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E-Pickups: Rivian entwickelt eigenen KI-Chip für autonomes Fahren

Rivian präsentiert hauseigenen Prozessor, KI-Assistenten sowie Lidar-Integration und startet Anfang 2026 mit einem Abo für autonomes Fahren.
/ Andreas Donath
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Objekterkennung mit Lidar bei schlechtem Wetter (Bild: Rivian)
Objekterkennung mit Lidar bei schlechtem Wetter Bild: Rivian

Der US-Elektroautobauer Rivian hat auf seiner Hausmesse AI and Autonomy Day Einblicke in seine Entwicklungen für selbstfahrende Fahrzeuge gegeben. Im Mittelpunkt standen ein selbst entwickelter KI-Chip, neue Softwareplattformen und ein Abomodell für erweiterte Autonomie-Funktionen, das die Kunden ab nächstem Jahr buchen können, wie Electrek berichtet(öffnet im neuen Fenster) .

Eigener Prozessor für Vision-basierte KI

Das Herzstück der Ankündigungen bildet der Rivian Autonomy Processor (RAP1), ein maßgeschneiderter Chip für KI-Anwendungen mit Kamerabild-Auswertung. Der Prozessor wird den hauseigenen Gen 3 Autonomy Computer (intern ACM3 genannt) antreiben.

Der Chip ist speziell dafür ausgelegt, große Mengen an Kameradaten sehr schnell mit KI-Algorithmen zu verarbeiten, was für kamerabasiertes autonomes Fahren erforderlich ist. Der Chip kann pro Sekunde 1,6 Billionen Rechenoperationen durchführen und dabei 5 Milliarden Bildpunkte von den Fahrzeugkameras verarbeiten.

Eine Besonderheit ist die Rivlink-Technologie, die mehrere Chips miteinander verbinden und deren Rechenleistung kombinieren kann. Der Chip läuft auf einer komplett intern entwickelten KI-Compiler- und Plattformsoftware. Rivian folgt damit dem Trend anderer Automobilhersteller, die auf proprietäre Halbleiterlösungen für autonomes Fahren setzen.

KI-Assistent mit App-Integration

Mit dem Unified Intelligence System (RUI) präsentierte Rivian eine multimodale, auf mehreren Large Language Models basierende Datenplattform. Das System solle KI in Fahrzeugdiagnose, Service-Infrastruktur und Wartungsprognose integrieren, teilte der Hersteller mit, ohne konkreter zu werden.

Anfang 2026 startet der Rivian Assistant für Gen-1- und Gen-2-R1-Fahrzeuge. Der Assistent kann sich mit Drittanbieter-Apps verbinden. Google Kalender wurde als erste Integration genannt, weitere sollen folgen. Das System soll durch Large Language Models Fahrzeugfunktionen und Nutzerpräferenzen verstehen können.

Autonomie-Abo für 3,5 Millionen Meilen Straßennetz

Rivian stellte außerdem sein Large Driving Model (LDM) vor, das nach ähnlichen Methoden wie Large Language Models trainiert wird, aber speziell für autonome Fahrszenarien ausgelegt ist.

Rivian will allen R1-Autos ab der Generation 2 Softwareupdates geben, die teilautonome Fahrten auf über 3,5 Millionen Meilen Straßen in den USA und Kanada ermöglichen sollen. Der Zugang zu diesen Funktionen erfordert ein Abonnement zum Preis von 2.500 Dollar als Einmalzahlung oder 49,99 Dollar monatlich und soll ab Anfang 2026 möglich sein.

Für die Zukunft kündigte Rivian Punkt-zu-Punkt-Navigation, Fahren ohne Blickkontakt zur Straße und Level-4-Fähigkeiten für R1- und R2-Modelle an. Level 4 würde bedeuten, dass Fahrzeuge unter bestimmten Bedingungen die meisten Fahraufgaben ohne menschliches Eingreifen bewältigen können.

Lidar für R2-Modelle bestätigt

Rivian bestätigte, dass die kommenden R2-Modelle neben Kameras und Radar auch Lidar-Sensoren als Teil eines multimodalen Sensor-Sets integrieren werden. Lidar liefert räumliche Daten und erlaubt eine Erfassung der Umgebung parallel zu den bisherigen Kamerasensoren, was die Objekterkennung in schwierigen Szenarios wie Gegenlicht, Nebel und starkem Regen verbessern soll.

Das auf dem Event gezeigte R2-Demonstrationsfahrzeug war mit Lidar-Integration ausgestattet und trug eine R2D2-Lackierung aus Star Wars. Die ersten Serien-R2-Modelle mit Lidar werden für 2026 erwartet, ein genauer Zeitpunkt wurde nicht genannt.


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