• IT-Karriere:
  • Services:

E-Mail-Clients für Android: Kennwörter werden an App-Entwickler übermittelt

Der E-Mail-Client sollte mit Bedacht gewählt werden. Mehrere Apps für Android haben die Kennwörter an den Anbieter der App übermittelt, wie der Sicherheitsexperte Mike Kuketz entdeckt hat.

Artikel veröffentlicht am ,
Drei Android-E-Mail-Clients übermitteln Kennwörter an den Betreiber.
Drei Android-E-Mail-Clients übermitteln Kennwörter an den Betreiber. (Bild: Dado Ruvic/Reuters)

So etwas ist nicht im Sinne der Nutzer. Die E-Mail-Clients Blue Mail, Type App, myMail, Email - Fast & Secure mail for Gmail Outlook & more, Email App for Any Mail und Mail.ru haben die Kennwörter zur Anmeldung im E-Mail-Postfach an die Anbieter der App übermittelt. Das hat der Sicherheitsexperte Mike Kuketz bemerkt. Bei den beiden Apps Blue Mail und Type App ist das Problem mittlerweile behoben.

Stellenmarkt
  1. Deutsche Rentenversicherung Bund, Berlin
  2. Bundesnachrichtendienst, München

Kuketz stieß auf das Problem, als er für das Online-Magazin Mobilsicher E-Mail-Apps testete. Bei der Einrichtung der Apps wurde die E-Mail-Adresse zusammen mit dem Kennwort an den Anbieter der Anwendung übertragen. Kuketz wies darauf hin, dass sich der Anbieter der Blue-Mail-App die Genehmigung zum Sammeln der Anmeldedaten in der Datenschutzerklärung einholte, was in der Praxis wohl kaum ein Nutzer lesen wird.

Kuketz sah Verbindung zwischen Apps

Kuketz ging davon aus, dass Blue Mail und Type App von denselben Entwicklern stammen, da das Post-Request bei beiden bis auf eine andere URL nahezu identisch war. In den Play-Store-Beschreibungen werden allerdings unterschiedliche Entwickler genannt.

Alle E-Mail-Clients haben vergleichsweise viele positive Bewertungen im Play Store. Blue Mail kommt auf 5 bis 10 Millionen Installationen, Type App und Email App for Any Mail haben es auf 1 bis 5 Millionen Installationen geschafft. Bei myMail und Mail.ru sind es sogar 10 bis 50 Millionen Installationen. Alle Apps haben also eine vergleichsweise starke Verbreitung.

Auch E-Mail-Adressen landeten beim App-Anbieter

Laut Kuketz las zumindest Blue Mail noch weitere vertrauliche Daten aus. So wurden alle E-Mail-Adressen aus dem Postfach ermittelt und an den Betreiber gesendet. Er vermutete, dass sich damit die App finanzierte, die kostenlos ohne Werbeschaltungen angeboten wird. In Kürze soll auf Mobilsicher ein Test verschiedener E-Mail-Clients erscheinen.

Kuketz empfahl Betroffenen, die Apps zu deinstallieren und auf eine andere E-Mail-App zu wechseln. Hierbei empfiehlt er derzeit den E-Mail-Client K9 Mail. Außerdem solle das alte E-Mail-Kennwort ausgemustert und ein neues festgelegt werden, damit die App-Anbieter keinen Zugriff mehr auf das eigene E-Mail-Postfach haben.

Der Anbieter von Blue Mail reagierte zunächst am 8. März 2018 mit einer Pressemitteilung und bestritt darin, dass das Unternehmen über die App die Kennwörter der Nutzer gesendet bekäme oder gesammelt hätte. Auch würden keine E-Mails der Nutzer auf den Servern des Anbieters gesammelt. Kuketz sah sich das Verhalten der App nach der Aktualisierung an und stellte fest: Blue Mail sendete weiterhin das Kennwort an den Anbieter der App.

In einem zweiten Anlauf aktualisiert der Anbieter von Blue Mail die App so, dass keine Zugangsdaten für E-Mails mehr an den Anbieter gesendet werden. Dies bestätigte Kuketz in einem Blogbeitrag. Auch die Anbieter von Type App haben reagiert und den Versand von Kennwörtern abgeschaltet. Kuketz bestätigte Golem.de auf Anfrage, dass auch Type App die Kennwörter nicht mehr versendet. Trotz dieser Änderungen würde er beiden Anbietern nicht mehr vertrauen.

Nachtrag vom 16. März 2018, 8:58 Uhr

Die Anbieter der Apps Blue Mail und Type App haben das Problem inzwischen behoben, der Artikel wurde entsprechend aktualisiert. Darüber hinaus wurden die Daten an Blue Mail nicht im Klartext übermittelt, wie wir zunächst vermeldet hatten. Wir haben den Text entsprechend korrigiert und bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

pommesmatte 15. Mär 2018

Es steht allerdings explizit in den Nutzungsbedingungen drin.

renegade334 14. Mär 2018

Einrichtung: - Unter XSDL Schriftmaßstab auf 0,5x und Auflösung auf 850x480 setzen...

berritorre 09. Mär 2018

Danke, das hat dann mal geholfen. Ich dachte man könnte sich irgendwo ein Icon suchen und...

anonym 08. Mär 2018

offensichtlich ja (nine): http://release-notes.9folders.com/articles/15344-v401-imap4-idle

berritorre 08. Mär 2018

Ja, Gmail habe ich auch auf meinen Moto G5. Ich habe Gmail einfach nicht als normalen...


Folgen Sie uns
       


Parksensor von Bosch ausprobiert

Wenn es darum geht, Autofahrer auf freie Parkplätze zu lotsen, lassen sich die Bosch-Sensoren sinnvoll einsetzen.

Parksensor von Bosch ausprobiert Video aufrufen
Kaufberatung (2020): Die richtige CPU und Grafikkarte
Kaufberatung (2020)
Die richtige CPU und Grafikkarte

Grafikkarten und Prozessoren wurden 2019 deutlich besser, denn AMD ist komplett auf 7-nm-Technik umgestiegen. Intel hat zwar 10-nm-Chips marktreif, die Leistung stagniert aber und auch Nvidia verkauft nur 12-nm-Designs. Wir beraten bei Komponenten und geben einen Ausblick.
Von Marc Sauter

  1. SSDs Intel arbeitet an 144-Schicht-Speicher und 5-Bit-Zellen
  2. Schnittstelle PCIe Gen6 verdoppelt erneut Datenrate

Programmieren lernen: Informatik-Apps für Kinder sind oft zu komplex
Programmieren lernen
Informatik-Apps für Kinder sind oft zu komplex

Der Informatikunterricht an deutschen Schulen ist in vielen Bereichen mangelhaft. Apps versprechen, Kinder beim Spielen einfach an das Thema heranzuführen. Das können sie aber bislang kaum einhalten.
Von Tarek Barkouni

  1. Kano-PC Kano und Microsoft bringen Lern-Tablet mit Windows 10

Elektroautos in Tiefgaragen: Was tun, wenn's brennt?
Elektroautos in Tiefgaragen
Was tun, wenn's brennt?

Was kann passieren, wenn Elektroautos in einer Tiefgarage brennen? Während Brandschutzexperten dringend mehr Forschung fordern und ein Parkverbot nicht ausschließen, wollen die Bundesländer die Garagenverordnung verschärfen.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Mercedes E-Econic Daimler elektrifiziert den Müllwagen
  2. Umweltprämie für Elektroautos Regierung verzögert Prüfung durch EU-Kommission
  3. Intransparente Preise Verbraucherschützer mahnen Ladenetzbetreiber New Motion ab

    •  /