Warum die E-Perso-Funktionen kaum genutzt werden

Überhaupt ist der mangelnde Nutzen des elektronischen Ausweises der Hauptgrund, dass die elektronischen Funktionen kaum verwendet werden. Eine Studie der Boston Consulting Group, in der zum 10. Jubiläum von eID & Co Möglichkeiten erarbeitet werden sollten, der Technik zum Durchbruch zu verhelfen, stellte fest: Von 62,3 Millionen eID-fähigen Personalausweisen ist nur bei etwas über der Hälfte die Funktion überhaupt aktiviert.

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Zwar steigt die Quote, weil seit Mitte 2017 keine Ausweise mit abgeschalteter eID mehr ausgegeben werden - seitdem ist die Zahl der aktivierten Ausweise von 16 auf 33,8 Millionen gestiegen. Doch dass die Funktion aktiviert ist, heißt noch lange nicht, dass sie auch benutzt wird. Übrigens können die Online-Funktionen natürlich nachträglich aktiviert werden, seit Anfang des Jahres sogar kostenlos. Dafür aber muss man aufs Amt.

In Dänemark (dort heißt das System nemID) wird die Funktion von nur fünf Millionen Nutzern 800 Millionen Mal im Jahr verwendet. Deutschland kommt auf 2,5 bis 3 Millionen Nutzungen im Jahr. Umgerechnet bedeutet dies, dass im Schnitt je eine Person von 30 Einwohnern das System einmal pro Jahr benutzt.

Das für die Ausweise zuständige Innenministerium verweist gerne auf die für die Zukunft geplanten Anwendungsmöglichkeiten, mit denen die Nutzung des digitalen Ausweises attraktiver gemacht werden sollen, wie etwa das Datencockpit, das mit der geplanten Bürger-ID eingeführt werden soll. Dazu soll schon in einem halben Jahr ein elektronischer Identitätsnachweis nur mit einem Smartphone erbracht werden können - wobei das in der aktuellen Testversion nur mit Samsungs s20-Reihe, nicht jedoch mit anderen Smartphones funktioniert und man noch an der Zusammenarbeit mit anderen Herstellern arbeitet.

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Gleichzeitig schafft man es nicht einmal, die bereits vorhandenen Möglichkeiten, die sich mit dem Ausweis online nutzen lassen, einfach auffindbar zu kommunizieren. Auf der - auch im Personalausweis-Flyer beworbenen - offiziellen Portalseite des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat bietet man eine filterbare Liste von insgesamt 133 Anwendungen von Behörden und Unternehmen, die sich mit der eID nutzen lassen. Diese Liste nimmt zwar nicht für sich in Anspruch, alle möglichen Dienste zu nennen. Sie wird aber durchaus so wahrgenommen - mit der Folge, dass Nutzer den Eindruck bekommen, dass man mit der Ausweiskarte kaum etwas anfangen kann.

Denn wie oft braucht man schon einen neuen, online gebuchten Handyvertrag, ein neues Konto oder muss ein Auto abmelden (wobei Letzteres nur in wenigen Landkreisen geht)? Sollen die Online-Funktionen genutzt werden, braucht man einen Kartenleser oder muss am Handy statt am Notebook surfen. Dazu muss sich eine weitere PIN gemerkt werden, die nur hin und wieder verwendet wird. Zudem bieten die meisten der auf der Seite genannten Dienste Alternativen zur Identifikation an.

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Dass bei Behörden mit der eID tatsächlich mehr Dienste zur Verfügung stehen, bemerkt man erst, wenn man sich auf den Serviceportalen der eigenen Gemeinde oder des Bundeslandes über ein konkretes Anliegen zu informieren versucht. Ein Button verrät dann, dass es mit der eID auch online gehen würde.

Nur ist das dann eben ein konkreter Fall. Und selbst dabei lohnt es sich vom gefühlten Aufwand vielleicht eher, auf das Amt zu gehen, als zu versuchen, den Zettel mit der PIN zu finden, die Ausweisapp2 zu installieren und zum ersten Mal auszuprobieren, ob das mit Smartphone als Lesegerät auch mit dem eigenen Modell funktioniert.

Hätten Nutzer eine übersichtliche Liste, aus der sich ergäbe, dass sich in den nächsten Monaten oder Jahren richtig viele Behördenbesuche vermeiden lassen, würde man die eigene eID einrichten und sich dafür bereit machen, sie zu nutzen. Denn dass sich bei Banken schon lange die Idee von Chipkarte oder App und PIN durchgesetzt hat, liegt einfach daran, dass Onlinebanking und Geldautomaten komfortabler sind, als wegen jeder einzelnen Transaktion einen Schalter mit begrenzten Öffnungszeiten und Terminen aufzusuchen. Dahin sollte auch die eID kommen.

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 Volljährigkeitsprüfung ist mit dem elektronischen Personalausweis online möglich
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Neuro-Chef 10. Mär 2021

PostIdent ging damit die letzten beiden Male nicht -.- Nein, ich bin nicht nur zu blöd...

senf.dazu 09. Mär 2021

1) Punktestand in Flensburg abfragen (kostenfrei - online - PDF) 2) Tagesaktuelle...

treysis 09. Mär 2021

Exakt. Nur, weil jemand deinen Ausweis benutzt hat, ist noch nichts rechtsgültig...

spaetz 09. Mär 2021

Nur wenn die PIN mittels PostIt auf dem Perso klebt :-)

Mopsmelder500 08. Mär 2021

Da man das Zeug nur einmal im Jahr braucht, erlernt man keine Funktionen. Das dazu noch...



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