem Kerosin. Für den durchgeführten Flug würde dies eine Einsparung von vier bis fünf Prozent des Treibhausgases bedeuten.
Frühere Versuche bestätigt
KLM hat bereits vorher synthetische Treibstoffe getestet, laut eigenen Angaben zum Beispiel bei einem Flug nach Madrid im Jahr 2021. Damals wurden 500 Liter beigemischt, beim aktuellen Flug nach Hamburg lediglich 200 Liter.
Dass die Mengen so gering ausfallen, liegt nicht unbedingt am hohen Preis, sondern schlicht an der Verfügbarkeit. e-SAF soll achtmal so teuer sein wie normales Kerosin, was bei der geringen Beimischung ein Flugticket um knapp zehn Prozent teurer machen würde.
Bei der bis 2030 in der EU angestrebten Quote von 1,2 Prozent für die Beimischung würden sich Tickets beim derzeitigen Preisunterschied um 2,5 Prozent verteuern. Um genügend e-SAF für einen flächendeckenden Einsatz zur Verfügung zu haben, müsste bis dahin jedoch investiert werden. Laut Ineratec gibt es noch keine Anlage, die in größerem Maßstab synthetisches Kerosin bereitstellen kann.
Strategische Entscheidung
Bis 2027 müssten demnach Investitionsentscheidungen getroffen werden, um zumindest die begrenzten Mengen Kerosin selbst herstellen zu können. Die angestrebten Beimischung von 1,2 Prozent würde ungefähr 70 Millionen Litern(öffnet im neuen Fenster) synthetischem Treibstoff entsprechen.
Mit Blick auf die aktuelle Situation mit drohenden Versorgungsengpässen bei fossilen Treibstoffen könnte es durchaus ratsam sein, wenigstens eine begrenzte Menge Flugbenzin unabhängig herstellen zu können.
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