E-Mail: Gefährliche Mailto-Links können Daten stehlen

Eine undokumentierte Erweiterung von Links auf Mailadressen erlaubt Dateianhänge - ein erhebliches Sicherheitsrisiko.

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Über Dateianhänge lassen sich Mailto-Links mißbrauchen, um Daten zu exfiltrieren.
Über Dateianhänge lassen sich Mailto-Links mißbrauchen, um Daten zu exfiltrieren. (Bild: Purple Sherbet Photography, Wikimedia Commons/CC-BY 2.0)

Mailto-Links können ein unerwartetes Sicherheitsrisiko darstellen. In einer Publikation von IT-Sicherheitsforschern der Ruhr-Universität Bochum und der Fachhochschule Münster beschreiben diese ein proprietäres Feature, mit dem man über den Mailto-Link direkt einen Dateianhang auswählen kann. Unterstützt wird das beispielsweise von Kmail und Evolution, in manchen Konfigurationen ist das auch in Thunderbird nutzbar.

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Mailto-Links sind eine gängige Methode, um Mailadressen auf Webseiten klickbar zu machen. Bei einem Klick wird dann üblicherweise das passende Mailprogramm geöffnet. Meist enthält ein solcher Link nur die Mailadresse, doch über Variablen lassen sich auch etwa der Mailbetreff oder der Inhalt der Mail vorausfüllen.

Mit einem Parameter lassen sich lokale Dateien an Mails anhängen

Doch neben diesen eher harmlosen Features lässt sich in manchen Mailprogrammen über den Parameter Attach direkt eine lokale Datei an die Mail anhängen. Ein Angreifer könnte das etwa ausnutzen, um zu versuchen, einen SSH- oder PGP-Key zu stehlen. Diese befinden sich üblicherweise in Standardpfaden. Einem Nutzer könnte natürlich auffallen, dass sich ein ungewohnter Anhang an der Mail befindet, aber es ist wohl davon auszugehen, dass nicht alle Nutzer dies vor dem Abschicken der Mail prüfen.

Dieses Feature für Dateianhänge ist nicht Teil der Standardspezifikation für Mailto-Links. Es handelt sich um eine inoffizielle Erweiterung, die von einigen Mailprogrammen genutzt wird. Laut der Veröffentlichung wird das Feature in Kmail und Evolution unterstützt, die Standardmailprogramme der Linux-Desktopumgebungen KDE und Gnome. Auch IBM Notes unterstützen das Feature. Thunderbird ist zwar selbst nicht betroffen, kann aber verwundbar sein, wenn die Verarbeitung der Mailto-Links über das Tool xdg-open erfolgt.

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KDE und Gnome nutzen diesen Attach-Parameter auch intern, daher kann die Funktion nicht einfach entfernt werden. In beiden Programmen wurde nun aber ein Bestätigungsdialog eingeführt. Die Sicherheitslücke in Kmail wird unter der Kennung CVE-2020-11880 geführt, in Evolution lautet diese CVE-2020-11879 und in Notes CVE-2020-4089.

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Die Autoren deuten an, dass es sich möglicherweise nicht um das einzige Sicherheitsrisiko von Mailto-Links handelt. So sieht der Standard vor, dass man nicht nur Betreff und Inhalt von Mails vorgeben, sondern beliebige Mailheader setzen kann. Der Mailto-RFC schreibt dazu lediglich, dass Mailprogramme keine Header in Mailto-Links interpretieren sollten, die gefährlich sein können. Was das genau bedeutet und welche Header gefährlich sind, sagt die Spezifikation nicht.

Nachtrag vom 18. August 2020, 16:17 Uhr

Wie sich inzwischen herausgestellt hat, ist Thunderbird unabhängig von der Version in Kombination mit dem Tool xdg-open verwundbar. Wir haben das im Text klargestellt.

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