• IT-Karriere:
  • Services:

E-Privacy-Verordnung: Medien sollen Tracking-Erlaubnis bekommen

In die jahrelangen Verhandlungen zur E-Privacy-Verordnung kommt Bewegung. Die EU-Mitgliedstaaten könnten sich auf eine pauschale Tracking-Erlaubnis für Medien und Drittanbieter einigen.

Artikel veröffentlicht am ,
Sind die Cookies nicht süß?
Sind die Cookies nicht süß? (Bild: Pixabay)

Im jahrelangen Streit über einen besseren Tracking-Schutz für EU-Bürger könnte es zu harten Verhandlungen zwischen den EU-Mitgliedstaaten und dem Europaparlament kommen. Neuen Vorschlägen der finnischen Ratspräsidentschaft zufolge könnten die im Ministerrat vertretenen EU-Staaten die Pläne von EU-Kommission und Abgeordneten zur E-Privacy-Verordnung deutlich abschwächen. So heißt es in einem aktuellen Verhandlungsvorschlag (PDF), dass journalistische Angebote, die teilweise oder komplett durch Werbung finanziert sind, die Daten von Nutzern ohne deren explizite Zustimmung verarbeiten dürfen.

Inhalt:
  1. E-Privacy-Verordnung: Medien sollen Tracking-Erlaubnis bekommen
  2. Ausdrückliche Erlaubnis für Drittanbieter

Die Verordnung hatte ursprünglich zum Ziel, den Umgang mit Cookies zu vereinfachen. Nach dem Willen des Europaparlaments sollte der Browser so voreingestellt sein, dass Tracking nur bei gewissen Ausnahmen wie zum Zweck der Reichweitenmessung zulässig ist. Damit Nutzer nicht zum Akzeptieren von Cookies gezwungen werden können, findet sich in einem eigenen Absatz 1a von Artikel 8 des Parlamentsentwurfs ein ausdrückliches Kopplungsverbot.

Ausnahme für journalistische Angebote

Da inzwischen Daten- und Verbraucherschützer verstärkt gegen Anbieter vorgehen, die Tools wie Google Analytics ohne Zustimmung der Nutzer verwenden, dürfte der Druck auf die EU-Staaten gestiegen sein, eine solche Praxis über den Weg der E-Privacy-Verordnung wieder zuzulassen. Denn Werbeindustrie und Medien befürchten, dass die Werbeeinnahmen drastisch sinken könnten, wenn die Nutzer nicht mehr getrackt werden wollen und es dadurch schwieriger wird, gezielte Werbung auf Basis des Surfverhaltens und anderer Daten ausspielen zu können.

Die finnische Ratspräsidentschaft schlägt daher eine besondere Ausnahme für Informationsdienste wie journalistische Angebote vor. Bei diesen könne "die Nutzung der Verarbeitungs- und Speichermöglichkeiten von Endgeräten und das Sammeln von Informationen von Endgeräten der Endnutzer erforderlich sein", wenn die Angebote "ganz oder überwiegend durch Werbung finanziert werden", heißt es nun in Erwägungsgrund 21. Voraussetzung dafür ist lediglich, dass der Nutzer "klare, präzise und benutzerfreundliche Informationen über die Zwecke von Cookies oder ähnlichen Techniken erhält und diese Verwendung akzeptiert". Ein entsprechender allgemeiner Vorschlag vom Juli 2019 (PDF) wurde damit noch einmal ergänzt.

Ganze Artikel gestrichen

Stellenmarkt
  1. Porsche Deutschland GmbH, Bietigheim-Bissingen
  2. REALIZER GmbH, Bielefeld

Ein solches "Akzeptieren" wird nicht näher definiert und könnte beispielsweise durch einen einfachen OK-Button umgesetzt werden, wie er sich heute vielfach in Cookie-Bannern findet. Das unterscheidet sich von einer expliziten Zustimmung, wie sie derzeit von den deutschen Datenschutzbehörden auf Basis der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gefordert wird. Die Akzeptanz könnte möglicherweise schon dadurch vermutet werden, dass der Nutzer nach dem Hinweis weiter das Angebot nutzt. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte kürzlich auf Basis der bestehenden Cookie-Richtlinie eine solche Praxis für unzulässig erklärt.

Konsequent haben die Mitgliedstaaten in den vergangenen Jahren aus dem Vorschlag der EU-Kommission damit fast sämtliche Punkte eliminiert, die dem Nutzer ein möglichst einfaches Zustimmungsmanagement verschaffen sollen. So wird Artikel 10, der einen Do-not-track-Mechanismus gegenüber Drittanbietern bei Browsern vorschreibt, komplett gestrichen. Auch Artikel 9, der die rechtlichen Vorgaben für eine wirksame Zustimmung präzisiert, soll nach dem Willen der Mitgliedstaaten entfallen.

Mit weiteren Ergänzungen soll im Grunde das Gegenteil davon erreicht werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Ausdrückliche Erlaubnis für Drittanbieter 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals bei Alternate.de
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

bombinho 20. Nov 2019 / Themenstart

Dein Fachwissen in allen Ehren, aber hier: verwechselst du wohl Ursache und Wirkung...

bombinho 20. Nov 2019 / Themenstart

Du bist deiner Zeit weit hinterher, einige Steuerbehoerden in Europa schreiben bereits...

IchBIN 19. Nov 2019 / Themenstart

Ich dachte, die DSGVO steht darüber, und die E-Privacy-Richtlinie soll diese bloß in...

QuisCustodietIp... 19. Nov 2019 / Themenstart

a.) die Werbe-Industrie (pauschalisiert) ?? b.) die Konsumenten / User...

User_x 19. Nov 2019 / Themenstart

Lauter Pädophile diese Europäer! Wenn selbst die Provider nun jeglichen Traffic nach KiPo...

Kommentieren


Folgen Sie uns
       


DJI Robomaster S1 - Test

Was fährt da auf dem Flur entlang? Der Robomaster S1 ist ein flinker Roboter, mit dem wir Rennen fahren oder gegen andere Robomaster im Duell antreten können. Das macht einen Riesenspaß und ist auch ein guter Einstieg ins Programmieren.

DJI Robomaster S1 - Test Video aufrufen
Videoüberwachung: Kameras sind überall, aber nicht überall erlaubt
Videoüberwachung
Kameras sind überall, aber nicht überall erlaubt

Dass Überwachungskameras nicht legal eingesetzt werden, ist keine Seltenheit. Ob aus Nichtwissen oder mit Absicht: Werden Privatsphäre oder Datenschutz verletzt, gehören die Kameras weg. Doch dazu müssen sie erst mal entdeckt, als legal oder illegal ausgemacht und gemeldet werden.
Von Harald Büring

  1. Nach Attentat Datenschutzbeauftragter kritisiert Hintertüren in Messengern
  2. Australien IT-Sicherheitskonferenz Cybercon lädt Sprecher aus
  3. Spionagesoftware Staatsanwaltschaft ermittelt nach Anzeige gegen Finfisher

Elektroschrott: Kauft keine kleinen Konsolen!
Elektroschrott
Kauft keine kleinen Konsolen!

Ich bin ein Fan von Retro. Und ein Fan von Games. Und ich habe den kleinen Plastikschachteln mit ihrer schlechten Umweltbilanz wirklich eine Chance gegeben. Aber es hilft alles nichts.
Ein IMHO von Martin Wolf

  1. IMHO Porsche prescht beim Preis übers Ziel hinaus
  2. Gaming Konsolenkrieg statt Spielestreaming

Staupilot: Der Zulassungsstau löst sich langsam auf
Staupilot
Der Zulassungsstau löst sich langsam auf

Nach jahrelangen Verhandlungen soll es demnächst internationale Zulassungskriterien für hochautomatisierte Autos geben. Bei höheren Automatisierungsgraden strebt die Bundesregierung aber einen nationalen Alleingang an.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. San José Bosch und Daimler starten autonomen Taxidienst
  2. Autonomes Fahren Ermittler geben Testfahrerin Hauptschuld an Uber-Unfall
  3. Ermittlungsberichte Wie die Uber-Software den tödlichen Unfall begünstigte

    •  /