Abo
  • Services:

E-Mail-Test: Stiftung Warentest stoppt Heftverkauf

Die Test-Redaktion hat E-Mail-Anbieter auf ihre Sicherheitsfunktionen getestet. Dabei sind ihr mehrere peinliche Fehler unterlaufen, angefangen beim Titel des Artikels.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Beuth/Zeit Online
Gebäudeeingang der Stiftung Warentest in Berlin
Gebäudeeingang der Stiftung Warentest in Berlin (Bild: Stiftung Warentest)

Die Stiftung Warentest hat den Verkauf der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift Test vorübergehend gestoppt. Die Stiftung hatte mehrere deutsche E-Mail-Anbieter auf Sicherheitsmaßnahmen getestet. Der Bericht darüber enthält aber zahlreiche sachliche Fehler.

Stellenmarkt
  1. AVU Netz GmbH, Gevelsberg
  2. NÜRNBERGER Lebensversicherung AG, Nürnberg

Nach Beschwerden von Posteo und anderen für das Heft getesteten Anbietern, darunter mail.de, stoppte der Verlag bereits am 30. Januar den Verkauf zumindest eines Teils der Auflage. Mittlerweile hat die Zeitung auf ihrer Website und in ihrer App eine korrigierte Fassung des Artikels veröffentlicht. Wer jetzt das Heft vom Februar kaufe oder bestelle, bekomme diese neue Fassung beigelegt, teilte eine Sprecherin mit. In der nächsten Ausgabe erscheine zudem die korrigierte Version.

Den betroffenen Unternehmen ist das nicht genug. Der Berliner E-Mail-Anbieter Posteo beklagt, dass die rund 400.000 Test-Abonnenten, die das Heft geliefert bekommen haben, nicht gesondert auf die Falschdarstellungen hingewiesen würden. Zudem enthalte auch die korrigierte Fassung zumindest missverständliche Passagen. Mail.de teilt mit: "Unserer Meinung nach hätten Veränderungen an den Testurteilen stattfinden oder gar ein neuer Test veranlasst werden müssen."

Nach der gerichtlichen Niederlage gegen den Schokoladen-Hersteller Ritter wegen einer Falschdarstellung ist das die zweite große Panne für die Stiftung Warentest innerhalb weniger Monate.

Ein Testsieger wurde unterschlagen

Die Fehler in dem jetzt zurückgezogenen Artikel betreffen unter anderem Angaben zur Verschlüsselung, zur Zwei-Faktor-Authentifizierung und zu Datenschutzkonzepten. Letztlich musste die Stiftung Warentest sogar die Überschrift ändern. So heißt es in der ursprünglichen Fassung des Textes: "Mit einer Ausnahme speichert jeder der geprüften E-Mail-Dienste Nachrichten seiner Kunden im Klartext. (...) Nur Mailbox.org schützt die Kunden und speichert deren E-Mails verschlüsselt." Dementsprechend lautete die Überschrift zunächst "Nur einer liest nicht mit".

Weil aber die Aussage zur Verschlüsselung schlicht nicht zutrifft, steht in der korrigierten Fassung nun: "Jeder E-Mail-Dienst speichert die Nach­richten seiner Kunden im Klar­text. (...) Als erster Dienst bietet Mailbox.org an, Nach­richten verschlüsselt zu speichern. Einge­hende Nach­richten werden verschlüsselt abge­legt, sobald ein Kunde seinen öffent­lichen PGP-Schlüssel beim Mail­Dienst hinterlegt." Die neue Überschrift lautet: "Mail-Dienste sehen alles".

Besonders ärgerlich für Posteo war neben mehreren Falschaussagen zur verwendeten Technik und zum angeblich fehlenden Datenschutzkonzept der Firma auch der Artikelanriss unter der Überschrift. Dort ist im Original nämlich nur von einem einzigen Testsieger die Rede, gemeint ist Mailbox.org. Tatsächlich liegt Posteo in der Gesamtwertung aber gleichauf, in der korrigierten Fassung werden nun ausdrücklich beide als Testsieger genannt. Für einen jungen Anbieter wie Posteo (gegründet 2009), der gegen Konkurrenten mit Millionen Kunden antritt, ist so etwas wichtig, weil das Siegel Testsieger immer noch gerne für Werbezwecke genutzt wird.

Besonders peinlich für die Stiftung Warentest sind einige offensichtliche Fehler. Dazu gehört die Aussage, Apple habe laut seinen Transparenzberichten noch nie Kundendaten herausgegeben. Ein Blick in die veröffentlichten Berichte zeigt, dass dem keineswegs so ist.

Für Posteo und Mailbox.org bedeuten solche Patzer, dass sie sich jetzt Testsieger nennen dürfen, aber an der Kompetenz der Tester beziehungsweise deren Redaktion zweifeln müssen. Eine Posteo-Sprecherin sagt: "Ehrlich gesagt werben wir im Moment nicht mit dem Testsieg, weil uns das peinlich wäre."



Anzeige
Top-Angebote
  1. 399€ + 5,99€ Versand oder versandkostenfrei bei Zahlung mit paydirekt oder 25€ Extra-Rabatt...
  2. 7,99€
  3. 3,89€

MickeyKay 19. Feb 2015

Käse (vor allem Parmesan) enthält einen sehr hohen Anteil an Mononatriumglutamat. Das hei...

Shadow27374 16. Feb 2015

Vielen Dank für die Antworten, werde mir R2Mail2 ansehen, denn OpenKeychane und K9...

pheinlein 16. Feb 2015

Ich muß kurz korrigierend klarstellen: Die getesteten Anbieter bekommen den Artikel NICHT...

pheinlein 16. Feb 2015

Ich habe eine vergleichbare Anfrage im The Bat-Forum gefunden. War die auch von Dir? Wenn...

Trollversteher 16. Feb 2015

Verglichen mit dem, was sie in den 70ern so von sich gelassen haben? ja. Zumal eine...


Folgen Sie uns
       


Sonnet eGFX Box 650W - Test

Die eGFX Box von Sonnet hat 650 Watt und ist ein externes Grafikkarten-Gehäuse. Sie funktioniert mit AMDs Radeon RX Vega 64 und wird per Thunderbolt 3 an ein Notebook angeschlossen. Der Lüfter und das Netzteil sind vergleichsweise leise, der Preis fällt mit 450 Euro recht hoch aus.

Sonnet eGFX Box 650W - Test Video aufrufen
Windenergie: Wie umweltfreundlich sind Offshore-Windparks?
Windenergie
Wie umweltfreundlich sind Offshore-Windparks?

Windturbinen auf hoher See liefern verlässlich grünen Strom. Frei von Umwelteinflüssen sind sie aber nicht. Während die eine Tierart profitiert, leidet die andere. Doch Abhilfe ist in Sicht.
Ein Bericht von Daniel Hautmann

  1. Hywind Scotland Windkraft Ahoi

Russische Agenten angeklagt: Mit Bitcoin und CCleaner gegen Hillary Clinton
Russische Agenten angeklagt
Mit Bitcoin und CCleaner gegen Hillary Clinton

Die US-Justiz hat zwölf russische Agenten wegen des Hacks im US-Präsidentschaftswahlkampf angeklagt. Die Anklageschrift nennt viele technische Details und erhebt auch Vorwürfe gegen das Enthüllungsportal Wikileaks.

  1. Fancy Bear Microsoft verhindert neue Phishing-Angriffe auf US-Politiker
  2. Nach Gipfeltreffen Trump glaubt Putin mehr als US-Geheimdiensten
  3. US Space Force Planlos im Weltraum

Segelschiff: Das Vindskip steckt in der Flaute
Segelschiff
Das Vindskip steckt in der Flaute

Hochseeschiffe gelten als große Umweltverschmutzer. Neue saubere Antriebe sind gefragt. Der Norweger Terje Lade hat ein futuristisches Segelschiff entwickelt. Doch solch ein neuartiges Konzept umzusetzen, ist nicht so einfach.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Energy Observer Toyota unterstützt Weltumrundung von Brennstoffzellenschiff
  2. Hyseas III Schottische Werft baut Hochseefähre mit Brennstoffzelle
  3. Kreuzschifffahrt Wie Brennstoffzellen Schiffe sauberer machen

    •  /