E-Mail-Verschlüsselung: Sicherheitslücke in Pep/Enigmail geschlossen

Durch eine Sicherheitslücke in der Pretty-Easy-Privacy-Funktion hat die Thunderbird-Erweiterung Enigmail manchmal unverschlüsselte E-Mails versendet, die eigentlich verschlüsselt sein sollten. Die Ursache wurde gefunden und das Problem behoben.

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Nachrichten, die mit Pep/Enigmail verschlüsselt wurden, sind wieder zuverlässig verschlüsselt.
Nachrichten, die mit Pep/Enigmail verschlüsselt wurden, sind wieder zuverlässig verschlüsselt. (Bild: Georgy Rudakov/Unsplash)

Die Software Pretty Easy Privacy (Pep) vereinfacht den Umgang mit OpenPGP. Sie wird unter anderem mit der Thunderbird-Erweiterung Enigmail ausgeliefert. Durch einen fatalen Fehler in der Windows-Version der Software konnten unter bestimmten Umständen E-Mails unverschlüsselt übertragen werden. Dem Nutzer wurde fälschlicherweise angezeigt, dass die E-Mails verschlüsselt worden seien. Der Fehler wurde von der Pep-Foundation, die die Software entwickelt, behoben.

Eingeführt wurde der Fehler mit Version 1.0.23 vom 26. September. Die Pep-Foundation reagierte umgehend auf die Entdeckung der Sicherheitslücke durch das Magazin c't und zog die Version am 3.Oktober zurück. Mit der jetzt erschienenen Version 1.0.24 sei das Problem behoben worden. Außerdem seien damit neue Tests und eine bessere Fehlerbehandlung für Enigmail eingeführt worden.

Auslöser der Sicherheitslücke war ein Build-Fehler in der Windows-Version von Enigmail/Pep, welcher laut einem Blogeintrag der Pep-Foundation auf menschliches Versagen zurückzuführen ist. Eine nicht verlinkte Bibliothek in Pep führte zu einem Absturz und unverschlüsselten Nachrichten. Enigmail versendete die unverschlüsselten E-Mails mangels entsprechender Fehlerbehandlung. Der Footer zeigte trotzdem die Anzeige "Privatsphärenstatus: Sicher & Vertraut", die eigentlich nur erscheinen soll, wenn die E-Mails verschlüsselt übertragen werden.

Als vorläufigen Workaround empfahlen die Pep-Entwickler, den Junior-Modus auszuschalten und nur die normale Enigmail-Funktionalität zu nutzen. Mit der neuen Version könne dieser wieder gefahrlos aktiviert werden. Nach Angaben des Enigmail-Hauptentwicklers Patrick Brunschwig waren maximal 6.000 der 145.000 Installationen betroffen.

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