• IT-Karriere:
  • Services:

E-Rezept: Mehr Funktionen für elektronische Patientenakte beschlossen

Die elektronische Patientenakte soll schon von 2021 an Gesundheitsdaten speichern. Ein sinnvoller Datenschutz folgt erst ein Jahr später.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Die elektronische Patientenakte soll mehr Funktionen bekommen.
Die elektronische Patientenakte soll mehr Funktionen bekommen. (Bild: gematik/Screenshot: Golem.de)

Die Bundesregierung will weitere Voraussetzungen für die Nutzung der elektronischen Patientenakte (ePA) schaffen. Ein am 1. April 2020 vom Kabinett verabschiedeter Entwurf für ein Patientendaten-Schutzgesetz sieht unter anderem vor, dass Patienten per App ein elektronisches Rezept in einer Apotheke einlösen können. Zudem erhalten sie Anspruch darauf, dass vom 1. Januar 2022 an ihre ePA mit Gesundheitsdaten gefüllt werden kann.

Stellenmarkt
  1. Landratsamt Göppingen, Göppingen
  2. operational services GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main

Schon am 1. Januar 2021 soll für alle Versicherten die ePA als freiwilliges Angebot starten. Neben Befunden, Arztbriefen und Röntgenbildern sollen ab 2022 der Impfausweis, der Mutterpass, das gelbe Untersuchungsheft für Kinder und das Zahn-Bonusheft gespeichert werden können. Versicherte sollen bei einem Krankenkassenwechsel ihre digitalen Daten mitnehmen können. In Kraft treten soll das Gesetz voraussichtlich im Herbst, der Bundesrat muss nicht zustimmen.

Versicherte können entscheiden

Beim Datenschutz gilt: Die Versicherten entscheiden, was in ihrer E-Akte gespeichert wird, und was sie wieder löschen wollen. Und sie bestimmen, wer auf Daten zugreifen darf - allerdings trotz Kritik von Datenschützern noch nicht sofort zum Start in einer verfeinerten Variante. Erst von 2022 an ist die Möglichkeit vorgesehen, auch für jedes Dokument einzeln festzulegen, welcher Arzt es sehen kann. Dann soll es möglich sein, dass ein Mediziner zwar generell auf die ePA zugreifen darf, aber bestimmte Befunde nicht angezeigt bekommt.

Die Opposition beklagte ein "Hau-Ruck-Verfahren". Dass Patienten im ersten Jahr nur entweder alle oder keine Daten freigeben könnten, sei skandalös, sagte Linke-Gesundheitsexperte Achim Kessler. "Weder muss ein Zahnarzt Informationen über einen Schwangerschaftsabbruch haben, noch eine Orthopädin über eine Psychotherapie." Auch der Koalitionspartner der Union, die SPD, signalisierte, im parlamentarischen Verfahren genau zu prüfen, ob der Datenschutz ausreichend gesichert sei. Der Gesetzentwurf sieht zudem vor, dass Versicherte ab 2023 einwilligen können, in der ePA gespeicherte Daten freiwillig pseudonymisiert und verschlüsselt der medizinischen Forschung bereitzustellen.

Sicherheitsmängel sollen gemeldet werden

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte, jeder Versicherte bekomme die Möglichkeit, seine Daten in der E-Akte sicher zu speichern. "Dieses Gesetz nutzt und schützt Patienten gleichermaßen." Für den Schutz der verarbeiteten Daten soll demnach jeder Beteiligte - vom Arzt über Kliniken bis zu Apotheken - direkt verantwortlich sein. Betreiber innerhalb des Systems müssen Störungen und Sicherheitsmängel unverzüglich melden - bei Versäumnissen sollen bis zu 300.000 Euro Bußgeld drohen.

Technisch sollen Patienten ihre E-Akte auf Smartphones oder Tablets einsehen können - wer kein solches Gerät hat, kann dies zum Beispiel auch in einer Filiale seiner Krankenkasse tun. Daneben geplant ist eine App, mit der man sich E-Rezepte aufs Smartphone laden und in Apotheken einlösen kann. Auch Überweisungen zum Facharzt sollen elektronisch übermittelbar werden. Um die Mediziner zum Mitziehen bei der E-Akte zu ermuntern, soll es Anreize geben: Wenn Ärzte und Krankenhäuser sie erstmals mit Dokumenten füllen, bekommen sie zehn Euro als Vergütung.

Gravierende Sicherheitslücken gefunden

Auf dem jüngsten Chaos Communication Congress (36C3) präsentierten Sicherheitsexperten gravierende Mängel der elektronischen Patientenakte. Nach Ansicht des Chaos Computer Clubs (CCC) fehlt bei der ePA eine Grundvoraussetzung für den sicheren Umgang mit digitalen Gesundheitsdaten. Weil die Identitäten von Ärzten oder Patienten bei der Beantragung von Zugangskarten bislang nicht ausreichend überprüft würden, hätten sich Sicherheitsforscher des CCC über die Identitäten Dritter Zugang zum sogenannten Telematik-Netzwerk des Gesundheitswesens verschaffen können. Die für die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gegründete Gematik GmbH wies die Hersteller nach Bekanntwerden des Berichts an, vorläufig keine Zugangskarten für Arztpraxen mehr herauszugeben.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Mobile-Angebote
  1. (u. a. Find X2 Neo 256GB 6,5 Zoll für 439,99€, Watch 41 mm Smartwatch für 179,99€)
  2. 749€
  3. (u. a. Apple iPhone 11 Pro Max 256GB 6,5 Zoll Super Retina XDR OLED für 929,96€)

mapet 02. Apr 2020

Natürlich wird das genauso ein unsicherer Stuß, weshalb ich auch keinesfalls so ein Ding...

firstdeathmaker 02. Apr 2020

Ich finde nicht, dass der CCC dabei beteiligt werden sollte. Man muss die Kritik aber auf...


Folgen Sie uns
       


Futuristische Schwebebahn im Testbetrieb: Verkehrsmittel der Zukunft für die dritte Dimension
Futuristische Schwebebahn im Testbetrieb
Verkehrsmittel der Zukunft für die dritte Dimension

Eine Schwebebahn für die Stadt, die jeden Passagier zum Wunschziel bringt - bequem, grün, ohne Stau und vielleicht sogar kostenlos. Ist das realistisch?
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. ÖPNV Infraserv Höchst baut Wasserstofftankstelle für Züge

Chang'e 5: Chinesischer Probensammler ist im Mondorbit angekommen
Chang'e 5
Chinesischer Probensammler ist im Mondorbit angekommen

Nach 44 Jahren soll eine chinesische Raumsonde endlich wieder Gesteinsproben vom Mond zur Erde bringen.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Raumfahrt Nasa hat überraschenden Favoriten bei Mondlanderkonzept
  2. SLS Nasa bestellt Triebwerke für den Preis einer ganzen Rakete
  3. Artemis Base Camp Nasa plant Mondhabitat

Librem Mini v2 im Test: Der kleine Graue mit dem freien Bios
Librem Mini v2 im Test
Der kleine Graue mit dem freien Bios

Der neue Librem Mini eignet sich nicht nur perfekt für Linux, sondern hat als einer von ganz wenigen Rechnern die freie Firmware Coreboot und einen abgesicherten Bootprozess.
Ein Test von Moritz Tremmel

  1. Purism Neuer Librem Mini mit Comet Lake
  2. Librem 14 Purism-Laptops bekommen 6 Kerne und 14-Zoll-Display
  3. Librem Mini Purism bringt NUC-artigen Mini-PC

    •  /